"Reaktive Hunde" fand ich interessant und hat mir gut gefallen. Interessant fand ich, dass Welpen, die in ihren ersten 2-4 Wochen im neuen zu Hause viel Action in Form von Besuch, Geräuschen, etc. kennenlernen, oft im ersten Lebensjahr viel reaktives Verhalten zeigen. Sie empfiehlt, eine "Hundeoase" für Welpen zu schaffen, einen Bereich zu Hause, wo er zwar selbst spielen darf, aber keine Interaktion mit dem Menschen statt findet, der Hund nichts kaputt machen kann und dort eben einfach mal keinen Zugriff auf den Menschen hat und sich nicht mit äußeren Reizen auseinander setzen muss. Sie empfiehlt aber auch Welpen mindestens 12 Wochen beim Züchter zu lassen.
Thema ist natürlich auch Überlastung des Hundes durch zu viel Auslastung oder auch durch zu viel Regulierung, dass der Hund sich ständig zusammenreißen muss und zu wenig "Hund sein darf". Einfach mal Seele baumeln lassen beim Gassi gehen, ohne dass der Mensch ständig reguliert. Das führt sonst oft zu Frust und Stress.
Leinenführigkeit wurde angesprochen. Coole Idee fand ich auch bei Leuten, die sich selbst zu sehr anspannen wenn der Hund an der Leine ist und das über die Leine auf den Hund übertragen, einfach einen Jogginggurt den Menschen umzuschnallen, damit sie die Leine nicht anfassen müssen, wenn sie Leinenführigkeit trainieren.
Sind Hunde schon beim Anfang des Spaziergangs sehr aufgedreht, empfiehlt sie bevor der Hunde in diese Emotionslage kommt, diese via beispielsweise 10-Leckerlie Spiel oder Suchspiele erstmal runter zu bringen, bevor sie aus der Haustür rausgehen, aus dem Auto aussteigen oder vom Auto los gehen. Sie sagt, diese Erregung einfach auszusitzen und zu ignorieren, hilft nicht. Die Erregung soll vom eigentlichen Reiz entkoppelt werden. Das muss aber auch erstmal aufgebaut werden und funktioniert nicht von Anfang an. Ist man an einem Ort, wo der Hund auf einen Reiz stark reagiert, wird der Ort erst verlassen, wenn der Hund die Erregung runter regulieren konnte. Zur Not erstmal kurz den Ort verlassen, bis der Reiz weg ist und dann noch mal hingehen, damit der Ort nicht mit der Erregung verknüpft wird.