Aversiv absichern hieße ja eigentlich nur, dass ein Nichtbefolgen eines Kommandos Konsequenzen für den Hund hat.
Auf den Rückruf bezogen könnte das theoretisch ja vielerlei sein: drohend dem Hund entgegen gehen, Leine hinterher werfen, Brüllen usw. Je nach Hund und je nach Situation würde dann ggf. der Rückruf doch noch befolgt und ich hätte am Ende ein (belohnenswertes) Ergebnis.
Abgesichert ist da aber noch lange nichts, weil zum einen jede Situation anders ist und es vielleicht auch mal nicht funktioniert und/oder sich o.g. Vorgehensweisen irgendwann auch abnutzen können. Abgesichert würde ja auch heißen, etwas bewusst beigebracht zu haben und auch bewusst einzusetzen.
Richtig absichern könnte man eigentlich nur, wenn man parallel einen Strafreiz konditioniert und diesen dann anwendet.
Das ginge über Disc-Scheiben zum Beispiel, wenn man vorher eine Konditionierung macht ähnlich wie beim Clicker.
Das würde ich unter aversiver Absicherung verstehen, glaube aber auch nicht, dass da irgendein Fachwort ist, das inhaltlich irgendwas besonderes darstellt.
Und klar kann man einen Hund so konditionieren, dass ich mit einem Mittel wie Disc-Scheiben Verhalten beeinflussen kann.
Eigentlich ist das vom Aufbau her ähnlich wie die Konditionierung mit einem Clicker, nur dass ich einen unbestimmten Reiz (Geräusch der Disc) mit einem Meideverhalten verknüpfe und dann nur den Reiz brauche, um Meideverhalten auszulösen.
Mit der Anwendung von positiver Strafe kann ich Kommandos wahrscheinlich im Ernstfall absichern, da auf der Gegenseite zum Belohnen ja nichts steht, heißt, der Hund bekommt für den befolgten Rückruf eine Belohnung.
Kommt er aber nicht - was dann? Dann habe ich nichts mehr in der Hand.
Ein Hund, der lernt, dass sein Verhalten auch Konsequenzen hat, hat dann die Wahl. Leckerchen und Lob einsacken oder Ärger riskieren.
Aversiv absichern könnte für den Ernstfall ja durchaus sogar Sinn machen. Wenn ich mir vorstelle, ich rufe meinen Hund und neben ihm geht ein Hase hoch? Da kann der positiv verstärkte Rückruf ja noch so gut sein, in so einem Fall hält der sicherlich nicht mehr bei den meisten Hunden.
Mit einer Disc-Scheibe, die ich nur in der Hand klappern lasse, weil der Hund darauf konditioniert wurde, stehen die Chancen in so einer Situation dann sicher deutlich besser, wenn ich schnell genug bin, den Reiz zu setzen.
Damit wäre mein Rückruf im Ernstfall abgesichert.
So würde ich das verstehen.