Achja, es ist doch immer wieder das selbe.
Zum Thema strengere Zuchtordnung, "nur die besten kommen in die Zucht":
Völlig falscher Ansatz langfristig gesehen. In einer geschlossenen Population sollten immer so viele Hunde wie möglich in die Zucht miteinfließen. 4 Hündinnen mit jeweils 1 Wurf bringt der Rasse mehr als 4 Würfe von der selben Hündin. Deshalb ist neben möglichst niedriger Deckzahl der Rüden auch die Co-Ownerschaft und Zuchtmiete ein Segen für die Genvielfalt, die es zu erhalten gilt, möchte man auch in 100 Jahren noch widerstandsfähige Hunde haben.
Anderenfalls (und das ist das, was aktuell bei vielen Rassen passiert) leidet die Lebenserwartung, die "Fitness", die Anpassungsfähigkeit. Die Hunde werden anfällig für alles mögliche, altern schneller, sterben früher.
Deshalb ist es wichtig, Hunde nicht wegen Lappalien von der Zucht auszuschließen. Wie Farbfehler zB. aber auch "harmlose" Krankheiten mit einem geringen Krankheitswert (= "Maßeinheit" der Einschränkung, des einhergehenden Leides) sollten nicht zum Zuchtausschluss führen. Deshalb haben die meisten RZV gewisse niedrige "Mindestanforderungen" an ihre Zuchthunde. Irgendwie muss man den Spagat zwischen Qualität und Quantität schaffen.
Was schließen wir daraus? Der Mops als solches wird schon eine ganze Weile "rein" gezüchtet. Sprich, da ist schon jede Menge Genmaterial verschwunden, durch Linienzucht, durch Popular Sires usw. das lässt sich kaum vermeiden, da jeden Morgen ein Dummer aufsteht. Würde man jetzt die Kriterien zur Zuchtzulassung von jetzt auf gleich drastisch erhöhen, was würde passieren?
Wenn ein Großteil der Möpse diesen Test nicht bestehen würde, hätte die Rasse keine Zuchttiere mehr. Damit wäre sie in wenigen Jahren "tot". Das will natürlich keiner.
Was hat der VDH also gemacht? Er hat einen sehr einfachen Test eingeführt.
Das bewirkt, wenn auch nicht von heute auf morgen, zumindest Ansätze einer Selektion in diese Richtung.
Und das ist toll!
Ich denke man kann erwarten, dass die Kriterien für diesen Ausdauertest nach und nach steigen werden. Aber das dauert Jahre, wahrscheinlich sogar Jahrzehnte. Hat ja auch 100 Jahre gedauert bis die Rasse so kaputt war.
Meine persönliche Kritik:
Der VDH bzw. die Rassezuchtvereine haben viel zu spät reagiert.
Außerdem finde ich es moralisch fragwürdig, ob die nicht zu vermeidenden "Kollateralschäden", die dieses Hohe Ziel (also ein Mops ohne Atemprobleme) in dieser langen Zeit mit sich bringt, vertretbar sind.
Zum Mitglied sein im VDH:
Jeder kann Mitglied werden, auch nicht-Züchter. Damit hat man sehr schnell auch ein Stimmrecht wenn es um Änderungen der Zuchtordnung geht, man kann die Zukunft also mitbestimmen. Ich denke, das ist erst mal positiv zu betrachten.
Gegen schwarze Schafe vorzugehen ist leider nicht nur in der Hundezucht oder unter dem VDH ein Problem. Das kann man auf fast alle Bereiche ausweiten. Das machts nicht besser, aber zeigt, dass die Rechtssituation einfach schwierig ist in solchen Fällen. Das den RSVs vorzuwerfen ist unfair.