Wenn du möchtest, dass dein Welpe abends müde ist und zur Ruhe kommt, musst du für ihn das "richtige" Programm vielleicht noch finden. Du schreibst, dass du nachmittags einige Minuten mit ihm spazieren gehst. Wie genau der Spaziergang aussieht, kann man da jetzt nicht herauslesen. Aber einen Tipp hätte ich da ggf. für dich.
Ein Welpe sollte so viel wie möglich selbstständig (ohne Leine - Folgetrieb nutzen!) die Welt entdecken. Also einfach mal auf eine schöne Wiese fahren, es sich gemütlich machen und da mal seinen halben Nachmittag verbringen. Du gehst mal ein bisschen hoch und runter, rufst ihn, wenn er zu dir kommt (Rückruf üben) und lobst ihn ganz doll wenn er bei dir ankommt. Nur nicht zu lange üben, sondern dem Welpen wirklich viel Zeit geben, um Gerüche kennenzulernen, verschiedene Untergründe (Waldboden, Wiesen, Felder usw.) und dann spackst du mal richtig herum mit ihm, rennst wie eine Blöde durch die Gegend und Welpi freut sich drüber. ![]()
Diese Ausflüge in Wald, Feld oder am See bringen so wahnsinnig viel. Man "macht" eigentlich nicht besonders viel, aber der Welpe ist so müde von den vielen Eindrücken, dass man gar nicht irgendwie an "Auslastung" denken muss, sondern der Welpe das Erlebte einfach von alleine im Schlaf verarbeiten will.
Mein Welpe kam letztes Jahr zu mir und ich habe mir ungefähr genauso 'nen Kopf um alles gemacht, wie du jetzt. Dabei wäre es (in meinem Fall) viel besser gewesen, ich hätte einfach auf meinen Bauch gehört und die ganzen Gedanken mal weggelassen. Ich habe meinem Welpen zu früh zu viel abverlangt (überwiegend an der Leine laufen, Tricks lernen, ruhig sein etc. ) und heute bin ich sicher, ich hätte es genauso oder viel eher erreicht, wenn ich einfach das gemacht hätte, was ich vom Herzen her eigentlich wollte. Ich wollte kuscheln und ich wollte Ruhe, nicht diese ganze "Arbeit", die ich mir aber selbst gemacht habe! Das Kuscheln hab ich mir verboten, weil mein Welpe nicht aufs Sofa durfte, also fielen die Kuschelstunden wesentlich kleiner aus, weil es sich nunmal als Mensch auf dem Boden nicht gut und lange liegen lässt... das war mein 1. Fehler. Seitdem meine Hündin aufs Sofa darf, ist sie entspannter, wir haben Körperkontakt und unsere Bindung ist mMn wesentlich stärker. Der 2. Fehler war, dass ich sie zu selten ohne Leine laufen ließ und den Folgetrieb nicht genutzt habe. Erst als sie dann ca. 5 Monate alt war, habe ich festgestellt, dass man ja in Wald und Feld viel mehr Spaß haben kann (und hinterher sogar teilweise richtig lange "seine Ruhe" hat, weil Hund schläft und man kann sich mal richtig gemütlich auch anderen Dingen zuwenden), aber da musste ich dann erstmal Schleppleinentraining machen, weil ich es einfach verpatzt hatte mit dem Folgetrieb.
Das sind natürlich jetzt nur meine Erfahrungen und das, worauf ich beim nächsten Welpen achten würde. Ob und wie du das machst, weiß ich ja nicht. Aber ich habe es einfach mal aufgeschrieben, vielleicht hilft es dir oder anderen Welpenbesitzern ja. :)
Ich wünsche dir noch viel Freude mit dem Kleinen!