Hallo Maura,
das finde ich super von dir, dass du einen solchen Hund zu dir geholt hast! Ihr werdet schon zusammenwachsen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass er lange daran zu knabbern haben wird, wie die neue Umgebung ist und dass hier alles anders als in Spanien ist.
Hast du professionelle Unterstützung vor Ort, hast du mal nach Hundeschulen oder Trainern gesucht, vielleicht sogar solchen, die sich mit Südhunden auskennen? Heisst jetzt nicht, dass dein Hund im Moment Problemverhalten zeigt, aber es wäre gut, wenn du den Umgang und das Arbeiten mit ihm unter professioneller Anleitung lernen könntest, damit du nicht mehr so unsicher bist. Etwas braucht dieser Hund nämlich ganz sicher: eine souveräne Führung, die ihm durchgehend zeigt: ich weiss, was zu tun ist; du kannst dich auf mich verlassen; wenn es ein Problem gibt, komm zu mir!
Dein Hund ist nun schon 6 Jahre und musste sich wahrscheinlich lange alleine durchschlagen? dadurch kann er Verhaltensweisen entwickelt haben, die sich mit der Hundehaltung in Dtld leider nicht so gut vereinbaren lassen, zB streunen/jagen. Aber das ist geraten, vielleicht ist er auch aus einer Familie.
zu deinen Fragen:
- Geschäft machen - das normalisiert sich mit der zeit. Er wird auf jedem Gassigang markieren (an vielen Stellen Pipi machen), und je nach Typ und Futter wird er zwischen 2 und mehrmals großes Geschäft machen. Oftmals haben Hunde aufgrund von Stress erstmal Durchfall. Reduziere den Stress, indem du ihn langsam an deine Umgebung gewöhnst. Geh erstmal die gleichen 2-3 Wege ab, nicht zu lange, dafür häufiger am Tag, er muss es ja erstmal kennen lernen. Die ganzen neuen Eindrücke schlauchen ihn mental bestimmt noch. Wenn er ein Streuner war, ist ihm das Motto: "ich laufe mit einem Menschen eine begrenzte Zeit draußen rum" bestimmt fremd.
- mit den Treppen - übe das doch. gehe 2-3 Stufen hoch und gib ihm ein Lecker, _wenn_ er dir folgt. Lock ihn nicht, sondern lass ihn entscheiden, und wenn er die richtige Entscheidung trifft, belohne ihn. Du kannst auch auf die 4., 5. Stufe was leckeres legen. Vielleicht hat er Treppen in seinem bisherigen Leben nicht kennengelernt? Dann traut er sich einfach nur, wenn er einen guten Tag hat...
- Auto - gewöhne ihn langsam daran, wenn du nicht darauf angewiesen bist, mit ihm zu fahren. Mach es wie bei den Treppen. Stell dein Auto ab, mach alle Türen auf und lasse ihn es erkunden. drinnen liegen irgendwo Lecker versteckt. Wenn du das Gefühl hast, er geht ohne Zögern hinein, setz dich mit ihm hinein und steigere langsam die Anzahl der geschlossenen Türen. Macht es ihm kein Problem mehr, mit dir im geschlossenen Kasten zu sitzen, lass den Motor an. Noch nicht fahren. Fahre erst ein kurzes Stück, wenn ihn der angelassene Motor nicht mehr stört... Ich weiss ja nicht, ab wann er sich (im Moment) aufregt - geh von dort aus drei Schritte zurück und übe ab diesem Stand.
- sei froh mit dem Gras. Er wird es schon noch kennen lernen. Lobe ihn, wenn er in deiner Nähe bleibt. Bei einem Podenco ist mit Jagdtrieb zu rechnen, daher nimm die Gelegenheit beim Schopfe und übe, dass er bei dir bleibt, oder in einem kleinen Radius, sowie das Abrufen.
- Alleine lassen: im Moment würde ich es total ohne Ritual anfangen zu üben. Er kann noch gar nicht so eine enge Bindung zu dir haben, das erleichtert es! Geh ohne Kommentar raus und rein, verlängere die Zeiten. Ob Zimmertür oder Wohnungstür sollte egal sein. Stell dir einfach vor, er wäre nicht da. (schwierig, ich weiss, aber für den Hund das Beste. Er wird es merken, wenn du dir Sorgen machst ("hoffentlich hält er still"), und darauf mit Stress reagieren.)
Viele Grüße und viel Erfolg
Silvia