Beiträge von dagmarjung

    Liebe TE, soweit ich verstanden habe, arbeitest du mit 3 - 5 jährigen Kindern, vermutlich in einer Gruppe. Das ist eine sehr anspruchsvolle Tätigkeit für einen Hund, im Umgang mit Kindern trotz Lärm, Bewegung usw immer zuverlässig gelassen zu bleiben und auch noch dauerhaft Spaß am Umgang mit den Kindern zu haben. Er darf kein Thema mit Ressourcenverteidigung haben, muß sehr kooperativ mit seiner Hundeführerin zusammenarbeiten, darf auch bei ungeschicktem Umgang nicht zur Agression neigen usw. Längst nicht jeder Hund ist dafür wirklich geeignet. Genau wie nicht jeder Hund als Jagd- oder Polizeigebrauchshund geeignet ist.

    Ich glaube, du mußt dir überlegen, was du wirklich von deinem Hund erwartest. Ob andere Menschen einen Hund aus dem Tierschutz haben, der dafür geeignet ist, ist für dich eher weniger wichtig. Andere Leute gewinnen auch im Lotto, das kommt vor, aber ich würde keine konkreten Pläne auf einen möglichen Lottogewinn stützen. ;)

    Also: möchtest du einen Hund, der mit einer hohen Wahrscheinlichkeit für tiergestützen Einsatz geeignet ist, dann solltest du dich tatsächlich eher unter bestimmten Hunderassen umsehen und dir einen top-sozialisierten Welpen bei einem guten Züchter holen. Denn da ist das Wesen viel besser voraussagbar und du weißt, wie die unendlich wichtigen ersten Wochen des Welpen verlaufen sind.

    Wenn du andererseits einem Hund aus dem Tierschutz eine Chance geben möchtest, solltest du dir bewußt sein, daß er in jedem Fall ein toller Hund sein wird, aber sehr wahrscheinlich nicht für diesen speziellen Verwendungszweck geeignet. Es sei denn, wie gesagt, du gewinnst im Lotto.

    Ein Lesetip für dich:

    "Welcher Hund eignet sich am besten für Tiergestützte Intervention?" von Karin Freund

    Das ist ein Artikel in der Zeitschrift SitzPlatzFuß Nr 21. (Das Heft kann nachbestellt werden)
    Die Autorin hat eine Umfrage unter mehr als 300 Personen gemacht, wie zufrieden sie mit ihrer Rasse oder Rassemischung sind, ob sie sich dieselbe Rasse/Mischung/denselben Hund noch einmal zulegen würden und viele Fragen mehr.

    Es hat schon seinen Grund, warum in diesem Bereich bestimmte Rassen dominieren: Weil sie eben die erforderlichen Eigenschaften mitbringen. Bei Polizeihunden ist das ja auch nicht anders.


    Dagmar & Cara

    Lesetip für euch:


    "Welcher Hund eignet sich am besten für Tiergestützte Intervention?" von Karin Freund

    Das ist ein Artikel in der Zeitschrift SitzPlatzFuß Nr 21. (Das Heft kann nachbestellt werden)
    Die Autorin hat eine Umfrage unter mehr als 300 Personen gemacht, wie zufrieden sie mit ihrer Rasse oder Rassemischung sind, ob sie sich dieselbe Rasse/Mischung/denselben Hund noch einmal zulegen würden und viele Fragen mehr.

    Unter den Befragten ging die Tendenz übrigens klar zum Labrador Retriever, der durch Nervenstärke, Will to Please und Kontaktfreude besonders geeignet erscheint.


    Dagmar & Cara

    Auch da - sowas gilt's schlichtweg zu verhindern. Nicht unterbinden sondern vorher schon verhindern.

    Im Ansatz verhindern - nicht warten bis es schon passiert ist und den Junghund dann erst wegholen. Warum? Weil es Spaß macht auf den Mops draufzuspringen - und jedesmal, wenn der Jungschnösel das schafft, hat er sich selbst für sein Verhalten belohnt - mit Spaß! Ob er danach von euch weggezogen und vielleicht noch geschimpft wird, ändert an der Belohnung nichts mehr.
    Wenn du schreibst, der Junghund macht das "ohne Pause", dann heißt das, ihr müßt eure Aufmerksamkeit und euer Timing stark verbessern, damit es gar nicht erst passiert. Wenn punktgenaue Aufsicht nicht möglich ist, dann besser räumlich trennen.

    Dagmar & Cara

    aber 8 stunden ist auch extrem viel

    Normalerweise hat man 8 Stunden reine Arbeitszeit, dazu müssen die Pausen gerechnet werden und die Wegezeit. Ein 8-Stunden Arbeitstag bedeutet also eine Abwesenheit von 8 + X Stunden. Und das ist zu lang!
    Welpenblues hin oder her, der geht meistens vorbei, aber dafür muß eine Lösung gefunden werden. Dabei solltet ihr auch überlegen, wie es nach dem Ende deiner Ausbildung weitergeht, wenn du eventuell wegziehst.

    Solltest du zu dem Schluß kommen, daß du den Welpen doch lieber nicht behalten willst, scheue dich auf keinen Fall, den Züchter anzusprechen. Ein guter Züchter sorgt sich auch nach dem Kauf um seine Welpen und nimmt sie zurück, wenn es Probleme gibt. Schlechte Züchter (Vermehrer) tun das allerdings nicht, weil sie nur am Geld interessiert sind und nicht am Wohlergehen des Hundes.
    Der kleine Kerl ist erst seit wenigen Tagen bei euch und hat jetzt noch die besten Chancen ein anderes Zuhause zu finden, wenn ihr ihn nicht behalten wollt.

    Dagmar & Cara

    Die allerwenigsten Welpen schmusen gerne. Meist wollen sie aus jedem Streicheln gleich ein Beißspiel machen. Das ist ganz normal. Du mußt deinen Welpen auch nicht streicheln, um ihn zu beruhigen. Wenn du dich ruhig neben ihn setzt, ist das auch gut.

    Viele frischgebackene Hundehalter haben erstmal Stress, bis das Leben mit dem Welpen sich einspielt. Da muß man etwas Geduld haben und den kleinen Hund erst richtig kennenlernen - und er dich genauso. Wenn er sich ZB mehr zuhause fühlt bei euch, wird er auch nicht mehr so auf Schritt und Tritt an dir kleben. Dann kann er darauf vertrauen, daß du nicht gleich aus seinem Leben verschwindest, nur weil du mal aufs Klo gehst.

    Etwas Sorge macht mir deine bzw eure Zukunftsplanung. Deine Eltern arbeiten Vollzeit, du wirst in absehbarer Zeit eine Ausbildung anfangen. Wieviel Zeit bleibt dann wirklich für den Hund und wie lang muß er täglich alleine sein? Es ist keine artgerechte Haltung, wenn der Hund als soziales Lebewesen jeden Werktag um die 10 Stunden (Arbeitszeit + Pausen + Wegezeit) alleine bleiben muß. Könnt und wollt ihr einen Hundesitter finanzieren? Habt ihr andere Möglichkeiten der Betreuung? Haben deine Eltern unterschiedliche Arbeitszeiten, so daß das eine oder andere Familienmitglied später geht oder früher wieder da ist?
    Wenn das nicht im Sinne des Hundes geregelt ist, solltest du den Hund doch lieber an den Züchter zurückgeben.

    Dagmar & Cara

    Eine zentrale Welpenvermittlung heißt keinesfalls, daß der Züchter kein Mitspracherecht hat. Es ist eher der Käufer, von dem eine gewisse Geduld und Flexibilität erwartet wird.
    Der Sinn ist, nur nach Bedarf zu züchten und Überproduktion zu vermeiden. Was etwas Absprache unter allen Beteiligten erfordert, aber den Züchter nicht in seinen Rechten einschänkt.


    " Eurasierzucht ist Hobbyzucht und findet nur dann statt, wenn genügend geeignete Interessenten bei der zentralen Welpenvermittlung der KZG gelistet sind. Um diesem hohen Anspruch gerecht zu werden, vermitteln KZG-Züchter ihre Welpen grundsätzlich über die zentrale Welpenvermittlung mit Sitz in Solingen. Dies bedeutet letztlich, dass es in der Regel zu einer kurzen Wartezeit auf einen Eurasierwelpen kommen kann, welche sich allerdings lohnt.

    Der Eurasierinteressent wendet sich direkt an die Welpenvermittlung oder wird auf Wunsch dorthin vermittelt. Hier wird er entsprechend beraten und erhält umfangreiches Informationsmaterial zugesandt. Es folgt die Einladung, in einer Eurasiervertretung den Eurasier im Familienverbund näher kennenzulernen. Hier wird der Interessent detailliert über den Verein, die Haltungsbedingungen und Ansprüche des typischen Begleit- und Familienhundes informiert.

    Die Bestellung eines KZG Eurasierwelpen erfolgt letztlich bei der zentralen Welpenvermittlung nach Geschlecht und dem etwaigen Zeitraum der Übernahme.

    Farbwünsche finden - wenn möglich - Berücksichtigung.

    Das vorstehende Verfahren gewährleistet eine sichere Vermittlung aller in der KZG erzüchteten Welpen zum bestmöglichen Zeitpunkt an überzeugte, geeignete Eurasier-Liebhaber mit besten Haltungsbedingungen. Dadurch wird eine Rückgabe und Angabe von Eurasiern auf ein minimales Maß beschränkt, sowie mit hoher Wahrscheinlichkeit eine dem Tier gerechte Haltung gewährleistet."

    Dagmar & Cara

    Der große Vorteil ist, dass die Züchter Mitspracherecht bei der Vermittlung der Welpen haben, was bei den VDH- Vereinen wohl nicht so ist.

    Sorry, aber das entspricht nicht der Wahrheit.

    Beim Eurasier würde ich die Finger von Dissidenzvereinen lassen. Denn Eurasier sind derzeit in Mode, da wird viel produziert. Für mich wäre die KZG Eurasier (VDH) die erste Adresse, denn die sind in ihrer Zuchtpolitik in Sachen Gesundheit usw vorbildlich.

    Dagmar & Cara

    Ich hab den Artikel gefunden! :winken:
    Er stand in der SitzPlatzFuß Nr 21 aus dem Jahrgang 2015. "Welcher Hund eignet sich am besten für Tiergestützte Intervention (TGI)" von Karin Freund. Die Autorin hat ihre Abnschlußarbeit zu diesem Thema gemacht und der Artikel ist außerordentlich informativ.
    Man kann die älteren Hefte nachbestellen. Ich hab nicht nachgeschaut, ob er eventuell sogar online zu lesen ist.

    Dagmar & Cara

    Okay, ich hab leider noch keinen Schipperke live gesehen, hätte jetzt gedacht, dass sie zumindest deutlich robuster sind als Chis.


    Ich hätte fast eins gehabt! :smile: Nur aufgrund einer Fehlträchtigkeit der Hündin mußte ich kurzfristig auf eine andere Rasse umdisponieren. Was ich übrigens keinesfalls bereue. :herzen1:
    Schipperke sind schon deutlich stabiler als Chihuahuas. Gewichtsmäßig fangen sie da an, wo Chihuahuas aufhören, eben bei 3 Kilo. Und sie zeigen typischerweise erfreulich wenig Verzwergungsmerkmale und einen stabilen Körperbau. Oft wirken sie auf Fotos viel größer, als sie wirklich sind.
    Aber wenn die TE ihren Schäferhund als wenig körperbewußt schildert, bleiben halt die hier mehrfach erwähnten Risiken, zB bei unvermitteltem Aufspringen des großen Hundes. Und 4 bis 7 Kilos, soviel wiegen die meisten, sind halt auch nicht viel verglichen mit einem Schäferhund.

    Dagmar & Cara