Beiträge von dagmarjung

    Ich wollte als Kind einen Hund. EINEN HUND!!! Leider biß ich mit meinem Wunsch bei meinen Eltern auf Granit. Vielleicht lag es daran, daß ich den zweiten Schritt erst gar nicht getan habe, nämlich eine konkrete Rasse ins Auge zu fassen. Als Kind wäre mir jeder Hund recht gewesen, dem meine Eltern zugestimmt hätten.

    In den Siebzigern hat mich ein Buch sehr geprägt, nämlich "Du armer Hund" von Heiko Gebhardt. Es basierte auf einer Reihe von Reportagen, die im "Stern" erschienen waren. Gebhardt thematisierte unter anderem den Welpenhandel und die Schattenseiten des Hundesports, aber er erzählte auch von seinen eigenen Airedaleterriern und von Sally, seiner Irish Wolfhound Hündin, dem ruhenden Pol inmitten der quicken Terrier. Seither liebe ich die sanften Riesen. Selber haben wollte ich sie eigentlich wegen der geringen Lebenserwartung nicht, aber ein Fan der Rasse bin ich geblieben. Auch der Hovawart stand recht weit oben auf der Hitliste.


    Dagmar & Cara


    Wir hatten ein Probestunde bei einem Trainier, der die Hände über den Kopf zusammengeschlagen hat, weil wir uns mit Lucy (damals ca. 6 Monate) mehr als 30 Minuten am Tag beschäftigt haben.


    Es war übrigens ein Trainer aus einem *guten* Netzwerk - darauf hatte ich ja extra geachtet...

    Ach du Sch:mute:!

    Sowas kann ich absolut nicht nachvollziehen. Beim Züchter spielen und erkunden die Welpen doch auch nicht nach der Uhr. Da gibt es mehrere Aktiv- und Schlafphasen über den Tag verteilt und gesunde Welpen sind selbstverständlich sehr viel länger als 30 Minuten am Tag aktiv.

    Ich lese gerade mal wieder "Wölfisch für Hundehalter" von Bloch/Radinger. 6 Monate wird da als das Alter beschrieben, in dem junge Wölfe alt genug sind, ihre Eltern auf der Jagd zu begleiten. Wetten, daß so ein Jagdausflug auch mal länger als die vom Trainer festgelegten 30 Minuten dauert?:roll:

    Lösung wäre laut Trainer die Box gewesen....

    "Ruhe halten" ist im Moment anscheinend sehr modern und wird von manchen Trainer sehr strikt gesehen.

    Vielleicht passt das auch für manche Hunde - aber für uns wäre es nicht der richtige Weg gewesen.

    Ich kann mir nicht vorstellen, daß das in dem von dir beschriebenem Extrem für irgendeinen Hund eine angemessene Haltung wäre, abgesehen vielleicht von einigen Sonderfällen schwer deprivierter oder traumatisierter Hunde, für die schon der Aufenthalt in einer Wohnung oder die Nähe des Menschen eine Reizüberflutung darstellt. Und selbst da höchstens in der Anfangsphase.

    In meinen Augen ist das ganz klar tierschutzrelevant, sich nur 30 Minuten am Tag mit einem jungen Hund zu beschäftigen und ihn für den Rest der Zeit womöglich noch in eine Box zu sperren.

    Dagmar & Cara

    Die 5-Minuten-Regel wird leider oft mißverstanden. Sie bezieht sich ausdrücklich nicht auf den Aufenthalt im Freien insgesamt, sondern lediglich auf strammes Mitlaufen von A nach B an der Leine. Letzteres erfordert vom Welpen eine hohe Konzentrationsleistung und eine körperliche Kondition, die er noch nicht hat.

    Aber freie Bewegung im Grünen ohne Leine (oder mit einer leichten Schleppleine) also Bummeln, Schnüffeln, Spielen, Buddeln, Pause machen, beobachten, Welt erkunden im eigenen Tempo - all das braucht ein Welpe und zwar nicht nur minutenweise. Wie schon gesagt: einfach mal in den Park, ans Wasser oder in den Wald gehen und sich dort an einer Stelle länger aufhalten ist wunderbar für Welpen.

    Dagmar & Cara

    Gerade bei der 'plötzlich aufgetretenen Artgenossenunverträglichkeit' unterstelle ich halt vielen Hundehaltern, das sie vorher das Verhalten ihrer Hunde nicht richtig sehen.

    Ja, das sehe ich auch öfters. Das dreiste Pubertier, das gerade ausestet, inwieweit es schwächere Hunde einschüchtern und vertreiben kann, ist in Herrchens Augen oft noch ein lieber Welpe, der nur spielen will.

    Dagmar & Cara