Also ich hab das Gefühl dass unser Hund sehr sehr gerne spielt. Gegenseitig "jagen" rumrennen. Aber was ich noch nicht geschrieben hatte: Er ist sehr penetrant. Tatsächlich wollen andere Hunde nicht immer spielen, und er rennt dann die ganze Zeit hinterher
Spiel ist nur dann echtes Spiel, wenn beide Partner dabei Spaß haben. Wenn einer den anderen permanent jagt, bedrängt, nervt, ist es kein Spiel mehr, sondern Mobbing.
Dein Hund hätte ja auch die Möglichkeit, den anderen auf nette Weise zum Spiel einzuladen, indem er sich selbst als Jagdobjekt anbietet. Spielverbeugung, weglaufen, Bögen rennen. Das tut er nach deiner Schilderung aber nicht. Bedrängen und berammeln ist kein Spiel.
warum er wirklich aufreitet. Stress, Dominanz, Sexuell.
Sexuell: Du läßt ihn ja bestimmt nicht mit läufigen Hündinnen spielen. Daher fällt Sex als Hauptmotivation weg.
Aufregung und Anspannung jeglicher Art läßt Rüden im pubertären Alter schnell in sexuelles Verhalten kippen, aber das ist etwas anderes.
Dominanz: ein wirklich dominanter Hund ist ein gelassener, souveränder Hund, dem andere gerne folgen.
Ein provokanter, rammelnder Jungrüde ist das genaue Gegenteil eines dominanten Hundes. Es ist einfach ein Teenager, der sich aufbrezelt, aber eigentlich gar nicht weiß, wohin mit sich.
Stress ist typischerweise die Ursache für dieses Verhalten bei Jungrüden. Artgenossen sind super interessant, aber eben nicht mehr einfach Spielkameraden so wie früher. Rüden werden jetzt zu potentiellen Konkurrenten. Vor Hündinnen muß man sich groß aufspielen und mit beiden ist man eigentlich noch überfordert. Daher der Konflikt und daraus resultierend Überforderung und Stress.
Weitergehen ist immer weitaus besser als stehenbleiben. Kontakte reduzieren und sorgfältig auswählen hilft in dieser Phase auch viel. Keine Sorge, es ist nur eine Phase: Der Hormonspiegel geht auch wieder auf normales Maß runter, der Hund wird reifer und dann sind auch wieder entspanntere Hundekontakte möglich.
Man muß sich aber von der Vorstellung lösen, daß erwachsene Hunde noch mit Artgenossen spielen wollen, wenige gute Freunde mal ausgenommen.
Ein anderer Gedanke: 14 Monate sind auch eine gute Zeit, um mit Hundesport oder anderer Auslastung anzufangen. Da kommt der Hund auf andere Gedanken, wird geistig gefordert, und Hund und Mensch wachsen noch mehr zum Team zusammen. Der Hund lernt unter anderem, daß auch die Zusammenarbeit mit dem Menschen Spaß macht, nicht nur die Party mit Artgenossen.
Macht ihr sowas?
Dagmar & Cara