Beiträge von dagmarjung

    Sorry, viele werden mich dafür jetzt lünchen, aber ich bin der Meinung, dass sich der Hund in das Rudel einfügen muss.

    Kein Wolf im Rudel wird einem Rudelmitglied vorschreiben, an welcher Stelle genau es kacken soll. Daher wird dir dieser Ansatz bei deinem Problem nicht weiterhelfen.

    Stubenreinheit und Löseverhalten beruhen nämlich auf Prägung und Gewöhnung. Nicht auf Autorität und Respekt.

    Was für Bodenuntergrund ist denn auf dem vorgesehenen Löseplatz? Unterscheidet sich der vom Rest des Gartens?

    Dagmar & Cara

    Mir ist klar, dass hier erwartet wird, ein gesunder Hund muss 10 Kilometer am Rad traben können. Auch das sehe ich anders, denn der Mops wurde für einen völlig anderen Zweck gezüchtet.

    Das wird nicht nur erwartet, ein gesunder Hund in seinen besten Jahren kann das. Kann er es nicht, sind berechtigte Zweifel an seiner Gesundheit angebracht, ganz unabhängig vom Zuchtziel.

    ber die von dir genannten 5km gibt es ja als "Ausdauerprüfung" für die ganz Kleinen.

    Nein, sogar die ganz Kleinen laufen ohne Probleme 10 Kilometer am Rad. Im PSK zB die Zwergpinscher und Zwergschnauzer. Das ist für einen gesunden Zwerghund locker zu machen. Und da handelt es sich keineswegs um eine Hochleistungsprüfung, für die die Hunde langwierig trainiert werden müssen, sondern um das Abfragen der normalen Fitness. Einen gut gehaltenen Hund, der sein arttypisches Bewegungsbedürfnis ausleben kann und natürlich ans Radfahren gewöhnt sein muß, bringt das keineswegs an die Leistungsgrenze.

    Bei der Ausdauerprüfung, die ich mit Cara beim PSK abgelegt habe, liefen übrigens alle Größen gemeinsam. Dh die Zwerpinscher im selben Tempo wie die Riesenschnauzer, nur daß die Zwerge erst bei der halben Strecke dazustießen. So ist es auch in der Prüfungsordnung vorgesehen, die unabhängig von der Größe ein Lauftempo von 10 -15 Kmh vorsieht. Verschieden sind nur die Distanzen: die Großen laufen 20 Km, die Mittleren 15, die Zwerge 10 Km.

    Anschließend müssen alle im Rahmen einer kleinen Unterordnungsprüfung beweisen, daß sie körperlich und mental noch fit sind.

    Das war auch für keinen Hund ein Problem

    Info von einer Züchterin: Das stimmt so nicht, Kaiserschnitte machen bei einer verantwortungsvollen Zuchtauswahl nur ca. 50% der Geburten aus.

    Fun Fact: Diese Problematik ist nun auch schon seit über 40 Jahren bekannt - schon in dem Buch "Du armer Hund" von Heiko Gebhardt von 1978!!! - war das Thema. (Eines von vielen brisanten Themen rund um den Hund, darunter besonders der Welpenhandel.)

    Aber natürlich kein Grund, da mal nachhaltig was zu ändern seitens der Züchter...

    Dagmar & Cara

    Also ich hab das Gefühl dass unser Hund sehr sehr gerne spielt. Gegenseitig "jagen" rumrennen. Aber was ich noch nicht geschrieben hatte: Er ist sehr penetrant. Tatsächlich wollen andere Hunde nicht immer spielen, und er rennt dann die ganze Zeit hinterher

    Spiel ist nur dann echtes Spiel, wenn beide Partner dabei Spaß haben. Wenn einer den anderen permanent jagt, bedrängt, nervt, ist es kein Spiel mehr, sondern Mobbing.

    Dein Hund hätte ja auch die Möglichkeit, den anderen auf nette Weise zum Spiel einzuladen, indem er sich selbst als Jagdobjekt anbietet. Spielverbeugung, weglaufen, Bögen rennen. Das tut er nach deiner Schilderung aber nicht. Bedrängen und berammeln ist kein Spiel.

    warum er wirklich aufreitet. Stress, Dominanz, Sexuell.

    Sexuell: Du läßt ihn ja bestimmt nicht mit läufigen Hündinnen spielen. Daher fällt Sex als Hauptmotivation weg.

    Aufregung und Anspannung jeglicher Art läßt Rüden im pubertären Alter schnell in sexuelles Verhalten kippen, aber das ist etwas anderes.

    Dominanz: ein wirklich dominanter Hund ist ein gelassener, souveränder Hund, dem andere gerne folgen.

    Ein provokanter, rammelnder Jungrüde ist das genaue Gegenteil eines dominanten Hundes. Es ist einfach ein Teenager, der sich aufbrezelt, aber eigentlich gar nicht weiß, wohin mit sich.

    Stress ist typischerweise die Ursache für dieses Verhalten bei Jungrüden. Artgenossen sind super interessant, aber eben nicht mehr einfach Spielkameraden so wie früher. Rüden werden jetzt zu potentiellen Konkurrenten. Vor Hündinnen muß man sich groß aufspielen und mit beiden ist man eigentlich noch überfordert. Daher der Konflikt und daraus resultierend Überforderung und Stress.

    Weitergehen ist immer weitaus besser als stehenbleiben. Kontakte reduzieren und sorgfältig auswählen hilft in dieser Phase auch viel. Keine Sorge, es ist nur eine Phase: Der Hormonspiegel geht auch wieder auf normales Maß runter, der Hund wird reifer und dann sind auch wieder entspanntere Hundekontakte möglich.

    Man muß sich aber von der Vorstellung lösen, daß erwachsene Hunde noch mit Artgenossen spielen wollen, wenige gute Freunde mal ausgenommen.

    Ein anderer Gedanke: 14 Monate sind auch eine gute Zeit, um mit Hundesport oder anderer Auslastung anzufangen. Da kommt der Hund auf andere Gedanken, wird geistig gefordert, und Hund und Mensch wachsen noch mehr zum Team zusammen. Der Hund lernt unter anderem, daß auch die Zusammenarbeit mit dem Menschen Spaß macht, nicht nur die Party mit Artgenossen.

    Macht ihr sowas?

    Dagmar & Cara

    Euer Hund ist in der Pubertät. Er ist dabei, sich selbst und seinen Umgang mit anderen neu zu sortieren. Typischerweise verliert sich in diesem Alter die jugendliche Kontaktfreude. Artgenossenkontakt ist dann nicht mehr gleichbedeutend mit Spielkontakt. Der Hund weiß aber oft noch nicht, was er statt dessen tun oder lassen soll. Das ist also eine Phase der Unsicherheit. Der Hund ist in einem Konflikt. Da gleichzeitig altersbedingt die Hormone überschießen, liegt es für einen pubertierenden Rüden nahe, sich auf Sexualverhalten zu verlegen. Das verschafft einfach schnell ein gutes Gefühl. Es ist aber weder angebracht noch eine Lösung, denn es ist gegenüber anderen Hunden grob unhöflich. Einige leiden dann still, weil sie sich nicht gut wehren können, von anderen kann sich der Jungspund aber ganz schnell eine blutige Nase holen.

    Also bitte nix mit "das machen die unter sich aus". Hier ist wirklich die Leitung des Menschen gefragt. Bitte schon den Ansatz abbrechen, wenn der Hund sich gerade erst in Stellung bringt oder schon so guckt, als wollte er. Außerdem solltet ihr überdenken, wieviele Hundekontakte euer Rüde wirklich braucht. Vielen Rüden tut es in dieser Zeit sehr gut, wenn man die Kontakte stark beschränkt, weil sie dadurch überfordert sind. Stichwort: Stressrammeln.

    Begegnungen, die in Rammelei ausarten, würde ich ganz schnell beenden und weitergehen. Der Hund zeigt ja dadurch klar an, daß er überfordert ist. Es darf gar nicht dazu kommen, daß er 10 mal aufspringt und jedesmal runtergepflückt wird. Das ist unzumutbar für alle Beteiligten.

    Dagmar & Cara

    Durch sie bin ich auf jeden Fall mittlerweile der Auffassung, dass man alles irgendwie hinbekommt, wenn man es denn möchte

    Ein Blick in diverse "Rasse XY in Not" Seiten zeigt deutlich, daß dem nicht so ist. Ja, man kann Glück haben. Man kann auch im Lotto gewinnen. Aber viele Menschen scheitern an typischen Rasseeigenschaften, die sich eben nicht wegerziehen lassen. Weil Halter sich eigentlich einen netten Begleit - und Familienhund wünschen, aber eine Rasse (oder Mischling) auswählen, die ursprünglich für ganz andere Zwecke gezüchtet wurde. Wenn man die Beschreibungen auf den Vermittlungsseiten durchliest, stößt man immer wieder auf dieselben Abgabegründe - natürlich unterschiedlich je nach Rasse.

    Überraschung! - Der Hütehund hütet! - mangels Schafherde kontrolliert und zwickt er die Kinder. Überraschung! - Der Wachhund stellt nicht nur Einbrecher, sondern auch Postboten, Handwerker, Freunde und Besuchskinder an die Wand. Überraschung! - der Akita Inu möchte mit dem Erwachsenwerden sein Revier ganz für sich alleine haben und andere Hunde, die ihm zu nahe kommen, am liebsten final entsorgen. Die Halterin dagegen wünscht sich nichts mehr, als weiterhin auf die Hundewiese zu gehen und all ihre Gassifreundschaften zu pflegen.

    Schaue ich nach Pudeln im Tierschutz, finden sich da - wenn überhaupt - Hunde, deren Halter verstorben sind oder sich krankheitshalber nicht mehr kümmern können. Dazu leider auch einige ausgediente Vermehrer-Zuchthunde. Was sich aber nicht findet, sind Pudel, die spätestens mit dem Erwachsenwerden ihren Haltern über den Kopf wachsen, weil sie dann ihre Rasseeigenschaften auspacken wie Jagen, territoriale Agressivität, Hüteverhalten, Unverträglichkeit mit Hunden und/oder Menschen. Bei vielen Rassen ist das nämlich der Fall, wenn sie angeschafft wurden, weil sie so intelligent/cool/ beeindruckend/schön sind und man meinte, mit gutem Willen kriegt man das schon hin.

    Ich persönlich möchte mit meinem Hund Spaß und ein schönes Leben ohne viel Stress haben. Und ich möchte, daß mein Hund in meinem Lebensumfeld glücklich sein kann. Deshalb habe ich eine Rasse ausgewählt, die gut dazu passt. In meinen Augen sind Begleithunde auch Gebrauchshunde für einen bestimmten Zweck. Sie sollen anpassungsfähig sein, ein gutes Nervenkostüm haben, dabei aufmerksam und gut gelaunt, gerne mit dem Menschen kooperieren, veträglich mit Menschen und Hunden. Das ist schon eine ganze Menge.

    Dagmar & Cara

    Mir ist bewusst, dass der Hund eigentlich 10 mal am Tag raus müsste, aber das ist echt schwer machbar.

    Dann verabschiede dich von dem Ziel, daß dein Hund in absehbarer Zeit (oder sogar überhaupt) stubenrein wird.

    Er müßte nicht 10 mal am Tag raus, sondern er muß 10 mal am Tag oder öfter raus. Wenn du ihm Pinkelmatten reinlegst und selten raus gehst, bringst du ihm bei, die Wohnung dauerhaft als Löseort zu etablieren. Das festigt sich im Hundehirn.

    Umgekehrt, je öfter du rausgehst, umso selbstverständlicher wird dem Hund das Pinkeln draußen.

    Der Hund lernt nicht durch "eigentlich", der Hund lernt nur durchs richtig machen.

    Dagmar & Cara

    PS: ich wohne im 2. Stock und bin auch ein dutzend mal am Tag runter, als Cara klein war. Gehört halt dazu, wenn man einen Welpen hat.