Meiner Meinung nach ist ein ganz entscheidender Teil des Problems, dass der HH seltenst vorher auftaucht, sich wirklich ein Bild macht, sich beraten lässt, auch beratungsfähig! ist und nicht trotzdem losfährt und den Border Collie abholt, weil zweimal in der Woche Joggen ja schon sportlich ist und BCs ja auch sehr gelehrig und lieb (beliebige Rasse einfügen).
Ich kenne Hundetrainerinnen, die kostenlose(!) ausführliche Beratung vor dem Kauf anbieten. Wird aber absolut nicht nachgefragt. Dafür wird dann nach dem Kauf die zehnjährige Tochter mit dem Australian Shepherd in den Kurs geschickt, "denn es ist ja ihr Hund, den soll sie auch selbst erziehen".
Kostenlos ist die Beratung deshalb, weil diese engagierte Hundetrainerinnen sich zutiefst wünschen, so manche Katastrophe schon im Ansatz zu verhindern.
Gibt es seit der Durchsetzung der "gewaltfreien Erziehung" mittels "öffentlicher Überwachung" prozentual mehr oder weniger Problemhunde?
Es gibt statistisch soweit ich weiß insgesamt mehr Hunde. Also auch mehr problematische Hunde.
Welche Möglichkeiten gab es vor einigen Jahrzehnten für bissige, unerwünscht gewordene Hunde? - Der eigene Zwinger oder die Hütte mit Kette im Garten. Es gab auch noch viel mehr Bedarf als heute an Wach- und Hofhunden (Zwinger/Kette), so daß man einen Hund dorthin weggeben konnte. Da waren "böse" Hunde durchaus erwünscht. Einschläfern (städtisch) oder heimlich im Wald erschießen (ländlich) als dritte und letzte Möglichkeit.
In all diesen Fällen traten diese Hunde dann nicht mehr öffentlich in Erscheinung und stellten also kein Problem mehr dar. Ausnahme waren die nicht ganz seltenen Fälle, in denen Zwingerhunde ausbrachen und Menschen anfielen.
Der Zeitgeist hat sich seither sehr gewandelt. Resozialisierung für gefährliche Hunde stand früher gar nicht zur Debatte. Daß ein Hund, der Menschen ins Krankenhaus gebissen hat, trotzdem Anspruch auf Liebe und ein gutes Plätzchen hat, und man auf der Suche danach halb Deutschland durchkämmt, wäre undenkbar gewesen.
Dagmar & Cara