Beiträge von dagmarjung

    Genau das, was deine hiesigen Kolleginnen mir auch vor 10 Jahren schon erzählten.

    Ich habe sie damals gefragt, wie sie es sich leisten könnten, ihre Zeit unbezahlt für einen solchen Service einzusetzen und die Antwort war: Das wird leider selten oder nie nachgefragt. Die Leute kommen nie vor dem Kauf, immer erst hinterher, wenn die Probleme sich zeigen, die sich durch eine durchdachtere Wahl leicht hätten vermeiden lassen.

    Dagmar & Cara

    Meiner Meinung nach ist ein ganz entscheidender Teil des Problems, dass der HH seltenst vorher auftaucht, sich wirklich ein Bild macht, sich beraten lässt, auch beratungsfähig! ist und nicht trotzdem losfährt und den Border Collie abholt, weil zweimal in der Woche Joggen ja schon sportlich ist und BCs ja auch sehr gelehrig und lieb (beliebige Rasse einfügen).

    Ich kenne Hundetrainerinnen, die kostenlose(!) ausführliche Beratung vor dem Kauf anbieten. Wird aber absolut nicht nachgefragt. Dafür wird dann nach dem Kauf die zehnjährige Tochter mit dem Australian Shepherd in den Kurs geschickt, "denn es ist ja ihr Hund, den soll sie auch selbst erziehen".

    Kostenlos ist die Beratung deshalb, weil diese engagierte Hundetrainerinnen sich zutiefst wünschen, so manche Katastrophe schon im Ansatz zu verhindern.

    Gibt es seit der Durchsetzung der "gewaltfreien Erziehung" mittels "öffentlicher Überwachung" prozentual mehr oder weniger Problemhunde?

    Es gibt statistisch soweit ich weiß insgesamt mehr Hunde. Also auch mehr problematische Hunde.

    Welche Möglichkeiten gab es vor einigen Jahrzehnten für bissige, unerwünscht gewordene Hunde? - Der eigene Zwinger oder die Hütte mit Kette im Garten. Es gab auch noch viel mehr Bedarf als heute an Wach- und Hofhunden (Zwinger/Kette), so daß man einen Hund dorthin weggeben konnte. Da waren "böse" Hunde durchaus erwünscht. Einschläfern (städtisch) oder heimlich im Wald erschießen (ländlich) als dritte und letzte Möglichkeit.

    In all diesen Fällen traten diese Hunde dann nicht mehr öffentlich in Erscheinung und stellten also kein Problem mehr dar. Ausnahme waren die nicht ganz seltenen Fälle, in denen Zwingerhunde ausbrachen und Menschen anfielen.

    Der Zeitgeist hat sich seither sehr gewandelt. Resozialisierung für gefährliche Hunde stand früher gar nicht zur Debatte. Daß ein Hund, der Menschen ins Krankenhaus gebissen hat, trotzdem Anspruch auf Liebe und ein gutes Plätzchen hat, und man auf der Suche danach halb Deutschland durchkämmt, wäre undenkbar gewesen.

    Dagmar & Cara

    Es lohnt sich immer, die Rassen und Schläge des Ursprungslandes anzuschauen. Ich kenne mich nicht so aus mit den Verhältnissen in Kroatien, aber ich vermute, daß es dort auch noch echte rasselose Hunde gibt, deren Vorfahren allenfalls lokalen Typen, nicht aber einer bestimten Rasse zuzuordnen sind. Darüber hinaus natürlich das, was an Rassen und Arbeitsschlägen im Lande so gängig und üblich ist: verschiedene Jagdhunde, Hofhunde, eventuell Hütehunde und Herdenschutzhunde. Oder was im städtischen Umfeld an Begleithunderassen zur Zeit in Mode ist.

    Manchmal gewinnt man dadurch schon ein klareres Bild. So mancher Mischling aus dem Ausland konnte schon als reinrassiger Hund einer lokalen Arbeitsrasse identifiziert werden.

    Die üblichen Gentests beziehen sich auf Mischlinge aus anerkannten Rassen, meist aus USA und Mitteleuropa. Bei einem in Deutschland geborenen Mix ist die Wahrscheinlichkeit tatsächlich groß, daß er aus einer solchen Verbindung stammt.

    Bei Mischlingen aus Osteuropa oder anderen Ländern kommen aber bisweilen bizarre Ergebnisse heraus, bei denen sich reihenweise seltene, im Land ganz unübliche Rassehunde gesucht und gefunden haben müßten.

    Dagmar & Cara

    Die Praktische muss nach einem Jahr gemacht werden und ich hoffe und denke, dass die Hündin das in einem Jahr schafft. Wenn nicht, mache ich sie mit Bo, dem Rüden meiner Ma.

    Die etwas seltsame Regel beruht darauf, daß nicht der Hund geprüft werden soll, sondern der Mensch. Inwieweit die Hundeführerin sich verantwortungsvoll mit dem Hund in der Öffentlichkeit bewegt. Es ist also keine Gehorsamsprüfung des Hundes, und es bringt auch eigentlich nichts, wenn man sich dafür statt des eigenen pubertären Rüpels den gelassenen alten Nachbarshund ausleiht. Wenn du das Verhalten des vielleicht noch nicht so braven Hundes richtig einschätzen kannst und ihn vorausschauend führst, bestehst du die Prüfung genauso wie mit einem top gehorsamen Hund.

    Ich persönlich zweifle etwas an dem Sinn, wenn ich an Leute denke, die ihrem großen und starken Hund weder mental noch kräftemäßig gewachsen sind und sich an Zäunen usw festhalten müssen, sobald dieser ausrastet. Dank Omas liebem Püdelchen könnten sie die praktische Prüfung bestehen, obwohl sie ihren eigenen Hund nicht sicher führen können.

    Andererseits ist es gut für ängstliche Hunde aus dem Tierschutz, die nicht in Prüfungssituationen gebracht werden müssen, denen sie nicht gewachsen sind.

    Dagmar & Cara

    Wie finden sich die heimlichen Liebespärchen denn zusammen? Wie kommt es überhaupt, daß bei dir "gelegentlich Bullen unterwegs" sind?

    Da wo ich wohne, im langweilig flachen Niedersachsen, sind immer Zäune..

    - und ja, Bilder bitte! :nicken:

    Dagmar & Cara

    Gekrault werden findet er nicht so prima und erduldet es nur ohne zu genießen, dabei senkt er oftmals den Kopf oder leckt sich beschwichtigend mehrfach mit der Zunge über die Schnute.

    Da du klar erkennst, daß Taco das Kraulen nicht mag (finde ich prima, nicht alle sind so aufmerksam) - zieh bitte die Konsequenz und lass es auch sein. Er fühlt sich bedrängt, das solltest du respektieren. Umso eher wird er dir vertrauen und dann, wenn er soweit ist, auch von selbst zu dir kommen und um mehr Kontakt bitten. Dann kannst du ihn vorsichtig streicheln.

    Wir quatschen ihn nicht groß voll, schaffen daheim ausreichend Ruhemöglichkeiten für ihn und lassen ihm seinen Freiraum.

    Das finde ich gut! :smile:

    Ich übe Kommandos mit ihm, kraul ihm zur Belobigung die Brust damit er selbstbewusster wird

    Das ist zu früh und wenn Kraulen für ihn derzeit noch gar keine Belohnung ist, bringt es auch wenig. Ihr habt noch viel Zeit für Kommandotraining. Vertrauen schaffen ist erst mal wichtiger. Den Hund nicht zu bedrängen, sondern von selbst kommen zu lassen ist eine gute Basis dafür.

    Dagmar & Cara

    Das Vibrationshalsband dient vorrangig dazu, den Hund aufmerksam zu machen, damit er sich nach dir umschaut, und dann kannst du Sichtzeichen geben. So jedenfalls hat es mir die Rettungshundeführerin damals erklärt.

    Dagmar & Cara