Es gibt schon einige Mittel, um züchterisch etwas für eine höhere Lebenserwartung zu tun. Genetische Vielfalt fördern, indem man möglichst viele Rüden in die Zucht bringt. Verwandtschaftszucht vermeiden. Deckbeschränkung pro Rüde, keine Popular Sires. Darüber nachdenken, welche zuchtauschließenden Fehler wirklich wesentlich die Vitalität beeinflussen und welche nicht, und daraus die Konsequenzen ziehen. Eine Altersstatistik mit Todesdaten möglichst aller im Verein gezüchteter Hunde Hunde (nicht nur Zuchthunde) anlegen, damit man überhaupt auswertbare Zahlen hat. Ältere, nachweislich fitte Rüden bevorzugen und gegebenenfalls Altersbeschränkungen für Deckrüden lockern.
Je nach Zuchtverein werden solche von Genetikern empfohlenen Mittel auch erfolgreich angewandt. Aber oft siegt die Trägheit, weil die Züchter sich nicht reinreden lassen wollen.
Ob man eine geringe Lebenserwartung nun Qualzucht nennen will oder nicht, sei mal dahingestellt. Hochproblematisch ist sie auf jeden Fall. Vom Hund aus gesehen könnte man wie folgt argumentieren: Ein Hund, der mit 8 Jahren altersbedingt stirbt, hat die ersten einschränkenden Alterserscheinungen dementsprechend schon mit 6, höchtens 7 Jahren. Er verbringt also einen viel gößeren Teil seines Lebens mit altersbedingten Krankheiten und Einschränkungen als ein Hund mit einer höheren Lebenserwartung.
Ein gesunder Hund, der nur 10 Jahre alt wird, ist immer noch besser, als ein kranker Hund, der 15 Jahre wird.
Das kommt so in der Praxis kaum vor. Normalerweise ist ein Hund, der die 16 erreicht, mit 10 noch sehr fit. Das eben ermöglicht es ihm ja, das hohe Alter zu erreichen.
Dagmar & Cara