Beiträge von dagmarjung

    Ein Welpe ist wie ein weiteres Kind, nur mit ganz anderen Ansprüchen, die sich mit denen der Kinder oft nicht decken. Er verlangt ganz oft deine ganze Aufmerksamkeit und zwar JETZT, sei es, wenn es wenn er sich spontan zum Pinkeln hinhockt oder Kabel anknabbern will.

    Zu ganz vielen, um nicht zu sagen den allermeisten Kinderaktivitäten, angefangen mit Spielplätzen, kannst oder darfst du einen Hund nicht mitnehmen, Alleinebleiben kann der Welpe aber auch noch nicht.

    Ich glaube, grade diesen letzteren Punkt unterschätzt man oft. Du kommst zB mit den Kindern vom Schwimmbad, und dann wartet zuhause auch noch der Hund auf seinen Spaziergang, denn der hatte noch nichts vom Tag...

    Welche Eigenschaften genau erhoffst du dir vom Goldendoodle bzw Labradoodle, die die Ausgangsrassen nicht haben? Denn Pudel und Retriever für sich genommen sind ja überaus bewährte Familienhunde. Warum also nicht eine von diesen Rassen?

    Ich frage deshalb, weil ich beobachte, daß Doodlezüchter ihre Hunde immer als wahre Wunderhunde darstellen. Die sind angeblich alle geborene Therapiehunde, quasi selbsterziehend und irgendwie treffen im Mischling immer nur die aus menschlicher Sicht besten Eigenschaften zusammen.

    Das sind aber Werbesprüche, denen man mit der nötigen Skepsis begegnen sollte.

    Dagmar & Cara

    Nach dem Eindruck, den ich aus deiner Schilderung gewinne, paßt es hier wirklich nicht. Wir alle im Forum lieben Hunde und für uns ist ein Hund nichts, was man je nach Laune anschafft und wieder weggibt. Das wünschen wir keinem Hund. Aber hier klingeln bei vielen die Alarmglocken.

    Die Gefahr der Eskalation ist hier - nach deiner Beschreibung - gegeben. Das Bild, das sich mir aufdrängt, ist dies: Der Hund hat sich dir und nur dir angeschlossen und ist der Meinung, daß der Rest der Gruppe überflüssig ist und auf die Dauer vertrieben werden muß.

    So etwas kann durchaus zum normalen Verhalten in einem Rudel oder einer Canidengruppe gehören, daß Gruppenmitglieder ausgeschlossen werden. Typischerweise trifft es zunächst das schwächste Individuum am stärksten, in diesem Fall den Siebenjährigen. Hunde und andere Caniden sind hochsoziale Wesen, das heißt, daß ihnen eine große Bandbreite an sozialen Handlungsmöglichkeiten zur Verfügung steht, darunter auch agressive. Es bedeutet jedoch nicht, daß in einer Gruppe immer nur eitel Sonnenschein herrscht.

    Der Blick zu dir, wenn er die Kinder mobbt, könnte nach dieser Lesart bedeuten, daß er von dir erwartet, mit ihm gemeinsam gegen die Kinder vorzugehen.

    Der Hund mit seinen 6 Monaten wird nun von Monat zu Monat stärker, ernsthafter und reifer und verliert allmählich das kindlich- spielerische. Dazu kommt, daß seine bisherigen Versuche, deine Familienmitglieder zu vertreiben, zwar kurzfristig Eindruck machen, aber noch keinen endgültigen Erfolg hatten. Die logische Konsequenz für ihn wäre, seine Bemühungen zu verstärken- wer nicht hören will, muß fühlen. Bis zum ernsthaften Biß ist es dann nur noch ein ganz kleiner Schritt.

    Ich bin erleichtert, daß du die Situation jetzt so ernst nimmst, wie sie es verdient und auch die Konsequenzen ziehst. Mir ist auch klar, daß es für dich sehr schwer ist, bist du doch mit ganz anderen Vorstellungen an die Hundehaltung herangegangen - wer wäre das nicht?

    Zu Hundehaltung bei euch allgemein - ein Hund wie mein Pudel (ganz schlicht als Welpe vom Züchter) würde sich in eurer Familie sauwohl fühlen. Vielleicht wohler als bei mir, ich bin ja "nur" Single und kann ihr keine mehrköpfige Familie bieten. Spaß mit den Kindern, Erziehung und Hundesport mit dir, Jogging mit deinem Mann - oder umgekehrt - das wäre ganz ihr Ding. Schon ihre Züchterin meinte damals, ihre Pudel seien keine Einpersonenhunde, sondern fänden zu jedem in der Familie ihre eigene Beziehung.

    Also es gibt schon passende Hunde für euch und die sind gar nicht selten. Ich kenne so einige, und aus verschiedensten Rassen. Aber Hunde sind eben auch Individuen.

    Ob Popcorn in diesem Sinne noch "euer" Hund werden kann, das solltet ihr ergebnissoffen mit einem guten Hundetrainer besprechen.

    Dagmar & Cara

    Popcorn kommt dann angerannt, springt aufs Sofa, auf die Kinder rauf und zwickt sie.

    Du schreibst. Popcorn sei "nicht agressiv". Agressives Verhalten beginnt aber nicht erst beim blutigen Biss, sondern schon lange vorher. Fixieren, drauflosstürmen, wegdrängen und auch der unblutige Einsatz der Zähne ist Agression. Draufspringen und zwicken - klar ist das agressiv.

    Was mir auffällt, und das meine ich keineswegs als Schuldzuweisung: deine Reaktion kommt meist zu spät. Du handelst erst, wenn der Hund das Kind bereits verscheucht oder gezwickt hat und das Kind ausweicht und weint. Damit hatte die Handlung des Hundes aber unmittelbar Erfolg. Egal was du danach noch tust, ob du anschließend bestrafst oder nicht, dieser Erfolg wird im Hundehirn abgespeichert.

    Um den Hund von seinem Tun abzubringen, müßtest du ihn schon im Ansatz energisch stoppen, wenn er gerade erst daran denkt, aufs Sofa zu springen. Da du nicht Superwoman bist und jederzeit blitzartig überall sein kannst, sehe ich hier auch keine andere Möglichkeit, als den Hund unter ständiger Leinenkontrolle zu haben: entweder direkt bei dir oder angebunden an seinem Platz. Das ist natürlich keine Erziehung, sondern Management. Denn deine Kinder haben das Recht, sich in eurem Haus unbehelligt frei zu bewegen.

    Was für Barrieren hattet ihr denn aufgestellt? Improvisiert oder Kindergitter?

    Dagmar & Cara

    Muss ich mal aufs WC schicke ich die Kinder ins Zimmer,

    Ich erwische mich nun immer wieder dabei meinen Kindern jegliches normale Kinderverhalten in der Gegenwart meines Hundes zu verbieten, damit ja keine unangenehme Situation entsteht.

    Du vermittelst damit deinem Hund folgendes Bild: Ihr beide zusammen vertreibt die Störenfriede. Der Hund darf bleiben, die Kinder müssen gehen bzw sich zurücknehmen. Ihr beide gemeinsam gegen den Rest der Welt...

    Es ist nicht ungewöhnlich, daß ein Hund aus dem Tierschutz sich erstmal ganz an eine einzige Person hält und die anderen in der Familie ablehnt. Das kann sich auch so äußern, daß er nicht einfach scheu ausweicht, sondern seine Bezugsperson aktiv für sich in Beschlag nimmt und gegen die anderen abgrenzt. Gerade wenn er die anderen als schwächer einschätzt.

    Du bist den ganzen Tag mit dem Hund zusammen, fütterst ihn nun auch noch aus der Hand und machst dich damit als Ressource noch wichtiger. Dein Hund könnte schon den Eindruck gewinnen, daß er bei dir absolut im Mittelpunkt steht. Wie sieht es denn mit dem Alleinbleibetraining aus? Hast du da schon was angefangen oder noch zurückgestellt?

    Ihr müßt da sicher an verschiedenen Schrauben drehen im Tagesablauf und Umgang, Stress raus, Ruhe rein usw. Aber unabhängig von der genauen Ursache des Verhaltens sollte der Hund nicht den Eindruck gewinnen, daß du ihn dabei unterstützt, die störenden Kinder aus dem Verband zu entfernen.

    Handfütterung ist eine zwiespältige Sache. Durch reine Handfütterung (also die gesamte Tagesration aus der Hand) kann man natürlich die eigene Wichtigkeit erhöhen, denn der Hund ist vom Futter abhängig. Sie fördert aber nicht die eigentliche Bindung. Bindung bedeutet Vetrauen, Freundschaft, Verläßlichkeit des anderen. Eine gute Bindung erfordert vor allem Zeit, um zu wachsen. Diesen Prozess kann man nicht mit Futter beschleunigen.

    Welpen und Jungcaniden im Freileben werden von ihren Eltern mit Futter versorgt, ohne eine Leistung dafür erbringen zu müssen. Daher erhöht die reine Handfütterung den Gesamtstress, unter dem ein Tierschutzhund in der neuen Umgebung sowieso schon steht, wenn er sich sein Futter auf die eine oder andere Art verdienen muß, für die er im Grunde noch nicht bereit ist. ZB indem er sich Personen annähern muß, die er sonst eigentlich meiden würde.

    Das heißt nicht, daß man grundsätzlich keine Leckerchen zur Belohnung benutzen soll, aber die Grundversorgung soll der Hund aus dem Napf bekommen, ohne Leistung.

    Dagmar & Cara

    Sie meinte, dass ein gesunder Hund, bzw. dessen Immunsystem mit Würmer umgehen kann.

    Damit ungehen können heißt nicht, daß er die Würmer von selbst loswird, sondern daß sein Befinden gut ist. Er gibt aber kontinuierlich Wurmeier an seine Umgebung ab und gefährdet damit andere Hunde (ZB Welpen, kranke und alte Hunde und natürlich die Menschen in seiner Nähe, darunter auch wieder Alte, Kranke und Kinder.

    Das ist der Grund, weshalb man Hunde mehrmals im Jahr auf Wurmbefall kontrollieren/entwurmen soll.

    Dagmar & Cara

    wir hatten eventuell vor wieder BH mit dem Hund zu machen und später Agility. Jedoch ist es fast wahrscheinlich nicht möglich mit kleinkind. Darum wollte ich dann auch einen Hund dem es Psychisch auch gut geht wenn er am mittag auch mal nur 1.5 stunden Laufen mag und vielleicht noch etwas Dummy training oder cklickertraining machen kann.

    Ich sehe gerade, ich hatte deinen zweiten Beitrag überlesen. Da klärt sich ja einiges. :smile:

    Leider kommt der Pudel nicht in Frage da mein Mann halt Mitsprache Recht hat.

    Tja, Pudel und Männer... (Pudel? Nur über meine Leiche! Pudel sind Omahunde und überhaupt, die Leute würden denken ich stehe unter dem Pantoffel meiner Frau oder bin schwul. Never ever!) :roll:

    Dagmar & Cara

    Ich lese aus deinem Eingangsbeitrag, daß du das Leben mit Hund vermißt, aber in deiner veränderten Familiensituation große Bedenken hast, wieviel Aufmerksamkeit und Zeit du wirklich im Alltag aufbringen kannst. Du schilderst was der Hund alles nicht mitbringen soll, woran er sich anpassen und worauf er gegebenenfalls verzichten soll, aber in der Beschreibung fehlt das Positive: Was du ihm bieten kannst und was du mit ihm zusammen unternehmen willst, mal abgesehen vom Mitnehmen am Kinderwagen. Auf diesen Unterton beziehen sich auch einige der bisherigen Antworten, die dir von der Hundehaltung -zumindest vorerst - ganz abraten.

    Weil wir mitlerweile eine Familie sind mit einem kleinen Kind und dadurch nicht mehr die Kapazität haben einem Anspruchsvollen Hund gerecht zu werden.

    Preisfrage: Anspruchsvoll in welcher Hinsicht? Dobermänner sind groß, kosten mehr Geld im Unterhalt, brauchen mehr Platz im Auto oder in den Öffis, sind nicht unbedingt verträglich mit anderen Hunden, bringen Schutz- und Wachtrieb mit und erregen manchmal schon wegen ihrer Rasse Angst. Dazu können leider spezielle gesundheitliche Probleme kommen. Das alles zusammen macht sie schon anspruchsvoller als meinen Kleinpudel.

    Aber kleine Hunde benötigen ebensoviel Zeit, Auslauf, Erziehung und Qualitätszeit mit ihren Menschen wie Große, wenn sie zu ihrem Recht kommen sollen. Auch Beschäftigung über das Gassigehen hinaus ist kein Privileg größerer Hunde. Wenn du mit "anspruchsloser" also nur meinst, daß der neue Hund viel mehr zurückstecken soll als dein früherer, dann würde auch ich dir dringend raten, mit dem Hundewunsch noch zu warten, bis dein Kind (und eventuelle zukünftige Geschwister) älter sind, so daß du wieder mehr freie Zeit für dich und deinen Hund hast.

    Wenn du allerdings nur sagen willst, daß ein nächster Hund einfacher im Handling sein soll als ein Dobermann, aber ohne Abstriche an der für den Hund zur Verfügung stehenden Zeit, dann nur zu.

    Affenpinscher japan chin, Griffon , petit Brabancon, Tibet spaniel,

    Da du keine Qualzuchtrassen wie den Frenchie unterstützen willst, fallen neben den Bulldoggen auch diese Rassen raus. Denn die anatomischen Probleme sind dieselben, auch wenn diese Rassen wegen ihrer Seltenheit nicht so im Fokus der Kritik stehen.

    Dagmar & Cara