Nach dem Eindruck, den ich aus deiner Schilderung gewinne, paßt es hier wirklich nicht. Wir alle im Forum lieben Hunde und für uns ist ein Hund nichts, was man je nach Laune anschafft und wieder weggibt. Das wünschen wir keinem Hund. Aber hier klingeln bei vielen die Alarmglocken.
Die Gefahr der Eskalation ist hier - nach deiner Beschreibung - gegeben. Das Bild, das sich mir aufdrängt, ist dies: Der Hund hat sich dir und nur dir angeschlossen und ist der Meinung, daß der Rest der Gruppe überflüssig ist und auf die Dauer vertrieben werden muß.
So etwas kann durchaus zum normalen Verhalten in einem Rudel oder einer Canidengruppe gehören, daß Gruppenmitglieder ausgeschlossen werden. Typischerweise trifft es zunächst das schwächste Individuum am stärksten, in diesem Fall den Siebenjährigen. Hunde und andere Caniden sind hochsoziale Wesen, das heißt, daß ihnen eine große Bandbreite an sozialen Handlungsmöglichkeiten zur Verfügung steht, darunter auch agressive. Es bedeutet jedoch nicht, daß in einer Gruppe immer nur eitel Sonnenschein herrscht.
Der Blick zu dir, wenn er die Kinder mobbt, könnte nach dieser Lesart bedeuten, daß er von dir erwartet, mit ihm gemeinsam gegen die Kinder vorzugehen.
Der Hund mit seinen 6 Monaten wird nun von Monat zu Monat stärker, ernsthafter und reifer und verliert allmählich das kindlich- spielerische. Dazu kommt, daß seine bisherigen Versuche, deine Familienmitglieder zu vertreiben, zwar kurzfristig Eindruck machen, aber noch keinen endgültigen Erfolg hatten. Die logische Konsequenz für ihn wäre, seine Bemühungen zu verstärken- wer nicht hören will, muß fühlen. Bis zum ernsthaften Biß ist es dann nur noch ein ganz kleiner Schritt.
Ich bin erleichtert, daß du die Situation jetzt so ernst nimmst, wie sie es verdient und auch die Konsequenzen ziehst. Mir ist auch klar, daß es für dich sehr schwer ist, bist du doch mit ganz anderen Vorstellungen an die Hundehaltung herangegangen - wer wäre das nicht?
Zu Hundehaltung bei euch allgemein - ein Hund wie mein Pudel (ganz schlicht als Welpe vom Züchter) würde sich in eurer Familie sauwohl fühlen. Vielleicht wohler als bei mir, ich bin ja "nur" Single und kann ihr keine mehrköpfige Familie bieten. Spaß mit den Kindern, Erziehung und Hundesport mit dir, Jogging mit deinem Mann - oder umgekehrt - das wäre ganz ihr Ding. Schon ihre Züchterin meinte damals, ihre Pudel seien keine Einpersonenhunde, sondern fänden zu jedem in der Familie ihre eigene Beziehung.
Also es gibt schon passende Hunde für euch und die sind gar nicht selten. Ich kenne so einige, und aus verschiedensten Rassen. Aber Hunde sind eben auch Individuen.
Ob Popcorn in diesem Sinne noch "euer" Hund werden kann, das solltet ihr ergebnissoffen mit einem guten Hundetrainer besprechen.
Dagmar & Cara