Meist entwickelt sich solch Aggression wenn die Hunde rennen, da denke ich das es einfach nur ein bisschen groberes Spielen ist, da machen auch einige Hunde mit. Ist ja erstmal nichts schlimmes. Aber oft endet das dann von ihrer seit aus mit einem Kampf.
Rennspiele unter Hunden sind immer Jagdspiele. Und gerade bei solchen Spielen kippt es oft ins ernsthafte Jagen. Beim echten Spiel besteht ein Vertrauensverhältnis zwischen den Spielpartnern, beide sind sich jederzeit im Klaren darüber, daß es nur ein Spiel ist, und signalisieren das auch in ihrer Körpersprache. Vertrauen setzt aber voraus, daß man sich gut kennt.
Wenn die spielenden Hunde sich im Grunde fremd sind, führt also schon das fehlende Vertrauen dazu, daß das Spiel viel leichter kippt und die Beißhemmung der Verfolger schnell wegfällt. Dazu kommt, daß unsichere Hunde oft von Anfang an gar nicht spielen, sondern zu fliehen versuchen (die Besitzer denken, och die rennen so schön) oder im Verlauf eines anfangs harmonischen Jagdspieles echte Angst bekommen und fliehen, zum Beispiel, wenn aus einem Verfolger mehrere werden oder sie sich einfach unterlegen fühlen.
Die Angst des flüchtenden Hundes enthemmt aber die Verfolger, es kommt dann schnell zum Biß und schlimmstenfalls sogar zum Tod des schwächeren Hundes, der zur Jagdbeute degradiert wurde.
Hundewiesen sind Notlösungen. In vielen Gegenden ist Freilauf verboten, man ist also auf Hundewiesen angewiesen. Hundewiesen sind aber nicht für die echten Bedürfnissen von Hunden gestaltet, sondern einfach von den Stadtvätern eher widerwillig zugestandene Restflächen.
Ein Dutzend sich fremder Hunde auf zu wenigen Quadratmetern, dafür sind Hunde von Natur aus nicht ausgelegt. Damit will ich nicht sagen daß Hundewiesen nicht auch nützlich sind, nicht zuletzt als Kontaktbörse für jüngere Hunde, die noch im Spielalter sind. Manche Hunde kommen auch als Erwachsene erstaunlich gut damit zurecht, besonders, wenn ihre Besitzer sich gut mit hundlicher Körpersprache auskennen und kritische Situationen erkennen und vermeiden. Von anderen Hunden denken lediglich ihre Besitzer, daß sie gut zurechtkämen, die leben sich dann mobbend auf Kosten der anderen Hunde aus und sind die Pest für die anderen Benutzer. Das sind die Hunde und Besitzer, denen die Hundewiesen ihren schlechten Ruf verdanken.
Die meisten Hunde verlieren aber ihre kindliche Kontaktfreude mit dem Erwachsenwerden und möchten dann keinen näheren Kontakt mit fremden Hunden, schon gar keinen Spielkontakt. Wir bieten ja auch nicht jedem frenden Menschen auf der Straße einfach so unsere Freundschaft an. Da geht man dann besser andere Wege und meidet die Hundewiesen ganz oder geht nur hin, wenn man die Fläche für sich allein hat.
Das Alter von 2 Jahren ist normalerweise die Zeit, in der Hunde auch geistig erwachsen werden und dann auch gerne mehr Abstand zu Fremdhunden haben möchten. Es ist auch eine sehr geeignete Zeit, um sich selbst mehr einzubringen und dem Hund interessante, fordernde Aufgaben anzubieten, zB durch Hundesport. Denn die Zeit, wo man sich damit begnügen konnte, dem fröhlich mit seinen Kumpeln spielenden Junghund zuzuschauen, ist nun vorbei.
Dagmar & Cara