Rammeln von Menschen und Fremdhunden (außer läufigen Hündinnen) ist ein Zeichen für Stress. Der Hund ist überfordert in der Situation und weicht aufs Rammeln aus, um sich kurzfristig ein gutes Gefühl zu verschaffen.
Viele junge Rüden neigen in der Pubertät dazu. Hier muß man die Ursache erkennen und abstellen.
Mit Dominanz hat Stressrammeln absolut gar nichts zu tun!
Außerdem wandelt sich mit dem Erwachsenwerden das Verhältnis zu anderen Hunden. Waren sie dem Junghund als Spiel- und Tobepartner jederzeit willkommen, gibt es jetzt eine Vielzahl möglicher Rollen: Rivalen, mögliche Geschlechtspartner, Eindringlinge ins eigene Revier, Raufgegner zum Kräftemessen. Wirklich gespielt wird wenn, dann nur noch mit wenigen altvertrauten Hundefreunden.
Kein Wunder, daß Hunde und gerade jugendliche Rüden damit oft überfordert sind. Die Zeit der Hundewiesen ist damit für viele, gerade die ernsthafteren Hunde, vorbei. Man tut ihnen mit wahllosen Kontakten keinen Gefallen mehr.
Wenn der Hund andere permanent jagt, ist das auch kein Spielen mehr, sondern entweder Agression oder er lebt seinen Jagdtrieb an anderen Hunden aus.
Beides darf man auf keinen Fall zulassen.
Verweigerung von Kommandos: Vernünftig und kleinschrittig aufbauen und üben, üben, üben. Den Hund als Lernenden behandeln und immer nur soviel fordern, wie er auch leisten kann. Nur ganz allmählich steigern. Vorerst viel mehr über Management arbeiten und keine Kommandos geben, wenn nicht sicher ist, daß der Hund sie auch befolgt. Kritische Situationen rechtzeitig einschätzen und vermeiden.
Ein wirklich dominanter Hund ist ein souveräner, selbstsicherer Hund, der es nicht nötig hat, irgendwas zu berammeln oder alles anzubellen oder anzupinkeln. Ein dominanter Hund ist einer, der Kinkerlitzchen dieser Art gar nicht nötig hat, ein gefestigter Charakter, der in sich ruht.
Eurer ist - auch altersbedingt - das genaue Gegenteil eines dominanten Hundes.
Jeder seriöse Hundetrainer sagt, daß er im Grunde keine Hunde trainiert, sondern die Hundehalter. Und daß das Hundehaltertraining der ungleich schwierigere Part ist verglichen mit dem, was man dem Hund beibringt. Das Verhältnis wird meist mit 95% zu 5 % angegeben. Ihr werdet also keinerlei Gewinn davon haben, wenn ihr die 5% Hundetraining von jemand anderem erledigen laßt, euch aber um die 95% Eigenarbeit an euch selbst drücken wollt. Das funktioniert einfach nicht.
Dagmar & Cara