Beiträge von dagmarjung

    Aus meiner Sicht ist es ein großer Unterschied, ob der Kontakt mit läufigen Hündinnen im Freilauf oder in einer Arbeitssituation stattfindet.

    Auf meinem Hundesportplatz liefen die läufigen Hündinnen schon in der Junghund- und Basisgruppe und ebenso in den Sportgruppen selbstverständlich mit und die Jungs durften lernen, daß sie sich trotz dieser geruchlichen Ablenkung auf ihre Aufgaben konzentrieren müssen und das auch können. Ein direkter Kontakt Nase an Hintern findet dabei nicht statt.

    Im Freilauf gehe ich nur die ersten 5 Tage mit gut bekannten Rüden zusammen spazieren und vermeide Fremdhundekontakte. So lange weist Cara die Rüden deutlich ab. Ab dem 6. Tag zeigt sie aber Interesse, dann gibt es bis kurz vor Ende keinen Rüdenkontakt mehr.

    Von einem Rüden im Freilauf zu erwarten, daß er fromme Lieder singt während SexyHexi mit dem duftenden Hintern wedelt, das fände ich schon arg viel verlangt. Halt ein hohes Risiko, daß es schiefgeht.

    Dagmar & Cara

    Ein Hund hört aus unterschiedlichen Gründen auf befehle.


    Entweder weil er srin Leckerli will und danach ist ihm Herrchen oder Frauchen egal.


    Oder weil er sonst großen Ärger bekommt was zu Aggressionen sprich herrauaforderungen führen kann.


    Oder weil er seinen Rudel gefallen will, das sollte das Ziel sein.

    In einem Rudel gibt niemand dem anderen Befehle im Sinne von Sitz, Platz, Fuß, Komm her. Keiner verwehrt es dem anderen, zu jagen, nach Wunsch auch mal eigene Wege zu gehen. Alle bleiben freiwillig beieinander, weil die Gruppe Vorteile bietet.

    Außer Signalen für Nähe und Freundlichkeit hat die Hundesprache auch solche zum Abstand einfordern. "Mach mir meinen Liegeplatz frei", "hör auf, mich zu belästigen" "Pfoten weg von meiner Frau" sind Signale, die noch am ehesten dem entsprechen, was wir Befehl nennen, daß nämlich auf ein ganz bestimmtes Signal ein ganz bestimmtes Verhalten erwartet wird. Es läuft aber letzlich alles auf ein Wegschicken hinaus. Ein sehr eingeschränktes Repertoire verglichen mit dem, was wir tagtäglich von Hunden verlangen.

    Wir können uns also mit all unseren Wünschen nach Gehorsam und Anpassung keinesfalls auf ein Verhalten im Rudel berufen. Für das, was wir unseren Hunden beibringen, gelten andere Regeln. Eine Kenntnis der Lerngesetze ist zB überaus nützlich. Und Belohnung, richtig angewendet, ist extrem hilfreich, um das Lernen leicht und erfreulich zu machen und das Gelernte zu festigen. Wobei das große Thema Belohnung weit darüber hinausgeht, dem Hund ein paar Leckerchen zu geben.

    Dagmar & Cara

    Wenn es nur so kurz war, war der Welpe ja gefühlt kaum weg. Da kann ich es schon verstehen, daß die Züchterin es nicht eigens erwähnt hat, weil es für die Entwicklung des Hundes nicht relevant ist.

    Ob euer Welpe gesund ist, hat euch doch wohl die Tierärztin gesagt.

    Dagmar & Cara

    Meine Frau hat keine Zeit für Hundetraining und auch ich habe nur begrenzt Zeit, das wäre ein weiterer attraktiver Punkt vom Hundeinternat gewesen.


    Ein Trainer kommt 1 mal die Woche für eine Stunde zu uns, aber im Internat gäbe es tägliches, intensives Training, deshalb geht es auch schneller.

    Du glaubst immer noch, die Probleme lägen am Hund und dieser müßte "verbessert" werden. Trenne dich von dieser Vorstellung!

    Die Probleme liegen zu 100% an euch. IHR müßt dringend euren Umgang mit dem Hund verbessern, um die jetzigen Probleme zu lösen und größere zukünftige zu verhindern!

    ZEIT ist das Allerwichtigste, was für einen Hund vorhanden sein muß. Und natürlich das Interesse, diese Zeit mit dem Hund sinnvoll zu gestalten. Ein Hund braucht kein Haus mit Garten, er braucht eure Zeit. Das ist die allerwichtigste Voraussetzung, um mit einem Hund zu leben. Er benötigt jeden Tag eure Zeit, und das bis zum Lebensende.

    Angenommen, ihr bekommt Nero perfekt geschult von einem "Hundeinternat" zurück. Anschließend wird er bei euch aber so gehalten wie bisher, weil ihr ja nicht bereit seid, selber etwas über Hunde zu lernen, auf die Bedürfnisse eures Hundes einzugehen, Zeit und Arbeit in ihn zu investieren. Das Ergebnis ist sonnenklar: in Nullkommanix habt ihr den Zustand von vorher zurück. Im Umgang wollt ihr ja nichts ändern und alle eure Probleme resultieren aus dem falschen Umgang.

    Wenn ihr nicht bereit seid, hier ganz grundsätzlich umzudenken, sucht einen guten Platz für Nero und schafft euch keinen weiteren Hund an. Denn auch eine kleine Begleithunderasse will Zeit mit euch verbringen und von euch erzogen und beschäftigt werden.

    Wenn ihr die Zeit dazu nicht habt, ist das völlig in Ordnung. Man kann auch ohne Hund glücklich leben. Eine Alarmanlage ist eine sehr gute Investition, für die Sicherung des Grundstücks braucht man heute keinen Hund mehr.

    Dagmar & Cara

    Er ist eher zu freundlich bei Menschen. Er will zu jedem hin und springt selbst Fremde an

    Das ist mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht freundlich gemeint.

    Ähnlich wie im Verhältnis zu anderen Hunden befindet sich euer Hund auch hier in einer jugendlichen Zwischenphase zwischen dem kindlichen und dem erwachsenen Verhalten.

    Welpen sind meist freundlich interessiert gegenüber Menschen. Erwachsene Hunde betrachten aber nicht jeden Fremden als Freund und reagieren ihrer Anlage entsprechend auch mal mißtrauisch oder sogar abwehrend.

    Die Zwischenphase sieht gerade bei Schutz-und Wachhunderassen oft so aus, daß der Hund zwischen welpenhafter Kontaktfreude und dem Wunsch, den Menschen zu vertreiben, schwankt. Das äußert sich dann gerne in dringend Hinlaufen, Bedrängen und Anspringen.

    Mit dem weiteren Erwachsenwerden des Hundes pflegt es endgültig in eindeutig abwehr-agressives Verhalten zu kippen (Bellen, Drohschnappen, Beißen)

    Meist entwickwelt sich das artgenossenagressive Verhalten zuerst, das gegen Menschen erst etwas später. Agressiv ist hier rein beschreibend, nicht wertend gemeint. Ein Wach- und Schutzhund mit entsprechendem Naturell ist kein böser Hund. Aber er muß eben entsprechend geführt werden, und er ist kein locker nebenbei mitlaufender Familienhund. Häufig haben solche Hundetypen zB so viel Streß mit Besuch, wie den Spielfreunden der Kinder, daß sie oft weggesperrt werden müssen.

    Den entspannten, netten Familienhund, der auf Kommando - und zwar nur dann! - zum ernsthaften Beschützer mutiert, den gibt es im richtigen Leben nicht.

    Was euer Hund eigentlich von Anfang an lernen sollte ist, daß es auch noch andere Handlungsmöglichkeiten gibt. Nämlich den Fremden ignorieren, weil Frauchen/Herrchen den Außenschutz der Gruppe selbst übernehmen. Von alleine kommt der Hund nicht darauf, das muß man üben, indem man den Hund an der Leine kontrolliert und nicht einfach machen läßt. Man führt ihn zB immer auf der abgewandten Seite und schirmt den Hund so ab. (Auch bei Hunden.) 100% Konzentration, viel Vorausschau und gute Kenntnis von Hundeverhalten gehört natürlich immer dazu.

    Wollt ihr das leisten? Auch deine Frau? Da sie ja die meiste Zeit mit dem Hund zubringt: War der Schäferhund auch ihr Wunsch?

    Dagmar & Cara

    Rammeln von Menschen und Fremdhunden (außer läufigen Hündinnen) ist ein Zeichen für Stress. Der Hund ist überfordert in der Situation und weicht aufs Rammeln aus, um sich kurzfristig ein gutes Gefühl zu verschaffen.

    Viele junge Rüden neigen in der Pubertät dazu. Hier muß man die Ursache erkennen und abstellen.

    Mit Dominanz hat Stressrammeln absolut gar nichts zu tun!

    Außerdem wandelt sich mit dem Erwachsenwerden das Verhältnis zu anderen Hunden. Waren sie dem Junghund als Spiel- und Tobepartner jederzeit willkommen, gibt es jetzt eine Vielzahl möglicher Rollen: Rivalen, mögliche Geschlechtspartner, Eindringlinge ins eigene Revier, Raufgegner zum Kräftemessen. Wirklich gespielt wird wenn, dann nur noch mit wenigen altvertrauten Hundefreunden.

    Kein Wunder, daß Hunde und gerade jugendliche Rüden damit oft überfordert sind. Die Zeit der Hundewiesen ist damit für viele, gerade die ernsthafteren Hunde, vorbei. Man tut ihnen mit wahllosen Kontakten keinen Gefallen mehr.

    Wenn der Hund andere permanent jagt, ist das auch kein Spielen mehr, sondern entweder Agression oder er lebt seinen Jagdtrieb an anderen Hunden aus.

    Beides darf man auf keinen Fall zulassen.

    Verweigerung von Kommandos: Vernünftig und kleinschrittig aufbauen und üben, üben, üben. Den Hund als Lernenden behandeln und immer nur soviel fordern, wie er auch leisten kann. Nur ganz allmählich steigern. Vorerst viel mehr über Management arbeiten und keine Kommandos geben, wenn nicht sicher ist, daß der Hund sie auch befolgt. Kritische Situationen rechtzeitig einschätzen und vermeiden.

    Ein wirklich dominanter Hund ist ein souveräner, selbstsicherer Hund, der es nicht nötig hat, irgendwas zu berammeln oder alles anzubellen oder anzupinkeln. Ein dominanter Hund ist einer, der Kinkerlitzchen dieser Art gar nicht nötig hat, ein gefestigter Charakter, der in sich ruht.

    Eurer ist - auch altersbedingt - das genaue Gegenteil eines dominanten Hundes.

    Jeder seriöse Hundetrainer sagt, daß er im Grunde keine Hunde trainiert, sondern die Hundehalter. Und daß das Hundehaltertraining der ungleich schwierigere Part ist verglichen mit dem, was man dem Hund beibringt. Das Verhältnis wird meist mit 95% zu 5 % angegeben. Ihr werdet also keinerlei Gewinn davon haben, wenn ihr die 5% Hundetraining von jemand anderem erledigen laßt, euch aber um die 95% Eigenarbeit an euch selbst drücken wollt. Das funktioniert einfach nicht.

    Dagmar & Cara

    Ganz kleine Babywelpen bei der Mutter schlafen sicher mehr.

    Aber ältere Welpen und Junghunde haben ja noch was anderes zu tun als nur trinken und schlafen.

    Ruhezeit ist auch nicht gleichzusetzen mit Tierschlaf.

    Freilandbeobachtungen an freilebenden, von Menschen unbeeinflußten Hunden ergaben übrigens Ruhezeiten von durchschnittlich etwa 17 Stunden bei jung und alt.

    Merkste was? :D

    Dagmar & Cara