Beiträge von dagmarjung

    Vielleicht wollte die Trainerin nicht direkt sagen, dass der Kleine ein "Haudrauf" ist und hat versucht, es "elegant" zu umschreiben...

    Aus dem, was der TE bisher beschrieben hat, geht aber klar hervor, daß der Welpe angstagressives Verhalten gezeigt hat und kein selbstbewußt rüpeliges.

    Habt ihr eigentlich die Welpenstunde von Zaun aus mit angesehen (davon bin ich bislang ausgegangen) oder mußtet ihr ohne Sichtkontakt ganz draußen bleiben? - Ich mich wundere nämlich über dieses Video. Ein Video ist ja ganz schön, um eine Trainingsstunde noch mal in Ruhe nachzuvolltzehen, aber normal braucht man doch kein Video, wenn man live dabei ist.

    Sollte das so sein, wäre die Hundeschule bei mir noch weiter untendurch.

    Dagmar & Cara

    "Passiv aggessiv" ist im übrigen ein Begriff, der nur auf Menschen zutreffen kann und sich auf Hunde gar nicht anwenden läßt. Im Gegensatz zu "angstaggressiv".

    Hier mal ein Ausschnitt aus Wikipedia:

    "Menschen mit einer passiv-aggressiven Persönlichkeitsstörung fühlen sich von anderen oft missverstanden, können anhaltend über persönliches Unglück klagen (das sie häufig unbewusst selbst inszenieren) und sind häufig mürrische und streitsüchtige Zeitgenossen. Autoritäten gegenüber zeigen sie übermäßige Kritik, ja Verachtung, was ihre Position nicht verbessert. Sie begegnen Menschen, die ein offensichtlich glücklicheres Los gezogen haben, mit Neid, Missgunst, Groll oder einem eigenartigen, auf jeden Fall nicht nachvollziehbaren Wechselspiel zwischen feindseligem Trotz und (mitunter fast unterwürfiger) Reue."

    Irgendwie fällt es mir schwer, mir bei dieser Beschreibung das Bild eines Welpen vorzustellen. xD

    Wenn eine gelernte Hundetrainerin so schludrig mit wichtigen Begrifflichkeiten ihres Berufes umgeht, spricht auch das nicht gerade für ihre Sachkunde, Egal, ob sie schon mal im Fernsehen war oder nicht.

    Allgemein stehen Tieren in Stresssituationen vier mögliche Handlungsalternativen zur Verfügung: Flucht, Angriff, Erstarren oder Beschwichtigen/Fiddeln. Vielleicht zeigte euer Welpe eine Mischung aus Erstarren und Angriff. Das ist aber etwas ganz anderes als "passiv-aggressiv".

    Dagmar & Cara

    Wenn ihr den Hund erst seit 5 Tagen habt, dann war es sowieso noch reichlich früh für die Welpenstunde. Er muß ja erstmal eine Beziehung zu euch aufbauen.Erst dann kann man gemeinsam ins nächste große Abenteuer "Welpenstunde" starten.

    Wenn euer Welpe euch durch Bellen und Knurren anzeigt, daß ihm andere Hunde unheimlich sind, dann nehmt seine Unsicherheit bitte ernst. Gebt ihm den nötigen Abstand, weicht aus, gebt ihm Deckung, blockt ankommende Hunde. Fremde Hunde müssen sich nicht "Hallo sagen".

    Je mehr euer Hund sich darauf verlassen kann, daß ihr ihn sicher abschirmt, desto mehr wächst sein Vertrauen in euch, und desto besser kann er die Verantwortung an euch abgeben. Dann muß er gar nicht erst agressiv werden.

    Das schließt erwünschte, gut abgesprochene Hundekontakte ja nicht aus. Aber die vielen täglichen Zufallsbegegnungen sind für viele Hunde aus verschiedenen Gründen eher Stress als Freude.

    Dagmar & Cara

    Eine Welpenstunde soll ohnehin nicht aus 60 Minuten Spiel und Toben bestehen. Das führt nur zu überdrehten Welpen, die mit dem Anblick anderer Hunde Action ohne Ende verknüpfen.

    Caras Welpenstunde bestand aus mehreren Elementen: "Theorie", wobei Dinge erklärt und Fragen beantwortet wurden, während die Welepn bei ihren Besitzern angeleint lernen durften, daß man auch in Anwesenheit von Spielpartnern Ruhe bewahren kann.

    Kleine Übungen, die die Halter mit den Welpen machten, ebenfall obwohl andere Welpen anwesend waren.
    Und letztlich natürlich auch Spielphasen.

    Insgesamt heißt das : Welpen dürfen miteinander spielen, aber der Mensch bleibt trotzdem wichtig und ist aktiv beteiligt. Nix mit passiv zuschauen am Zaun.

    Corona hin oder her, eine Wepenstunde bringt entweder einen Mehrwert oder nicht. Wenn nicht, dann lass es.

    Es gibt ja auch dieMöglichkeit, sich über die sozialen Medien um Kontakte zu bemühen und sich mit einem anderen Welpenhalter draußen zu treffen.

    Dagmar & Cara

    PS: angesichts einer solchen stressigen Ausnahmesituation die bisherige Sozialisation eines Welpen zu beurteilen, ist auch kühn.

    Meine Hündin und viele andere Welpen waren auch nicht souverän in ihrer ersten Welpenstunde. Das sah beim zweiten, höchstens dritten Mal dann schon ganz anders aus.

    Wenn es wirklich so gehandhabt wurde, wie es sich anhört, also du bleibst außen vor dem Zaun und dein Welpe ist im Gehege mit anderen Hunden und ihm unbekannten Menschen allein, dann kann ich dir nur raten: Nix wie weg aus dieser "Hundeschule" !!!

    Das zeugt von absoluter Inkompetenz der Trainerin und dein Welpe kann einen ernsthaften seelischen Schaden davontragen.

    Die allermeisten Welpen sind beim ersten Besuch einer Welpengruppe verschüchtert. Sie suchen dann Sicherheit bei ihren Haltern und sie müssen diesen Schutz auch unbedingt bekommen. "Bei meinem Menschen bin ich sicher, da kommt niemand an mich ran" ist eine der allerwichtigsten Lektionen fürs ganze Hundeleben!

    Aus dieser Rüchendeckung heraus traut sich der Welpe dann allmählich heraus und nimmt Kontakt zu den anderen Welpen auf. Diese Eingewöhnungszeit muß er bekommen.

    Fremde Menschen, die der Hund nicht kennt, können das nicht ersatzweise übernehmen. Denn da besteht ja keine Vertrauensbasis.

    Wird er einfach nur ins Getriebe geworfen, muß der Welpe sich natürlich irgendwie selbst zu helfen versuchen, sei es durch Verkriechen oder Angriff. Aufgrund eines solchen Verhaltens dann von einem passiv-agressiven oder angstagressiven Welpen zu sprechen, zeugt nur davon, daß die Trainerin ihren Beruf gründlich verfehlt hat.

    Eine Welpengruppe dieser Art kann dazu führen, daß dein Hund, anstatt positive Erfahrungen zu machen und angemessenen Umgang mit anderen Hunden zu lernen, lebenslange Agressionen gegenüber anderen Hunden entwickelt, weil er früh lernt, daß andere Hunde schrecklich sind und er sich wehren muß.

    Eine gutgeführte Welpengruppe ist förderlich, aber eine schlechtgeführte ist unendlich viel schlimmer als gar keine.

    Dagmar & Cara

    Also für mich klingt das nicht so, als ob der Welpe zuwenig Ruhe hat. Er ist immerhin schon mehr als 10 Wochen alt, da kann man doch nicht erwarten, daß er 22 von 24 Stunden verpennt. Zeit zum Lösen, Fressen, Spielen, seine neue Familie kennenlernen und die Welt erkunden muß er ja auch bekommen.

    Tips habe ich leider keine. Aber Meckern wegen Frust ist natürlich welpentypisch. Und Frust läßt sich im Welpenleben nun mal nicht immer vermeiden, man darf eben nicht immer, was man möchte.

    Ich bin gespannt, was andere User hierzu noch beitragen.

    Ja, in punkto Bellneigung gibt es deutliche Rasseunterschiede. Manche Rassen hören sich schon gerne reden.

    Dagmar & Cara

    Es wird halt schwierig, wenn Leute wünschen, dass es ein anspruchsloser unkomplizierter Begleiter sein soll, aber nicht wie ein anspruchsloser unkomplizierter Begleiter aussehen soll

    Danke Phonhaus, genau da sehe ich auch einen Widerspruch, den man sehr oft in den Anfragen sieht.

    Ich vermute hier auch einige typische Ansichten und Vorturteile von Hundeanfängern, die unausgesprochen im Hintergrund stehen.

    Warum zB muß es unbedingt ein großer Hund sein? - Viele Leute gehen einfach davon aus, daß kleinere Hunde nicht sportlich genug seien, einen beim Jogging, beim Radfahren oder auf längeren Wandertouren zu begleiten, was natürlich nicht zutrifft. Vielleicht kann man an diesem Punkt noch Aufklärung betreiben? Der Kreis der infrage kommenden Rassen könnte sich dadurch um einiges erweitern.

    Dagmar & Cara