Und dann entscheidet der nächste, dass seine Thujenhecke zur Familie gehört
Vom Hund zur Thujenhecke zu kommen, das muss man erstmal schaffen.
Es gibt Menschen, die sehr emotionale Bindungen zu Sexpuppen (Männer) oder Babypuppen (Frauen) unterhalten. Ich möchte das übrigens keinesfalls pathologisch nennen, aber das nur nebenbei. Jedenfalls resultiert daraus trotzdem kein Grund, daß solche Puppen rechtlich vom Gegenstand zum Familienmitglied werden, also Persönlichkeitsrechte erhalten. Egal, was die BesitzerInnen selbst in ihnen sehen.
Ich glaube, die Frage der emotionalen Bindung allein führt uns nicht wirklich weiter auf der Suche nach einer hundefreundlicheren Gesellschaft.
Was uns Hundehaltern definitiv fehlt, ist eine gemeinsame Interessenvertretung. Wer nicht für sich und seine Interessen eintritt, wird nicht gehört. Wir sind zwar viele, aber wir sprechen nicht gemeinsam gegenüber Planern und Politik.
VDH oder Tierschutzbund decken das nicht ab.
Gegenbeispiele anderer Interessengruppen: Autofahrer sind sich untereinander keineswegs immer wohlgesonnen, aber der ADAC wird gehört und ernstgenommen.
Als die Verkehrsplaner das Fahrrad schon abgeschrieben hatten und aus dem Verkehr völlig verdrängen wollten, wurde der ADFC gegründet und macht bis heute Druck in den Planungsämtern, meist gegen Widerstände. Ohne das Engagement dieser Interessenvertretung wären moderne Konzepte wie "fahrradfreundliche Stadt" usw undenkbar.
Pferdeverbote sind traurige Realität, denn auch hier besteht zum Teil erheblicher Druck von verschiedenen Seiten, das Pferd ganz von der Straße, aus dem Wald, aus der Natur wie aus der Öffentlichkeit zu verbannen und nur noch auf Reitplatz und Reithalle zu beschränken. Reiter und Fahrer können ein Lied davon singen. Immerhin existiert mit dem Verband der Freizeitreiter und -Fahrer Deutschland eine Vereinigung, die sich den Kampf Reit- und Fahrverbote auf die Fahne geschrieben hat. Oft auch mit Erfolg.
So weit sind wir Hundehalter leider noch nicht.
Dagmar & Cara