Beiträge von dagmarjung

    Die BH dient einzig und allein dafür, festzustellen, dass sich der Hund prinzipiell für den Job eignet.

    Nein, dazu dient sie ganz und gar nicht. Die BH ist lediglich ein Nachweis dafür, daß man ein gewisses Maß an SitzPlatzFuß Training mit dem Hund erarbeitet hat.

    Klar, ein gewisser Grundgehorsam gehört auch zum Job, aber die eigentlichen Voraussetzungen wie Nervenstärke, Gutmütigkeit auch bei Bedrängung, Freude am Menschenkontakt sind nicht Thema der BH.

    Man kann sehr vielen Hunden eine BH ablegen, die nicht im mindesten als Schulhund geeignet sind.

    (Alle unsere Rettungshunde sind Besuchshunde, zum Beispiel. Und ich wage zu behaupten, dass Rettungshundearbeit für den Hund wesentlich fordernder ist als die Tätigkeit als Schulhund.)

    Ja klar, da ist eben der Ausgleich gegeben. Zwei grundverschiedene Arten der Auslastung, die sich daher gut ergänzen.

    Die Arbeit eines Besuchshundes ist übrigens auf ihre Art auch fordernd und mehr, als nur sonntags ein bißchen streicheln lassen. Mal abgesehen davon, daß der Sonntag der Tag der Privatbesuche ist und die Hundebesuche schon aus organisatorischen Gründen an Wochentagen stattfinden.

    Dagmar & Cara

    Wozu ich aber auf jeden Fall raten würde, wäre den Hund extern auf seine Eignung hin überprüfen zu lassen. Wenn dein RZV keine Wesensüberprüfung anbietet, kannst du mit deinem Hund die Begleithundeprüfung laufen. Unter Umständen bietet eine HiOrg in deiner Nähe auch eine Besuchshundeausbildung an? Das könnte ich dir uneingeschränkt empfehlen.

    In punkto Wesensüberprüfung bestehen bei den Vereinen sehr große Unterschiede. Wobei der DRZV sicherlich in der ersten Liga spielt. Bei den Pudeln dagegen reicht es schon aus, wenn der Hund sich vom Zuchtrichter anfassen und das Gebiss kontrollieren läßt. :doh:

    Mit deinem Flat Coated Retriever stehen dir natürlich die Türen offen, aber ich erwähne das für eventuelle spätere LeserInnen dieses Threads.

    Eine bestandene BH ist sicher ein argumentativer Pluspunkt, aber es ist keine Vorbereitung oder Überprüfung für das, was der Hund im Schulalltag leisten muß.

    Eine Besuchshundeausbildung setzt voraus, daß man sich für den Besuchshundedienst fest verpflichtet. Die Ausbildung kostet Geld, und man möchte mit gutem Grund verhindern, daß Leute sich das für private Zwecke abgreifen und anschließend doch nicht zur Verfügung stehen.

    Schulhund + Besuchshund wäre aber zuviel für den Hund, weil es doch sehr in dieselbe Richtung geht. Dann lieber ein aktiver Ausgleichssport zusätzlich zum "Lieb&Brav sein".

    Dagmar & Cara

    Besitzer Paar Freude strahlend ein Golden doodle + Pudel .

    Sah verdammt nach Pudel aus nur irgendwie bissi komisch für Pudel deshalb hatte ich nachgefragt was das ist, jetzt frag ich mich nur noch weshalb man sich denn nicht gleich einfach einen Pudel holt :ka:

    Ja, das ist der Trend. Die Erklärung: die Leute wollen einen Hund mit den Eigenschaften eines Pudels, der darf aber nicht Pudel heißen, wegen uncool.

    So simpel ist das.

    Dagmar & Cara

    Überhaupt dieses Wort "überzüchtet", benutzen ja auch heute noch viele wenn sie Rassehunde sehen oder von ihnen reden. Scheint noch tief drin in den Köpfen zu sein.

    Angesichts der von Genetikern und Kynologen attestierten Krise der Rassehundezucht - wobei Qualzucht nur ein Aspekt ist - ist das ja auch aktueller denn je.

    Dagmar & Cara

    Papiere sind keine optionale Sonderleistung des Züchters. Der Abstammungsnachweise gehört zu jedem Rassewelpen aus seriöser Zucht automatisch dazu. Auch wenn von Anfang an klar ist, daß der Welpe zuchtausschließende Fehler hat. Zuständig für die Papiere ist auch nicht der Züchter, sondern der Zuchtverein. Der nämlich erstellt die Abstammungsnachweise, und zwar erst, nachdem ein Zuchtwart den Wurf kontrolliert hat.

    Manche Vermehrer bieten ihre Welpen wahlweise mit oder ohne Papiere an. Mit Papieren und damit teurer für Kunden, die eventuell auch mal züchten wollen und ohne Papiere etwas billiger für die übrigen. Solche "Papiere" stammen aber wenn überhaupt, dann nur von unseriösen Vereinen, ansonsten direkt aus dem Drucker des Vermehrers. Mit anderen Worten: Der Wert ist gleich null und die Glaubwürdigkeit auch. Es gibt ja niemanden, der die Angaben überprüft.

    Wenn also ein Rassehundezüchter Welpen wahlweise mit oder ohne Papiere anbietet, gilt die Devise: Finger weg! Denn dann sind auch Gesundheitszeugnisse - so vorhanden - gleichermaßen zweifelhaft. Die Abstammung sowieso.

    Gerade bei einer Rasse mit kleinem Genpool wie dem Koijkerhondje wäre mir das Risiko zu groß.

    Dagmar & Cara

    Ja, das gab es. Die wurden dann auch geliefert. Niemand fragte, ob man geeignet ist. Einfach bestellen und der Hund kam.

    Der Zwergschnauzer vom Lebensgefährten meiner Mutter wurde bei Quelle bestellt und wurde dann in einer Kiste - ganz alleine als Fracht - mit dem Zug geliefert.

    Die Katalogbestellungen von Hunden und Welpen im Zoogeschäft nahmen in Westdeutschland schnell eine Ende, nachdem Heiko Gebhardts bahnbrechende Reportagen über Vermehrerwelpen im Stern erschienen waren. Das war in den Siebzigerjahren. Er kaufte solche Welpen aus den Kleinanzeigen, ließ sie tierärztlich untersuchen und danach wurden sie je nach Zustand entweder vermittelt oder eingeschläfert. Es waren grausige Bilder, von den Welpen selbst und von den Produktionsstätten, die damals wirklich die Nation aufgerüttelt haben. Daraufhin stellten die Zoofachgeschäfte und die Versandhäuser den Verkauf von Welpen und Kätzchen sehr schnell ein. Den immensen Schaden fürs Image wollten sie nicht hinnehmen.

    Seitdem darf die Thematik als bekannt vorausgesetzt werden. In Welpenbüchern, Hundezeitschriften und Tierschutzorganisationen wird seither gebetsmühlenartig wiederholt, wo und bei wem man Welpen kauft und wo nicht.

    Es ist nicht aber so, daß ausnahmslos alle "Wühltischwelpen" verhaltensgestört oder krank sind. Ich kenne und kannte auch Leute, die mit ihrem vom Händler gekauften Hund zufrieden sind.

    Die Reportagen wurden dann auch als Buch veröffentlicht. ("Du armer Hund" ). Ich kann die Lektüre nur empfehlen, die Vertriebswege der Welpen waren etwas andere, die Zustände selbst bleiben leider gleich. Trotz jahrzehntelanger Aufklärung.

    Dagmar & Cara

    Kein bemerkenswerter Satz, aber bemerkenswerter Gesang: Gerade eben bei der Nachtrunde mit Cara hörte ich die erste Nachtigall seit Jahren. Also machten wir einen kleinen Umweg bis hinter das Freibad, wo die hohen Bäume stehen. Und da konnte ich der Nachtigall dann aus nächster Nähe lauschen.

    In der Nacht zum ersten Mai und bei Mondschein- wenn das nicht romantisch ist, dann weiß ich auch nicht. :herzen1:

    Dagmar & Cara

    Die Hündin wirkt tatsächlich sehr sympathisch, aber auch noch recht kindlich. Wenn über einen Hund im jugendlichen Alter geschrieben wird, er sei verträglich mit allem und jedem, dann sagt das noch nichts über das Verhalten des erwachsenen Hundes aus. Denn einige Eigenschaften wie territoriale Agression, Argenossenunverträglichkeit oder Jagdtrieb bilden sich erst mit zunehmender Reife aus.

    Damit will ich dem Verein keine Schönfärberei unterstellen, schließlich können die auch nur den Ist-Zustand beschreiben. Ob der aber so bleibt oder sich ändert, kann man nicht voraussehen. Das Äußere der Hündin könnte aber schon darauf hindeuten, daß sie auch ordentlich Wachtrieb entwickeln wird.

    Die Frage ist also eher an dich, mit was für Eigenschaften du leben kannst und willst? Ob du im Eigenheim in ländlicher Alleinlage lebst oder in einer innerstädtischen Mietwohnung macht zB einen Unterschied, wie groß dein Spielraum ist oder wie angepasst dein Hund sein muß. Was kannst du gegebenenfalls abfangen und was nicht?

    Dagmar & Cara