Beiträge von dagmarjung

    Lange Zeit galt in der Wissenschaft die Devise, daß das Denken dem Menschen und vielleicht noch den Menschenaffen vorbehalten sei. Höhere geistige Leistungen von anderern Tieren wurden nicht ernsthaft diskutiert, sondern galten als "Vermenschlichung".

    In den letzten Jahrzehnten hat sich in der Verhaltens- und Kognitionsforschung aber sehr viel getan und auch Hunde wurden einbezogen. Der Vorteil von Hunden ist, daß sie sich in der Gesellschaft und in Gebäuden des Menschen wohlfühlen und unbefangen agieren. Daher wurde in letzter Zeit gerade im Bereich der Kognition viel an Hunden geforscht. Adam Miklosi und Kurt Kortrschal sind zB zwei Forscher deren Institute sich mit solchen Fragen beschäftigen. Und die dankenswerterweise auch Bücher dazu geschrieben haben.

    Letztendlich kann man den aktuellen Stand des Wissens so zusammenfassen, daß auch höhere geistige Leistungen wie Abstraktion, Logik, Lügen, Gerechtigkeitsempfinden, Mitgefühl oder Ich-Bewustsein nicht mehr als alleiniges Privileg des Menschen gelten können.

    Wenngleich all das bei uns natürlich stärker ausgeprägt ist.

    Eines von vielen Experimenten, was mir im Kopf geblieben ist: Hunde durften zwei Menschen am Tisch beobachten, die vorher nicht mit dem Hund interagiert hatten. Die eine Person bat die andere, ihr etwas vom eigenen Essen abzugeben. Diese verweigerte enweder oder zeigte sich großzügig.

    Wurden nun die Hunde dazugelassen, bettelten sie signifikant häufiger bei den Großzügigen als bei den Geizigen.

    Dagmar & Cara

    Oh, das hab ich nicht gesehen! Das erweitert die Möglichkeiten ja noch mal ungemein! =)

    Ich stelle mir gerade die Vereinsgründung vor und habe Loriot- Flashbacks:

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    Dagmar & Cara

    Ein Pudel bringt die Brötchen vom Bäcker nach Hause.

    Der Canedoodle stellt den Bäcker an die Wand und bringt die Kasse nach Hause. :nicken:

    Diese Mischung erinnert mich an den Dobermann-Pudel, der vor vielen Jahren mal in "Tiere suchen ein Zuhause" vermittelt werden sollte. Äußerlich sah er dank Lockenfell dem Pudel ähnlich, innerlich schlug der Dobermann voll durch. Daher war er kaum vermittelber, denn Pudelfreunde kamen mit dem Wesen nicht zurecht, während Dobermann-fans sich neverever mit Lockenpudel an der Leine zeigen wollten.

    Dagmar & Cara

    Das ist eben auch ein Verein, der sich gezielt für eine Rassegruppe und deren genetische Verbesserung einsetzt. Da ist schon im Ansatz ein vernüftiges Ziel erkennbar.

    Es gibt soweit ich weiß auch noch einige andere Züchtervereinigungen, die zB eine Arbeitshunderasse jenseits des VDH züchten, um die Hunde auf keinen Fall zu Showhunden werden zu lassen.

    Ganz anders als ein Verein wie hier, unter dessen vagen Vorgaben von der Dogge bis zum Alpaka alles vermehrt wird, was vier Beine hat. Wie gesagt, das Muster ist bekannt, und in die Gestaltung schicker Ahnentafeln wird mehr Mühe investiert als in die Zuchtvorgaben. Denn man möchte ja die Züchter als zahlende Kunden haben und ihnen auf keinen Fall irgendwelche Hindernisse in den Weg legen.

    Das sind auch die Vereine, die "Weltsiegerausstellungen" in der Turnhalle von Kleinkuhfladen veranstalten, die garantiert kein Teilnehmer ohne Sieg und klingenden Titel verläßt. Denn was verkauft sich besser als ein Welpe mit "Weltsiegerabstammung"?

    Dagmar & Cara

    Die netten, pflegeleichten, kindergegeigneten und weder alten noch kranken Hunde sind natürlich immer gesucht, gerade auch in diesen Zeiten. Aber Nachfragen im Tierheim lohnt sich trotzdem, weil neu hereinkommende Hunde erst einmal eine Quarantänezeit durchmachen müssen, ehe sie auf der Homepage vorgestellt werden. Oft werden die "Netten" schon in dieser Zeit vermittelt. Deshalb lohnt es sich, telephonisch oder per Mail anzufragen, auch wenn sich auf der Homepage selbst keine Kandidaten finden.

    Dagmar & Cara

    Anscheinend hat auch die Vorsitzende Hunde, welche teilweise gedeckt werden oder decken.

    Das nun wieder ist bei einem Zuchtverein völlig normal, daß auch die Vereinsvorsitzenden Züchter sind und Zuchthunde haben.

    Lustig sind allerdings die selbstgestrickten Zertifikate für Zuchtrichter, Vereinsvorstände und Hundehebammen. (Hundehebammen??? Ernsthaft???)

    Da war zB eins dabei, das wie ein Pseudo-Schatzkartenpapier gestaltet war, so uralt gerolltes Pergament mit Löchern, Brandflecken und Rissen. Normalerweise nimmt man so eine graphische Gestaltung für Partyspiele und Geburtstagsfeiern - "suche 10 Meter östlich vom großen Baum" und da hängt dann dein Überraschungsgeschenk in den Zweigen. Oder in diesem Fall deine Qualifikation als Zuchtrichter.

    Dagmar & Cara

    Es gibt nun mal keine Kontrollinstanz in Form eines seriösen Zuchtvereins für Doodle und andere Mischlingszuchten. Insofern ist es egal, es macht sowieso jeder Doodlezüchter was er möchte, ob mit Pseudoverein im Hintergrund oder ohne.

    Da Doodles ausgesprochene Modehunde sind, ist in aller Regel das Geld die Motivation für die Zucht.

    In diesem Licht muß man auch die Werbesprüche sehen, angeblich sind das ja alles selbsterziehende, nicht haarende Therapiehunde.

    Ich habe schon Doodlebesitzer getroffen, die ganz überrascht waren, daß auch andere Rassen - zB Pudel - allergikerfreundlich sein können. Sie dachten ernsthaft, daß nur Doodle diese Eigenschaft hätten.

    Dagmar & Cara