Beiträge von dagmarjung

    Ich habe das jetzt vielleicht etwas zu generell ausgedrückt. Du schreibst ja selber, daß du insgesamt über den Tag verteilt weit länger unterwegs bist.

    Was ich meine ist, daß neben den reinen Lösegängen, die halt kaum Erlebniswert bieten, auch wenigstens ein längerer Gang eingeplant werden sollte, der mehr bietet als nur bis zum nächsten grünen Fleck und gleich wieder zurück.

    Natürlich kann man das auch anders aufteilen, je nach dem eigenen Tagesablauf

    Es gibt halt Hundeinteressenten, die schon im Ansatz arg knapp planen und denen eine Stunde am Stück schon zuviel ist.

    Ist hier ja keineswegs der Fall, aber das war für mich nicht von Anfang an klar ersichtlich.

    Leider werden in Rasseratgebern gelegentlich sehr unterschiedliche zeitliche Auslaufbedürfnisse je nach Hundegröße angegeben - nach dem Motto, Kleinhunde brauchen das nicht. Für mich nicht nachvollziehbar, und deswegen bin ich da vielleicht etwas empfindlich. ;)

    Wenn man vor Hundeanschaffung weiß, daß man am Tag 1.5 oder zwei Stunden Zeit zur Verfügung hat, wird es sich trotzdem im Alltag öfters mal ergeben, daß man kürzer geht.

    Umgekehrt vermutlich eher selten, wenn man schon vorher weiß, daß die verfügbare Zeit (oder Lust) eng begrenzt ist.

    Dagmar & Cara

    Ich selber bin auch eher der faule ruhige Typ, muß ich gestehen. Gerade deshalb habe ich mir einen Hund geholt, der temperamentvoller ist als ich und mich dazu anregt, mich mehr und länger draußen zu bewegen und der gemeinsam mit mir aktiv sein will. Zwei Couchpotatoes auf einmal sind in meinen Augen nicht die beste Kombination. ;)

    aber ich mag jetzt nicht täglich stundenlang rennen oder spazieren gehen.

    Jeder Hund möchte täglich mindestens eine Stunde am Stück draußen sein. Das heißt nicht unbedingt viel Strecke machen oder joggen, es geht viel mehr um die Erlebnisse und Gerüche, einfach die anregende Erlebniswelt außerhalb der Wohnung.

    Das hängt nicht von der Größe ab. Auch nicht vom Temperament.

    Klar, es kann mal Tage geben, wo es umständehalber nicht möglich ist. Das ist dann was anderes. Aber planen soll man schon so, daß im Alltag wenigstens 1,5 Stunden, eher mehr, für den großen Spaziergang zur Verfügung stehen. Man will ja auch mal woanders hin als immer nur vor die Haustür, hat Wegezeiten usw.

    Die Pudel und die kleinen Begleithunde wie Bolonkas sind (leider) so anpassungsbereit, daß sie sich nicht offensichtlich durch Verhaltensprobleme wehren, wenn sie zu kurz kommen. Die bleiben auch dann noch nett und zerlegen nicht die Wohnung, wenn der "große" tägliche Spaziergang sich auf ein halbes Stündchen beschränkt. Fair ist das trotzdem nicht gegenüber dem Hund.

    Dagmar & Cara

    Ich finde, bei Hunden wie dem Spitz oder dem abgebildeten Bordercollie täuscht auch das aufrechtstehende und längere Haar auf dem Schädel über die eigentliche Kopfform hinweg. Da kann man die Schädelform doch eigentlich nur durch Abtasten oder beim klatschnassen Hund wirklich beurteilen. Oder? :ka:

    Dagmar & Cara

    Habt ihr schon eine Planung für die Zeit nach dem Studium? Du sprichst zwar von Studium und Coronazeit, aber nicht von deioner künftigen Berufstätigkeit.

    Ich kenne einige Hunde, die dann nach der Studentenzeit schon sehr zurückstecken mußten. Falls dann noch Baustellen beim Hund dazukommen, man ihn zB nicht so ohne weiteres Gassigängern anvertrauen kann falls nötig, kann es organisationsmäßig schon extrem schwierig werden.

    Für einen Hund eine Betreuung zu organisieren ist auch einfacher als für zwei.

    Dagmar & Cara

    Totale Abhängigkeit, um nicht zu verhungern, verursacht Stress, auch wenn es nicht so aussieht.

    Wenn du das Grundbedürfnis nach Nahrung erfüllst, ohne daß sie für jeden Bissen eine Leistung der inneren Überwindung erbringen muß, nimmst du Druck raus.

    Du kannst immer noch viel Futterbelohnung einsetzen, wenn du die Ration in 2 Drittel aus dem Napf und 1 Drittel aus der Hand aufteilst.

    Wenn du bisher sehr selbstständig gelebt hast und plötzlich bei übermächtigen Wesen landest, die dir jede eigene Entscheidung verweigern, dann nennt man das Versklavung. Du entwickelst dann keine Vertrauen, sondern allenfalls eine krankhafte Abhängigkeit, die man unter dem Begriff "Stockholm-Syndrom" kennt.

    Echtes Vertrauen entwickelst du nur dann, wenn du wenigstens in Ansätzen eigene Entscheidungen treffen darfst. In so vielen Lebensbereichen wie möglich.

    Dagmar & Cara

    Ich habe zwar keinen Zwergpudel, sondern den etwas größeren Kleinpudel, aber ich kenne auch viele Zwerge.

    Pudel in allen Größen sind gut erziehbar und machen gerne etwas mit ihren Menschen zusammen. Alleine bleiben ist wie bei allen Rassen eine Sache der Erziehung und Gewöhnung. Das gilt auch für den Abruf. Der ist nicht ab Werk eingebaut, man muß ihn wieder und wieder üben.

    Leicht erziehbar heißt aber nicht selbsterziehend! Gehorsamstraining, zB Abruf oder Leinenführigkeit, ist immer Arbeit und erfordert ein gewisses Grundwissen, Zeit, Konsequenz und Geduld. Man kriegt es nicht geschenkt.

    Ich schreibe das so ausführlich, weil ich in meiner Umgebung so viele kleinere Hunde sehe, die nur deshalb dauerhaft an der Flexileine laufen müssen, weil die Besitzer das Training nach einigen halbherzigen Versuchen aufgegeben haben, aus mangelndem Wissen oder aus Bequemlichkeit.

    Pudel gehören nicht zu den Rassen, die für besondere Verfressenheit bekannt sind, manche sind sogar eher mäkelig. Das ist aber individuell verschieden.

    Agressiv sind Pudel normalerweise nicht. Sie neigen nicht zum offensiven Draufhauen, eher zum Rückzug. Aber sie können sehr wohl Angstagression entwickeln, wenn sie ständig bedrängt werden, von Menschen oder Hunden. Kleine Hunde machen nicht immer gute Erfahrungen mit größeren Hunden und entwickeln dann oft Angstagression. Da ist der Besitzer in der Pflicht, den Kleinen zu schützen und aufdringliche Fremdhunde wirksam zu blocken.

    Kleine Hunde sind auch keine Streichelobjekte für alle Menschen, die sie gerade niedlich finden. Auch da muß man seinen Pudel gelegentlich vor Übergriffen schützen.

    Meine Hündin mag die Aufmerksamkeit von Fremden sehr gerne, andere Pudel sind da zurückhaltender.

    Vom Charakter her kenne ich Pudel als aktive und lebhafte Hunde, die aber auch gut zur Ruhe finden, wenn gerade nichts los ist. Sie mögen es sehr, wenn ihre Intelligenz auch durch entsprechende Aktivität wie Hundesport, Nasenarbeit, Apportierübungen und Tricks gefordert wird. Ich finde es immer schade, wenn die Intelligenz der Pudel so hoch gelobt wird und dann bei Besitzern völlig brach liegt, die mit ihren Pudelchen nur 3 mal täglich um den Block gehen und sonst nichts unternehmen.

    Dagmar & Cara

    Ich kann dir leider keine Tips geben.

    Ich stelle mir aber ernsthaft die Frage, welche hirnlosen Idioten einen Angsthund wie Bonny in eine Wohnlage wie deine vermitteln, wo die allernötigste Grundvoraussetzung fehlt: nämlich ein eigener Garten und eine ruhige Umgebung. Damit der Hund erstmal ankommen kann, bis man irgendwas von ihm fordert.

    Denn wie du gesagt hast, hat sie ja vor allem Angst und hat bei dir keinerlei Rückzugsmöglichkeit, um von da aus allmählich ihre neue Welt zu erkunden.

    Kannst du sie an die Orga zurückgeben? Denn ich glaube nicht, daß du die richtige Pflegestelle für sie bist. Nicht wegen deiner Person, sondern wegen deines Lebensumfeldes.

    Dagmar & Cara

    Unsicherheit eines Pudels. Ein Traum

    Unsicherheit ist aber nicht typisch für Pudel. Von denen, die ich kenne, und das sind allein durch den Pudelverein eine ganze Menge über die Jahre, zeigen sich nur solche unsicher, die aus mangelhafter Aufzucht stammen und/oder reizarm gehalten werden . Und nicht mal auf die trifft das durchgängig zu.

    Dagmar & Cara

    Der Hund entwickelt sich ja in dem Alter auch stürmisch. Und als Halter ist man dann im ersten Moment schon mal überrascht und muß sich erst auf den "neuen" Hund einstellen. Wenn aus dem lieben Kind plötzlich ein dreister Flegel wird. :roll:

    Das kann schon mal ein, zwei Tage dauern, bis man das wirklich verinnerlicht hat.

    Dagmar & Cara