Beiträge von dagmarjung

    Wenn deine Mutter den Besitzer kennt, habt ihr ja einen Namen und eine Adresse für Polizei und Ordnungsamt. In diesem Fall, da es bisher bei Belästigungen geblieben ist, ist das Ordnungsamt zuständig.

    Hunde müssen immer unter Aufsicht ihrer Halter stehen, auch im Freilaufgebiet.

    Dagmar & Cara

    Wenn ich nie Kontakt zu fremden Hunden zulasse, lernt er keine Hunde kennen. Dann hat er absolut gar keinen Hundekontakt mehr, obwohl er Interesse an Artgenossen hat. Irgendwie müssen fremde Hunde zu bekannten Hunden werden.

    Das sehe ich genau so. Vollkommen frende Hunde können ja mit der Zeit auch zu Freunden werden, wenn man sich besser kennenlernt.

    Die Frage ist: wie erreicht man das?

    Absprache mit dem anderen Halter, bevor man die Leinen losmacht ist schon mal gut. Leider halten manche Leute ihren Tunichtgut für ein harmloses Unschuldslamm, deshalb darf man sich auf die Aussage "Meiner ist lieb" nicht immer verlassen. Im übrigen kann auch ein lieber, aber tapsiger Großhund einem Kleinhund im Spiel ganz aus Versehen das Rückgrat brechen. Ein spielerischer Pfotenhieb reicht. Hundespiele sind nun mal Rauf- und Jagdspiele.

    Am wichtigsten ist es, die Körpersprache des anderen und des eigenen Hundes richtig lesen zu lernen. Kräfteverhältnisse richtig einschätzen und den Schwächeren schützen. Einfühlungsvermögen: Was grob aussieht, ist meist auch grob. Auf den Rücken springen, berammeln, runterdrücken: Nicht gut.

    Möchtest du 45 Minuten lang von jemand Stärkeren am Boden festgehalten und bedroht werden? Vermutlich nicht. Dein Hund auch nicht. Das ist kein normales Vehalten unter Hunden, die sich gut verstehen, sondern Mobbing.

    Im echten Spiel, das beiden Spaß macht, kann es heftig zugehen, aber dann werden auch mal die Rollen getauscht Es liegt nicht immer nur derselbe unten oder flieht vor dem anderen. Und die Kräfteverhältnisse müssen ausgeglichen sein, damit das auch unter Hunden funktioniert, die sich nicht sehr gut und lange kennen.

    Das wichtigste ist, und das durftest du leider in deiner Hundeschule nicht lernen: du als Mensch bleibst nicht außen vor und läßt die Hunde einfach machen. Du bist berechtigt und verpflichtet, einzugreifen, bevor es schief läuft.

    Was aber auch wichtig ist: Rechtzeitig ausweichen und Kontakt vermeiden, wenn die inneren Alarmglocken auch nur leise läuten. Kein Hund muß sich mit allen beschnüffeln und alle kennenlernen. Man kann auch ohne Kontakt vorbeigehen.

    Dagmar & Cara

    Ja, ich bin in einer Hundeschule. Die Trainerin begründet auch viel mit Dominanz. Sie meint, dass sich junge Rüden prügeln müssen, damit sie die Rangordnung klären und sich selber einschätzen können. In der Hundeschule wird er immer von einem Rauhaardackel verprügelt. Sie meint, dass es auch vorkommen kann, dass ein Hund einen anderen dominiert und ihn 45 min. auf dem Rücken festhält. Man dürfe nicht eingreifen, da man so die Rangordnung stört. Ich muss meinem Hund auch das Essen wegnehmen können, weil das Alphatiere ja angeblich so machen. Ich lese gerade ein Buch über die Sozialstrukturen von Wölfen. Darin wird eigentlich das Gegenteil behauptet, trotzdem kann ich mich ja nur an meinen Trainer halten. Ich bin da leider nicht so überzeugt und kann die Hundeschule nicht wechseln, da es hier keine gute gibt.

    Alles, was du aus deiner Hundeschule berichtest, ist extrem gruselig. Und sämtliche hier aufgeführten Behauptungen, dies und das müsse so sein, sind schlicht nicht wahr.

    Das einzige, was dein Hund dort lernen kann ist, daß andere Hunde ihn ungehemt mobben und quälen und daß Du - sein eigentliches Rudel! - das zuläßt. Daß er sich also auf dich nicht verlassen kann, wenn es ernst wird. Möchtest du das wirklich?

    Ich jedenfalls möchte, daß meine Hündin mir so vertraut wie sonst niemandem auf der Welt. Diese Vertrauen versuche ich mir zu verdienen, indem ich sie vor Gefahren und Bedrängungen schütze.

    Ein Hundeschule wie diese ist unendlich viel schlechter als gar keine!

    Leider gibt es aber immer noch "Trainer", die sich seit Jahrzehnten nicht weitergebildet haben und an alten, längst überholten Denkmustern kleben.

    Übrigens nehmen Alphatiere den anderen kein Fressen weg. Warum sollten sie auch? Alphatiere sind im Wildleben die Eltern der Rangtieferen. Sie sorgen für ihre Familien und sind interessiert daran, daß diese nicht zu kurz kommen.

    Das Buch über die Sozialstruktur von Wölfen hört sich venünftig an. Ist es zufällig von Bloch oder Radinger? Beide haben wirklich viel Wissen über Wölfe und Hunde.

    Dagmar & Cara

    Wer ist denn jetzt schuld? Meiner, weil er sich nicht unterworfen hat oder der andere, weil er dominant war?

    Ein wirklich dominanter Hund ist ein souveräner Hund. Der hat es gar nicht nötig, auf anderen herumzutrampeln.

    Nun ist aber längst nicht jeder Hund so souverän. Manche Hunde polieren gerne ihr Ego auf, indem sie Schwächere verprügeln. Ob der Rüpel es dann überhaupt akzeptiert, wenn der Schächere sich unterwirft, ist keineswegs gesagt. Die "Benimmregeln", die unter Rudelmitgliedern gelten, sind nämlich eine Sache, eine Begegnung unter Fremden eine ganz andere.

    Ich will dir keine Angst machen, aber das Risiko bei Hundebegegnungen ist für Kleinhunde einfach ein größeres. Zum einen wegen der Hunde selbst, die wie gesagt keine Engel sind und gut einschätzen können, bei wem sie sich was erlauben können und bei wem nicht. Und zum anderen wegen mancher Hundehalter, die - leider- ebenso eine Risikoabschätzung machen, ob dem eigenen Liebling etwas zustoßen könnte oder nicht. Das sieht leider oft so aus, daß Hunde beim Anblick von größeren angeleint werden, bei kleineren läßt man's laufen, sofern der eigene der Stärkere ist.

    kann da nicht viel passieren. Ich kann doch eingreifen

    Du hättest in der Situation schon sehr früh eingreifen müssen. Je nach Körpersprache des anderen Hundes schon im Anlaufen, ansonsten im Ansatz des ersten "auf den Rücken springens". Also bevor der andere Hund Gelegenheit hat, deinen Hund herumzuschubsten.

    Dass er irgendwann andere Hunde ankläfft, ist mir klar. Das machen fast alle kleinen Hunde aus unserer Stadt.

    Ich habe auch eine kleine Hündin und die tut das nicht. Weil sie keinen Grund dazu hat. Denn ich habe Fremdhunde im Blick und regle notfalls unangenehme Situationen für sie, und sie hat gelernt, sich darauf zu verlassen.

    Umgekehrt hat meine Hündin sich schon recht früh von sich aus angewöhnt, mich als Deckung zu benutzen, wenn wir fremden, größeren Hunden begegnen. So passieren wir Fremdhunde ohne direkte Konfrontation. Es müssen sich nicht immer alle "Hallo" sagen.

    Dagmar & Cara

    Habe mich heute mit einer unterhalten, gleich alten Hund aus dem Tierschutz. Meinte sie, ja der Hund kann super allein bleiben... Aber sie beobachtet sie nie mit der Cam. Da dachte ich mir, na kein Wunder dass ich mir Stress mache, ich will alles ins kleinste Detail gut haben

    Damit ist wohl die Frage beantwortet, wer hier ein Kontrolletti ist! :lol:

    Laß doch nächstesmal nicht nur deine Hündin, sondern auch das Smartphone zuhaus. ;)

    Dagmar & Cara

    Ich kann das verstehen, du schreibst ja, sie hat früher gebellt und Sachen angekaut beim Alleinebleiben.

    Anscheinend hat sie aber inzwischen wirklich tolle Fortschritte gemacht und ist viel entspannter. Der Rest kommt dann mit der Routine. Wahrscheinlich hast du bei deinen Sorgen noch das alte Bild im Kopf und dich noch nicht so ganz an das neue gewöhnt.

    Dagmar & Cara