Gutes Verhalten belohnen ist schon richtig. Es kommt aber auch hier aufs Timing an:
Du schätzt die Situation so ein, daß Molly gleich losspringen könnte, verlangst rechtzeitig vorher ein alternatives Verhalten von ihr, zB "Sitz". Molly setzt sich, statt deine Tochter anzuspringen. Gut gemacht, Lob und Belohnung sind angebracht.
Oder: Molly springt deine Tochter an, du sagst "Sitz" sie setzt sich. Lobst und belohnst du jetzt, belohnst du nicht nur das Hinsetzen, sondern auch das Verhalten direkt davor, also das Anspringen. Denn es lohnt sich für Molly, deine Tochter anzuspringen und damit den Sitzbefehl auszulösen, wofür sie dann eine Belohnung erwarten kann. Das nennt man dann eine unerwünschte Verhaltenskette.
Das richtige Timing ist oft nicht einfach, wir sind meist viel langsamer als unsere Hunde. Ein Sekundenbruchteil kann da schon den Unterschied zwischen genau richtig und zu spät machen.
Deshalb sollte dich eine Trainerin coachen, damit du lernst, genauer zu beobachten, rechtzeitig bemerkst, was gleich passieren könnte und entsprechend handeln kannst. Also vorausschauend handeln und nicht immer nur reagieren.
Unerwünschtes Verhalten ignorieren funktioniert nur dann, wenn das Verhalten nicht selbstbelohnend ist. Paradebeispiel: Hetzen ist für Hunde extrem selbstbelohnend. Lasse ich meinen Hund draußen jagen, kann ich ihn ignorieren so lange ich will, er wird das Jagen bestimmt nicht sein lassen.
Auch andere Verhaltensweisen können selbstbelohnend sein, auch wenn es nicht immer so offensichtlich ist. Auch hier kann eine Trainerin, die den hund live sieht, mehr sagen, denn ein und dieselbe Verhaltensweise kann verschiedene Motivationen als Ursache haben.
Dagmar & Cara