Deine/Eure Liste klingt nach einem Labrador oder Golden Retriever. Ohren hin oder her, daran entscheidet sich nicht, ob eine Beziehung glücklich ist oder nicht.
Dein Wunsch nach einem abwehrbereiten Hund beißt sich allerdings mit euren übrigen Vorstellungen. In welcher Situation genau soll der Hund deine Frau und dein Kind eigentlich beschützen und gegen wen? Wie oft im Alltag ist eine solche Situation wirklich gegeben und was bedeutet ein verteidigungsbereiter Hund für den gesamten Alltag mit Hund?
Es ist nämlich nicht so, daß ein Hund von selbst weiß, wer wirklich gefährlich ist und wer nicht. Seine Kriterien sind ganz andere als deine. Abwehrbereitschaft richtet sich in 99,99 Fällen gegen Fremdhunde (Viel Spaß mit einem ausrastenden Hund am Kinderwagen, der jeden entgegenkommenden Fiffi schreddern will) oder gegen völlig harmlose Menschen (spielende Kinder, die zu nahe kommen, liebe Omis, die dutzidutzi in den Kinderwagen machen usw).
Mit einem mißtrauischen, abwehrbereiten Hund ist kein entspannter Spaziergang möglich, bei dem der Hund einfach nur dabei ist. 100% Konzentration auf den Hund ist erforderlich, um immer alles vor ihm zu sehen, was ihn triggern könnte. Das machst du aber nicht mit einem Kleinkind an der Hand oder im Wagen!
Mit anderen Worten: mit Familie fährst du um Welten besser, wenn dein Hund ein freundliches Wesen hat und der Welt im allgemeinen, anderen Hunden und Menschen gegenüber prinzipiell wohlgesonnen ist.
Der Gedanke an einen Hund, der mich mit seinem Leben verteidigt, ist romantisch, ein solcher Hund ist aber im Alltag mit Kindern viel mehr Belastung als Gewinn. Den letzlich mußt du einen solchen Hund ständig vor allem beschützen, was ihn zum Auslösen bringen könnte.
Wenn du eine gewisse abschreckende Wirkung haben willst, nimm einen schwarzen Labrador. Viele Menschen haben Respekt vor großen schwarzen Hunden. Wen du ihm dann noch Bellen auf Befehl beibringst, hast du schon eine echte Schutzwirkung ohne das Risiko, daß der Hund wirklich jemanden beißt.
Dagmar & Cara