Beiträge von dagmarjung

    Aber woran liegt das denn?

    TS Hunde aus dem Ausland nehme ich jetzt mal aus, damit kenne ich mich kaum aus.

    Hat der Mensch zu hohe Ansprüche an den Hund? Will er zu viel, zu schnell?

    Das Spektrum der Gründe umschließt eigentlich alles, was du schon beschreibst . Genetik, Epigenetik, reizarme Aufzucht der Welpen, Umgang mit dem Hund...

    Achten die Züchter nicht mehr auf ein gutes Nervenkostüm und mehr auf die Optik?

    Bei fast allen Rassen außer echten Arbeitshunden spielt seit dem Beginn der Standardzucht die Optik die wichtigste Rolle bei der Zuchtwahl, darüber muß man sich im klaren sein. Zuchtziel der Hundeschauen ist nun mal der standardgemäße, also optisch schöne Hund. Auch Hunde mit schlechterem Nervenkostüm schaffen diese Hürde. Eine Wesensüberprüfung findet zwar bei einigen, aber längst nicht bei allen Rassen statt. Bei den Pudeln zB ist damit lediglich gemeint, daß der Hund sich vom Schaurichter anfassen lassen muß, ohne zu beißen. :hust:

    Auch ein Hund mit nicht so guten Nerven ist ja in seinem gewohnten Umfeld über kurz oder lang relativ unauffällig. Hund und Halter gewöhnen sich aneinander und dann fällt zB ständiges Nerv-Gekläffe gar nicht mehr so auf. Hunde sind halt so, und lieb ist er ja. Wenn der Hund dann noch hübsch ist, warum nicht mit ihm züchten?

    Mit dem Ausdruck "wenn du nichts unternimmst, fliegt der dir bald um die Ohren" ist meist auch gemeint, daß bisherige unerwünschte Verhaltensweisen sich in ihrer Heftigkeit noch steigern können, wenn der Halter jetzt nichts oder das Falsche tut.

    Dafür gibt es keine festgelegte Definition. Ich versuche mich trotzdem mal an einer Erklärung:

    Wenn ein Hund ständig überfordert ist, hat er Stress. Er regt sich oft auf, steigert sich rein, pusht sich selber mehr und mehr hoch. Stress und Aufregung machen aber das Lernen unmöglich, Denn der Organismus ist quasi im "Überlebenskampf" und steckt alle Energie da rein. Höhere geistige Prozesse können dann nicht stattfinden. Jedes Training wird also schwer bis unmöglich. Auf Mensch- und Hundeseite wächst der Frust. Unerwünschtes Verhalten verfestigt sich, da der Hund keine Alternativen lernen kann und sein Ventil in gewohnten Verhaltensweisen sucht.

    Stresshormone bauen sich schnell auf, aber nur sehr langsam wieder ab. Ein Hund, der also in ständigem Stress lebt, kann sich nicht regenerieren. Auf Dauer geht das auf Kosten der Gesundheit. Er braucht seine Ventile immer nötiger, ein Teufelskreis entsteht.

    Grasfresser verbringen sehr viel Zeit mit Fressen, dafür wächst die Nahrung zu ihren Füßen.

    Wilde Caniden müssen ihre Nahrung dagegen relativ energieaufwendig suchen und sehr energieaufwendig jagen. Daher sind sie von Natur aus darauf eingerichtet, daß sie lange Ruhezeiten (energiesparen) mit kurzen, aktiven bis hochaktiven Phasen kombinieren.

    Wenn beides nicht im Gleichgewicht ist, und er nicht genügend regenerieren kann, kann es dazu kommen, daß ein Hund dauerhaft "drüber" ist.

    Ein schlauer Wissenschaftler hat mal gesagt: Hunde regen sich gern auf. Und das stimmt. Der gerade noch dösende Hund, der von 0 auf 100 aufspingt und am Gartenzaun tobt, ist ein Klassiker.

    Ich persönlich kenne keinen einzigen Hund, der einen um die Ohren fliegt oder ständig drüber ist, wie man ja immer so schön sagt.

    Ich kenne schon den einen oder anderen. Manchmal ist der Hund selbst speziell, in anderen Fällen liegt es am Umgang. In einen traurigen Fall haben die Besitzer selbst ihren Pudel in den Wahnsinn getrieben und merken es noch nicht einmal.

    Daß ein Jungpubertierer manchmal nervig ist und sich schlecht kontrollieren kann, empfinde ich aber als ganz normal.

    Als normaler Hundehalter entwickelt man ja auch ein Gefühl für seinen Hund und merkt, wenn es mal zuviel war, und läßt es anschließend ruhiger angehen. Ein gewissen Maß an Stress gehört nun mal zum Leben.

    Aber dauerhaft und immer Stress kann zum verhaltensgestörten Hund führen.

    Die Frage mit dem Spielzeug war völlig falsch gestellt

    Wo steht das mit dem geworfenen Spielzeug?

    Kann es sein, daß in der Studie vorrangig solche Verhaltensweisen abgefragt wurde, die tatsächlich weniger rassespezififisch sind? Davon gibt es ja auch eine Menge. Ob ein Hund beispielsweise Fressen vergräbt oder nicht, wie weiter vorne im Thread erwähnt, war züchterisch sicher nie von Bedeutung.

    Und einem Hasen hinterherrennen tun wohl auch die meisten Hunde, die über ein Grasbüschel hinwegsehen können. Trotzdem gibt es da Unterschiede in der Intensität, die mit der Rasse zu tun haben.

    Genau. gute Qualität und angepasste Größe der Karabiners ist wichtig. Das größte Risiko jeder Leine ist, daß der Karabiner brechen kann. (Das Risiko hast du aber auch bei gekauften Leinen.)

    Die modernen Polyesterseile reißen nicht und mehrfache Knoten übereinander halten bombenfest.

    Anleitung zum Selbermachen:

    Zum Baumarkt gehen.

    Seil und Karabiner kaufen. Dabei etwas mehr Seil einplanen als die Leine lang werden soll.

    Seilenden mit einem Feuerzeug verschweißen und so am Ausfransen hindern.

    Seil an Karabiner festknoten.

    Nach Wunsch Handschlaufe oder Umhängeschlaufe einknoten, beides ist jederzeit flexibel lösbar.

    Fertig. :smile:

    Zeitlicher Aufwand:

    Gang zum Baumarkt: je nachdem.

    Bastelzeit: 5 Minuten

    Lebensdauer der Leine: mindestens ein Hundeleben!