Die Stichworte wurden schon genannt:
- Gesundheit: Eine verborgene Schmerzproblematik (zB Zähne, Ohren, Rücken usw) kann sich in "schlechter Laune" gegenüber Artgenossen äußern, lange bevor andere Anzeichen erkennbar sind. Der Verdacht liegt besonders dann nahe, wenn der Hund sein Verhalten quasi von heute auf morgen ändert.
Das kennen wir auch von uns selber, mit Zahnschmerzen sind wir nicht unbedingt die nettesten und geduldigsten Mitmenschen. Da ist also ein Tierarztcheck angesagt.
- Lebensalter der Hündin: Wenn Hunde nicht nur körperlich, sondern auch in ihrem Wesen wirklich erwachsen werden, möchten sie in der Regel mehr Abstand und Respekt von Artgenossen haben. Gespielt wird dann, wenn überhaupt, nur noch mit wenigen, gut belkannten Freunden. Sie sind dann auch eher bereit, Dinge zu verteidigen, die sie für sich beanspruchen.
- eine mögliche anstehende Läufigkeit: kann auch zu einem Ernsterwerden bei der Hündin führen, gerade in diesem Alter gibt das noch mal einen Entwicklungsschub.
Es gehört zum normalen Hundeverhalten, Dinge deutlich für sich zu beanspruchen und gegebenenfalls zu verteidigen. Das betrifft zB Beute wie Dummys oder Bälle, Futter, Liegeplätze und überhaupt den Heimbereich. Es ist also völlig normal, daß deine Hündin keine Konkurrenz dulden will.
Als Hundehalter muß man sich dessen bewußt sein und viele Situationen managen. ZB niemals Wurf- und Beutespiele machen oder Leckerchen verteilen, wenn mehrere Hunde frei laufend anwesend sind. Auch nicht einfach so einen fremden Hund in der Wohnung herumlaufen lassen, besser beide Hunde anleinen, kontrollieren und trennen.
Junge Hunde lösen ihre Konflikte mit Artgenossen oft durch "Fiddeln", das heißt anbiedern und anspielen, oft recht hektisch: "tu mir nichts, ich bin nur ein harmloser Welpe!". Das führt die Halter dann oft zu dem Trugschluss, ihr Hund würde alle anderen Hunde lieben und bräuchte möglichst viele Hundekontakte. Das ist aber gar nicht der Fall. Oft ist der Hund einfach überfordert mit den vielen Hundebegegnungen, weiß aber keine andere Lösung. Wenn er dann erwachsener und selbstbewußter wird, grenzt er sich durch Agressionsverhalten deutlicher ab. Der Grundkonflikt ist aber derselbe geblieben.
Der Hund sollte lernen: man kann an anderen Hunden auch einfach ohne Kontakt vorneigehen und muß sich gar nicht mit ihnen befassen. Das kann enorm entlasten. Es erfordert aber Konsequenz und Geduld, ihm das beizubringen, wenn der Hund bis dahin alles immer selber regeln mußte.