Beiträge von dagmarjung

    ob er irgendwann kapiert dass ihm nix passiert auch wenn er nicht auf den Arm genommen wird.

    Aber wenn der andere Hund ihn verbellt, dann passiert ihm ja in dem Moment was, und das wird er sich merken.

    Hundebegegnungen kann man mit zuverlässig freundlichen, gelassenen Hunden bewußt und in Ruhe üben. Aber nicht mit jeder Zufallsbegegnung auf der Straße, und dreimal nicht, wenn das Gegenüber auf kläffende Kleinhunde seinerseits agressiv bellend reagiert.

    Den Shitstorm soll er ruhig mal über sich ergehen lassen wenn er selber anfängt zu kläffen.

    Der einzige Lernerfolg wäre, daß er seine Befürchtungen bezüglich anderer Hunde voll bestätigt sieht und sich fremde Hunde künftig erst recht durch Bellen vom Leibe halten will.

    Chihuahuas neigen erfahrungsgemäß zum Verbellen, man kann daran arbeiten, aber bestimmt nicht so wie oben empfohlen.

    Du als gelegentliche Gassigängerin machst alles richtig, wenn du den Zwerg hochnimmst. Prima, daß er sich auf dem Arm sicher fühlt, das schafft Vertrauen. Zusatznutzen: Er kann auf dem Arm auch seinerseits keinen Unfug machen. :smile:

    Danke, @Lockenwolf! :smiling_face_with_hearts:

    Als meine Kleinpudekhündin Cara 6 Monate alt war, gab es täglich mehrere kleine Löserunden und einen großen Ausflug. Der dauerte allermindestens eine Stunde, meist aber 2 Stunden oder länger. (Es war Sommer und ich bin dann auch gerne draußen.)

    Was nicht heißt, daß wir in dem Alter Gewaltmärsche gemacht haben, aber wir waren jeden Tag länger am Stück draußen. Ein Stück laufen, Welt erkunden, mit mir spielen, mit anderen Hunden spielen, Wasser kennenlernen, sich davor noch gruseln, Löcher in Walderde buddeln, ein bißchen Grundgehorsam üben, sich zwischendurch ausruhen, mich bei Besorgungen begleiten. Mal Unbekanntes kennenlernen, am nächsten Tag dafür wieder in vertrauter Umgebung herumbummeln.

    Mit 6 Monaten darf man junge Hunde nicht überlasten, aber sie sind jetzt schon wie aktive Schulkinder, nicht wie Babys. Sie wollen und müssen sich viel frei bewegen und ihre körperlichen und geistigen Fähigkeiten trainieren. Das geht nicht in der Wohnung. Und 30-Minuten-Häppchen sind zu kurz dafür, da wird es gerade erst lustig und dann muß man schon wieder rein...

    Stichwort Alleinebleiben: Das gehört ganz dringend auf die To-do Liste! Am besten gestern...

    Wir achten auch drauf, dass sie nicht sieht wie wir die Pipi weg machen.

    Warum? Das ist dem Hund völlig egal. Das tut überhaupt nichts zur Sache, wenn der Welpe das sieht.

    Zum Thema Vorbiß: der Vorbiß bezueht sich auf die Schneidezähne. Die werden beim Fressen aber gar nicht verwendet. Wenn Hunde ihre Nahrung zerteilen - gekaut im eigentlichen Sinne wird sie kaum - dann verwenden sie dazu die kräftigen Backenzähne. Trockenfutter hat meine Kleinpudelhündin in der Regel gar nicht gekaut, sondern unzerteilt heruntergeschlungen, wenn es sich um Futter handelte, dessen Brocken in etwa auf ihre Größe abgestimmt waren.

    Was immer ihr also füttern wollt, auf den geringen Vorbiß müßt ihr dabei keine Rücksicht nehmen, der wird Bambi beim Fressen nicht einschränken.

    Zwei Gründe:

    - dass er im Freien (wenn Stehzeit ist) nicht ständig auf andere Hündinnen springen will (Leine ziehen oder wenn Freilauf nicht zurück kommt)

    - er scheinbar immer wieder in ihrem oder des Tochters Intimbereich schnüffelt.

    Das Zauberwort für diese Verhaltensweisen heißt Erziehung und nicht Kastration.

    Gerade in der Pubertät muß halt öfter mal die Leine dran, bis durch Übung und Wiederholung und schlichtes Dranbleiben der Gehorsam gefestigt ist. Das dauert halt seine Zeit. Freilauf nur da, wo man die Übersicht hat. Nicht abwarten und zugucken wie der Jungrüde sein Ding macht und Hündinnen belästigt und dann erst reagieren. Immer vorausdenken.

    Auf guten Hundeübungsplätzen werden heute läufige Hündinnen ganz normal in der Gruppenstunde geführt und nicht ausgeschlossen. So erhalten Rüden und ihre Besitzer eine wertvolle Lernmöglichkeit: man kann sich trotz toller Gerüche aufs Arbeiten konzentrieren. Das ist eine Lern- und Übungssache.

    Wenn ich nicht will, daß mein Hund mich im Schritt beschnüffelt, dann erlaube ich ihm das einfach nicht, sondern schicke ihn deutlich weg bzw unterbinde das schon im Ansatz.

    Das positive beenden, hab ich bisher eher als positive Verstärkung gleich gesetzt

    Weil wir immer "positiv" als "angenehm", "gut" usw interpretieren, während es im Begriff der "positiven Verstärkung" lediglich im mathematischen Sinne gemeint ist: etwas wird von außen hinzu gefügt, zB eine Futterbelohnung.

    Negative Verstärkung ist ja eine hochwirksame Belohnung und erstmal nichts Böses. Kurze Pausen sind sehr belohnend.

    Um mal etwas Positives herauszustellen: du hast in den Augen deines Hundes massiv Vertrauenspunkte gewonnen! Er durfte erleben daß du ihn ohne Wenn und Aber beschützt.

    Einen fremden Schäferhund um den Hals packen, naja, das kann nach hinten losgehen. Aber so im Adrenalinrausch handelt man ja nicht immer überlegt. Meine Taktik ist es eher, dem Fremdhund schon im Anrennen frontal blockierend gegenüberzutreten und ihn dabei zusammenzubrüllen, Brust raus und aufstampfen. Hat hier gut gewirkt.

    Eine für alle Fälle perfekte Lösung habe ich aber auch nicht.

    Zu deiner Frage bezüglich Kastration:

    Testosteron ist nicht nur im engeren Sinne das männliche Geschlechtshormon, sondern auch das Hormon des sozialen Erfolgs und der Selbstsicherheit. Daher ist es sehr ungünstig, einen unsicheren Rüden zu kastrieren, da die Kastration seine Unsicherheit höchstwahrscheinlich noch verstärken wird.

    Nicht nur rauflustige Jungrüden, die sich hormonbedingt aufführen wie Conan der Barbar geraten leicht in Raufereien. Auch unsichere Kandidaten wirken manchmal provokant auf andere Rüden, denn mit leichten "Opfern" kann man's ja machen - und sich dann fühlen wie Conan der Barbar.

    Eine Kastration, die deinen Hund noch unsicherer macht, führt also nicht dazu, daß andere Hunde ihm gegenüber friedlicher werden. Eher im Gegenteil.

    Dein Rüde ist aber mit noch nicht zwei Jahren noch mitten in seiner hormonellen Entwicklung. Diese sollte man ihm auch gönnen. Er kann durchaus noch selbstsicherer werden. Verbaut ihm diese Möglichkeit nicht durch eine Kastration.