Beiträge von dagmarjung

    Mein Fiete wird erst steif, dann werden seine Augen schmaler und die Pupillen verändern sich. Manchmal knurrt er dann noch als dritte Warnung, manchmal schnappt er auch schon vorher ab. Wenn man ihn nicht kennt, sieht man evtl bis zum Schnappen NICHTS. Heißt aber schlicht nicht, dass es aus heiterem Himmel kommt.

    Das möchte ich nochmal ganz besonders hervorheben. Die Körpersprache von Hunden ist sehr fein und differenziert. Steif werden und starr gucken gehört bereits zum Agressionsverhalten. Das muß man alles wissen und lesen können. Ebenso wie Beschwichtigungsverhalten zB Kopf abwenden, Züngeln, mit dem Hunde ihr Unbehagen ausdrücken. Und da müßt ihr als Hundehalter noch viel lernen, damit ihr eure Hunde besser einschätzen und kritische Situationen erkennen und vermeiden könnt.

    Collies sind Hunde. Agression gehört genau wie Flucht oder Beschwichtigen zum Verhaltensrepertoire von Hunden in Konfliktsituationen, ganz unabhängig von der Rasse. Das muß man auch beim liebsten Hund immer im Hinterkopf behalten.

    Da ihr ländlich wohnt und eure eigenen Kinder schon größer sind, könnte es sein, daß eure junge Hündin einfach keine Kleinkinder kennt? Oder jedenfalls nie näheren Kontakt hatte?

    Kleinkinder verhalten, bewegen sich und klingen so anders als Erwachsene oder größere Kinder, daß Hunde sie zunächst gar nicht unbedingt als Menschen erkennen. Das müssen sie erst lernen.

    Wenn nun ein Kleinkind den Hund im Gesicht anfaßt und vermutlich grobmotorisch zupackt, vielleicht die Lefze zwickt oder ans Auge faßt, dann wäre damit schon erklärbar, daß die normale Beißhemmung gegenüber Menschen nicht greift, einfach weil der Hund dieses fremde Wesen nicht als Mensch einordnen kann.

    Ihr habt die Aufsichtspflicht verletzt, indem ihr eure Tochter alleine mit dem Hund losgeschickt habt. Andererseits haben auch die Eltern meiner Meinung nach ihre Aufsichtspflicht verletzt, indem sie ihr Kind so nahe an einen fremden Hund herangelassen haben, daß es ihm ins Gesicht fassen konnte.

    Ein auf Hundefragen spezalisierter Anwalt ist jetzt euer bester Berater.

    Das ist altersgemäß völlig normal.

    Stubenreinheit ist ein längerer Entwicklungs- und Lernprozess. Das erfolgt in Stufen, nicht ja oder nein, top oder flop.

    Hunde lernen ortsbezogen, das heißt, vorläufig ist dein junger Hund in seiner vertrauten Umgebung schon recht zuverlässig stubenrein, aber er hat das Prinzip noch nicht auf fremde Wohnungen bzw jedes "Drinnen" übertragen. Das ist aber nur eine Frage der Zeit und des Übens.

    Außerdem spielt hier die Aufregung hinein, die den Hund ablenkt, gkleichzeitig aber die Verdauungsprozesse beschleunigt.

    Üben heißt hier: setze in fremder Umgebung nicht das voraus, was dein Hund bei dir zuhause schon recht zuverlässig kann, sondern behandle ihn wie einen wesentlich jüngeren Welpen. Lass ihn sowenig Fehler wie möglich machen.

    Sinnvoll ist es zB, den Hund an der Leine bei dir zu behalten, für Ruhe und Entspannung zu sorgen und mit ihm nach sehr kurzer Zeit in der fremden Wohnung noch mal rauszugehen, auch wenn er sich vorher schon gelöst hat.

    Caras letzte Unfälle sind auch bei Besuchen in anderen Wohnungen passiert, da war sie schon über ein halbes Jahr alt und ich hatte gar nicht mehr damit gerechnet. Mein Fehler war genau wie hier: ich habe die Aufregung unterschätzt und bin zu spät mit ihr rausgegangen.