Ich denke schon, daß Belohnung in gewisser Weise auch konditioniert wird / werden kann. Ein Hund, der frei z.B. über die Ressource Futter verfügt, wird auf Leckerlies nicht sonderlich abfahren. Deswegen ist es in einigen Fällen gar nicht so abwegig, wenn man den Hund wirklich mal 1-2 Tage hungern läßt und als Belohnung seine ganz normalen Mahlzeiten benutzt. Belohung = ich werde satt, "Strafe" = ich muß hungern. Für normales Hundeplatz-Spaß-Training würde ich diese Methode aber eher nicht nutzen.
Für meine Face ist i.d.R. die Belohnung, daß sie weiter machen darf. Ob im Agi weiter laufen, im Alltag eine Runde rennen dürfen - das schiebt bei ihr die Glückshormone so richtig voran. Es ist aber durchaus auch so, daß sie auf Leckerlies steht, aber einfach powern dürfen ist viel viel besser, da man sich als Durchschnitts-Face ja im Alltag immer so zusammenreißen muß.
Auch wenn z.B. die Ressource Spielzeug ständig zur freien Verfügung ist, dann wird sie uninteressant werden. Daher gibt es bei uns "normale Spielzeuge" und "Trainingsspielzeuge", die dann eben wirklich nur im Training auch eingesetzt werden und so immer was ganz besonderes bleiben.
VOn daher - ja, ich denke, Belohnungsverständnis ist in gewissem Mass auch anerzogen.
Wenn ich z.B. den Hund meiner Eltern sehe, der immer alles bekommt, wie er möchte (Futter, Spielzeug, Nähe usw.) - der ist generell kaum zu etwas zu motivieren. Der macht nur mit, wenn er will - weil es nichts gibt, worauf man ihn motivieren kann. Das ist für mich auch der Fehler, der sehr häufig in der Hundeerziehung gemacht wird. Die Hunde leben im Schlaraffenland - warum sollten sie dann noch etwas tun für uns Menschen?