Beiträge von Terry

    Nein, Belohnung gibt es nicht, schon gar nicht direkt in einer Situation, nur weil Hund gerade die richtige Bewegung macht. Habe es ja auch so gelernt (und auch gelehrt), nur hat der Alltag und viele verschiedene Hunde gezeigt, dass ich damit an das Ziel, das sie selbst Situationen angemessen bewerten und agieren (Menschen und Tiere in Ruhe zu lassen) nicht erreiche. Gerade in absoluten Notsituationen ist dann zu erkennen, was gewirkt hat und was nicht.

    Gerade bei Ashkii (da er nun mal bei mir wohnt) habe ich feststellen können, dass jegliche Belohnung ihn von der Gesamtheit der Situation abgelenkt hat. Für ihn gehört sein Verhalten und Belohnung nicht zusammen. Denn wenn er was will, dann will er was. Und das setzt er bis zum bitteren Ende um (egal ob gleich, oder in Stunden, Tagen, Wochen, er vergisst nie). Nicht weil er dumm ist oder, wie ihm gern unterstellt wurde (leider auch von mir), dass er einfach nur stur ist. Nein, es ist seine Natur. Ist seine innere Motivation vorhanden abklären zu müssen was er sieht (das kann auch etwas sein, was sich nicht bewegt), dann nimmt er zwar nen Keks gern mit, aber das, was er sich in den Kopf gesetzt hat, das muss er erledigen.
    Nia würde auch aufhören mitzudenken, wenn sie wüsste, dass es nen Keks gibt. Und letztendlich würde sie auch ihr Ding durchziehen. Bloß wegen nem Keks (oderwasauchimmer) würde sie nicht ihr Vorhaben aufgeben.

    Das bedeutet nun nicht, dass ich nicht honoriere wenn ich das erste Mal nichts sagen muss. Dann freuts mich, und es kommt ein "na das ist ja toll", "bin stolz auf dich" oder was mir gerade einfällt. Wie der jeweilige Hund das auffasst: Keine Ahnung. Zumindest sind wir dann in fröhlicher Stimmung, weil alles passt :D

    Ich sage dem jeweiligen Hund was ich nicht will (z.B. "Katzen werden in Ruhe gelassen") und schiebe mich zwischen Hund und Objekt. Nehme Hund dabei mit (eng führend). Wenn notwendig noch ein "vergiss es", aber ich ignoriere immer das Objekt der Begierde und laufe einfach weiter. Bei Nia ging es schneller, dass sie von allein zu mir kommt (oder stehen bleibt) wenn sie etwas wahrnimmt, wo sie weiß dass das in Ruhe gelassen wird. Bei Ashkii hat nur die sture Wiederholung jetzt dazu geführt, dass er eher von allein bei mir bleibt und nur schaut ohne durchzustarten. Er läuft, durch die vielen Straßen unmittelbarer Umgebung aber an einer 8m-Flex bzw. Schleppleine. Außer Katzen waren Vögel für Ashkii ein Muss loszustürmen. Auch dass legt sich immer mehr. Mein Ziel ist es nicht (mehr) einen Hund beim los rennen stoppen zu können, sondern dass er gar nicht erst los rennt. Für mich ist es erst ein "Erfolg", wenn der jeweilige Hund von sich aus zeigt (ich also nichts sagen muss), dass er verstanden hat, was ich von ihm möchte.

    Barry hat nie unter Gehorsam gestanden. Wenn ich es jetzt so definiere, dass meine Befehle ohne wenn und aber ausgeführt werden sollen.
    Er hat verschiedene Angebote von mir bekommen (soweit möglich) sich mit Situationen auseinanderzusetzen, dessen Ziel beinhaltete sein Gegenüber nicht zu fressen bzw. am Boden festzunageln. Wie er das löst (ohne sich oder andere zu schaden) konnte er selbst entscheiden.
    Ist bei Nia auch so. Sie braucht es immer wieder Entscheidungen treffen zu können. Veränderungen haben sich durch den Wechsel des Wohnortes ergeben. Konnte sich Barry z.B. in Berlin freier bewegen, ging das hier nicht, durch das dichtere Verkehrsaufkommen durch zu schmale oder nicht vorhandene Gehwege (mir zu riskant). Auch Nia könnte ich in Berlin mehr Freiheit zugestehen, hier bin ich meist fast auf Tuchfühlung mit Autos.
    Ashkii wiederum ist einfach nicht der Typ eigene Entscheidungen treffen zu können bzw. will er auch nicht. Er fühlt sich sicherer wenn ich ihm Entscheidungen abnehme und ihm viel vorgebe. Er ist dann völlig überfordert. Außer im innerartlichen Bereich. Da hat er mehr Kompetenz als ich.

    Gratulation zu deinem Nichtmops :D
    Ashkii ist auch 50 cm hoch und 15 kg schwer. Den klemme ich mir einfach unter den Arm. Wenn dein Hund sich erst einmal eingelebt hat und dir vertraut, dürfte das auch kein Problem sein.

    Mh, eine Bitte ist halt nur eine Bitte. Das bedeutet ja nicht automatisch, dass der Gegenüber dieser auch entsprechen muss. Hat sich aber so eingebürgert, dass geglaubt wird, eine Bitte sei eine Aufforderung etwas zu unterlassen. Bitte lässt immer auch ein Nein zu. Will heißen: wenn ich etwas nicht will, dann bitte ich nicht, dann gibt es eine Ansage/Stop/oderwasauchimmer.

    Ich schließe mich *Sunti* an. Für mich kommt es auf den Hund an: Barry (KangalMix) durfte in Berlin, nachdem wir uns "einig" waren was den Alltag betrifft, ohne Leine laufen (er lief eh immer in meiner Nähe, nie weit voraus). Er ignorierte Passanten oder auch Hunde und es kam darauf an, wie die Situation war, dass er entweder von allein zu mir kam, sowieso schon neben mir war oder ich aber einfach mitteilte, doch auf mich zu warten. Hätte ich ihn jedesmal angeleint, weil ein Passant kommt, hätte ich mir das ableinen gleich schenken können. Bei Menschen, die zeigten, dass sie ihn unheimlich finden, musste er warten, so dass ich ihn vorbei führen konnte. Bei entgegenkommenden Kindern wartete er schon von allein auf mich und bei Mensch-/Hundegespannen wusste er am besten ob wir das nun zusammen machen oder er einfach vorbei geht. Da wir ja meist die selben Menschen trafen, kannte man uns bald und es ging alles ruhig von statten. Es kamen ab und an Gespräche zustanden, wobei gerade auch Menschen mit Ängsten vor Hunden uns ansprachen und es dann mal wagten ihn kurz zu streicheln.

    Mit Ashkiii ist das alles nicht möglich. Er wird immer eng bei mir geführt wenn wir Menschen passieren. Er ist ein TutNix, springt aber mit Vorliebe an (hält die Personen mit den Pfoten dann auch fest). Oft muss ich ihn vor den Menschen schützen weil er sich angeblich ja so freut und es ist doch nicht schlimm das er anspringt und man habe ja selber Hunde und und und..... Nö, ist keine Freude bei ihm, ist Stress pur und anspringen, nö, ich will das nicht.

    Nia wiederum mag nicht gern angefasst werden. Sie darf, wo möglich frei laufen, kommen aber Passanten muss sie erst einmal bei mir bleiben und dann schauen wir mal. Dann können Mensch und Nia sich ja einig werden ob sie bei gegenseitigem Interesse Kontakt aufnehmen wollen oder auch nicht. Sie hat aber die kleine Macke: angefasst werden will sie nicht aber selber möchte sie wenigsten mal ne Geruchsprobe nehmen. Da habe ich ein Auge drauf, dass sie das endlich mal verinnerlicht, dass das ne blöde Idee ist.

    Mein Barry hätte glatt der Hund sein können, *Hektorine*, von dem du in Post *259* schreibst. Der wäre auch stehen geblieben um vorbei zu lassen. Mir wäre ein Ansprechen dann recht gewesen und wir hätten Barry dann plauschender Weise eingesammelt.

    Bauchgurt: meine Hunde führe ich nur am Bauchgurt. Ein einfacher Jogginggürtel (an dem eigentlich die dazugehörige Leine an einem Ring befestigt wird) an dem beide Flexileinen eingehängt sind. So habe ich beide Hände frei, kann sie an den Leinen (1 Gurtleine Ashkii, 1 Seilleine Nia) neben oder hinter mir kurz führen wenn notwendig, ansonsten läuft Nia eh frei wo möglich.

    mh, als mein Jimmy "taub" wurde (war), reagierte er auf Telefonklingeln (war noch in der nur Festnetzzeit) und auf das Signal der Feuerwehrautos (heulte dann mit). Vorher hat ihn das null interessiert. Das waren die einzigen Töne, welche er wohl noch hörte. Drum wäre auch meine Idee Probleme mit dem Gehör (Empfindlichkeit auf bestimmte Töne).

    Mich gruselt es jetzt schon, wenn ich mal wieder einen Hund suchen werde.

    Da ich wusste, das "Single" in vielen THs ein Ausschlusskriterium ist, habe ich mich auf diese Frage vorbereitet. Wie man es macht, macht man es scheinbar falsch. Vermutlich sollte ich beim nächsten Besuch im TH erst mal ein psychologisches Profil der Mitarbeitenden verlangen, damit ich mich darauf einstellen kann. Scheint ja echt eine besondere Spezie an Mensch zu sein.

    Du wirst lachen, ich glaube das wird der erste Schritt sein, den ich gehen werde, wenn ich in einigen Jahren einen Hund suche. Die TH abklappern und mir die Mitarbeiter anschauen. Ich weiß jetzt schon ein TH bei dem ich erst gar nicht nach einem Hund schauen werde, (in dem ich "gearbeitet" habe, habe ich nach 2 Tagen dann das Handtuch -wegen der Menschen- geworfen).