Hund ist nicht einfach Hund. Er ist in erster Linie ein Individuum das verschiedenen Dingen unterworfen ist. Vor allen Dingen Teilen, welche ihm angeboren sind. Dazu gehören natürlich züchterische Richtungen, wie er aufgewachsen ist und welch ein Typ der jeweilige Hund ist. Dazu kommt dann noch das Umfeld, Sozialisation und mehr.
Bei deinem PodencoMix: Straßenhund, in dem Falle wohl Selbstversorger (habe mich noch nicht damit beschäftigt ob Straßenhunde aus Prinzip Jäger sind). Von klein an nicht daran gewöhnt worden mit dem Menschen zusammen zu arbeiten. Von seiner Rasse her ein auf die Jagd gezüchteter Hund, dessen Anteile auch beim Mix ja vorhanden sind. Vom Typ her ein sehr selbständiger Hund, der durch das "wild" aufwachsen nicht lernen konnte, welche Vorteile das für ihn haben könnte eng mit seinem Menschen zusammen zu arbeiten. Er suchte sich seine Vorteile, die er für wichtig erachtet.
Nun kann der Mensch durch die Bandbreite an entweder eigenen Erfahrungen/Beobachtungen oder im Austausch mit anderen; verfolgen umfangreicher Literatur einen gewissen Teil bei solch einem Hund "auffangen". Aber das bedeutet nicht, dass ein Hund so hin gebogen werden kann, dass er zu einem Hund sich wandelt, welcher so agieren wird, wie wir es uns vorstellen/wünschen.
Du hast alles genutzt was dir als möglich und richtig erschien und Hund hat gezeigt wo die Grenzen liegen. Ungesichert ging es einfach nicht. Und so ist das manchmal, man muss mit dem klar kommen, was anders nicht möglich ist.
Ob das, was für mich wichtig ist einem Hund nahe zu bringen bei ihm auch soweit funktioniert hätte, dass er nicht mehr jagt? Jain. Ich weiß es nicht. Kann sein, kann nicht sein. Denn ein Hund entscheidet wie weit er mitmacht und wieweit nicht (das nennen wir dann stur, manche halten ihre Hunde tatsächlich auch für dumm weil sie nicht das machen was und wie Mensch es erwartet). Ich würde auch mit ihm so arbeiten wie ich es mit meinen Hunde mache. Angepasst. Ist er introvertiert, ist er extrovertiert, was ist ihm wichtig, was ist mir wichtig. Reicht es ihm durch Wiederholungen deutlich zu machen was ich will. Muss ich ihn (wie Ashkii) erst einmal zur inneren Ruhe bringen, indem ich ihn seitlich hinter mir führe sobald ein für ihn interessanter Reiz auftaucht? Was braucht er um innerlich ausgeglichen zu werden, zu bleiben? Muss ich enge Grenze setzen wie bei Ashkii. Aufgelockerte, weniger Grenzen wie bei Nia? Kaum Grenzen wie bei meinem Jimmy, Balu und Barry? Und entscheidet sich Hund nur gesichert unterwegs sein zu müssen (ob nun an der Leine oder in einem gesicherten Auslauf), dann ist das eben so.
Der Mensch sucht Handgriffe. Sucht Lösungen welche er anwenden kann. Diese Lösungen können nur aus dem jeweiligen Mensch und dem jeweiligen Hund entstehen. Der individuelle Alltag zeigt was notwendig ist und wo die Grenzen liegen. Und zwar jeder Tag aufs neue. Mein Ziel ist es, dass Hunde, soweit ihnen individuell möglich, lernen ihr Verhalten bewusst zu steuern und zwar angepasst an unser Leben und dass muss mir nicht immer gefallen (hach ja, was vermisse ich meinen Barry).