Zitat
Also, das Bleib habe ich folgendermaßen versucht: Luke neben mir Sitz machen lassen, ganz doll gelobt, langsam versucht mich erstmal vor ihn zu stellen, immer mit Blickkontakt, aber keine Chance...
Blickkontakt bedeutet Kommunikation. Wenn du ihn anschaust erwartet er irgendwas. Da von dir nichts kommt versucht er was anzubieten. Also erarbeite erstmal das sichere Sitz neben dir ohne das du ihn anschaust.
Du stellst dich neben ihn, schaust ihn an sagst sitz, schaust weg. Bis drei zählen. Auflösen, gut ist es. Dies steigerst du langsam. Anschauen: Kommando, wegschauen Hund bleibt im Sitz.
Klappt das, gehst du, wortwörtlich einen Schritt weiter.
Hund mit Blickkontakt und Aufforderung Sitz; mind. 4 Sekunden warten; Blickkontakt: Sitz wiederholen. Ein Schritt SEITLICH vom Hund weg (OHNE Blickkontakt). Kurzer Blickkontakt mit Wiederholung Sitz. Wegschauen, kurz warten, Schritt zurück zum Hund. Kurz warten. Ruhig loben (Hund bleibt sitzen) und Auflösen.
Bleibt er ruhig Sitzen wenn du mehrere Schritte von ihm weg bist kannst du dann auch anfangen langsam um ihn herum zu gehen(auch hier: keinen Blickkontakt). Dann um ihn rum zu hüpfen oder was weiß ich; lass dir dann was einfallen. ABER: das hat alles Zeit!
Dein Hund reagiert vielleicht extrem auf Körpersprache. Wenn du neben ihm stehst und einen Schritt vorgehst ziehst du ihn dadurch automatisch mit (nach vorn Flucht bzw. automatisches Mitlaufen). Das würd ich mir auch nicht verbauen. Denn ein gut geführter Hund wird immer dem HH folgen, außer er wünscht etwas anderes.
Ein Schritt zurück ist das Gleiche. Hund wird dir autoamtisch folgen. Also bleibe mit ihm Anfangs auf einer Linie. Das Selbe gilt übrigens für Platz.
Baue alles langsam und wirlich in kleinen Schritten auf. Dein Hund lernt dadurch dir zu vertrauen. Er ist noch zu jung um im Eiltempo (was mir leider immer wieder auffällt das zu früh zu viel erwartet wird) zu erwarten. Auch wenn der HH der Meinung ist das dies nicht zu schnell ist.
Ihr habt Zeit. Er wird noch viele Entwicklungsphasen haben. Übe es nicht mit ihm extra. Dadurch bekommt es eine besondere Bedeutung. Baue es in dem Alltag mit ein. Ablenkungen sind dabei nicht dramatisch (natürlich nicht gleich volle Power). Du kannst immer wieder einen Schritt zurück gehen.
Aber ganz wichtig ist es so langsam zu machen das der Hund in seinen Ausführungen gefestigt wird. Beachte ihn im Alltag weniger, schränke es auf wenige Kuschelrunden, die du einläutest, ein. Gib ihm vermehrt Zuwendung wenn er etwas korrekt ausführt.
Jetzt nicht falsch interpretieren: du sollst ihm nicht die Zuwendung entziehen. Das kann durchgeknallte Auswirkungen haben. Aber soweit runterschrauben das er ohne Aufdringlichkeit Kontakt aufnimmt und du entscheidest kurzfristig ob du knuddeln oder spielen willst o.ä.. Ansonsten Blickkontakt vermeiden.
Nimm dir einfach Zeit. Wenn du Geduld hast, wird sich immer mehr erkennen lassen wo er "schauspielert" und wo er echte Probleme hat. Die nächsten Monate ist erstmal wichtig Vertrauen, Bindung und Fürhung zu festigen. Die gewünschten Sequenzen (Sitz, Platz usw.) werden in den Alltag integriert und somit werden die Ausführungen für in Selbstverständlich weil sie zu ihm gehören.
Dadurch wird sich in ca. einem Jahr seine Grundausbildung so gefestigt haben das alles andere leichter von der "Hand" geht.