Beiträge von Terry

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    wann man z.B. wie oft einen Hund füttern muss, wo er wie schlafen kann/darf, wie man Autofahrten arrangiert usw. Grundlegendes eben. Sicherlich mag das für die meisten hier selbstverständlich sein, aber für uns nicht. Ebenso mag man hier alles erfragen können, aber ich finde es schon besser, wenn es dann um unsere spezifischen "Problemchen" geht, als um grundlegende Sachen, die man wissen muss


    Wenn du deine Buchauswahl durch gelesen hast, wirst du merken das es tatsächliche grundlegende Sachen gar nicht wirklich gibt.

    Denn du wirst betr. Schlafplatz, Fressen oder sonstiges viele verschiedene Möglichkeiten hören und empfohlen bekommen wenn du nur genug verschiedene Bücher liest oder HH fragst.

    Sich auf solche "grundlegenden Dinge" festzulegen kann dem Zusammenleben mit dem Hund sehr im Wege stehen.

    Denn jeder hat die Lebensweise die zu seiner Persönlichkeit und Umfeld passen.

    Da kann es nützlich sein nur einmal am Tag Fressen anzubieten, der nächste findet es praktisch das Futter (wenn es denn Trockenfutter ist) den ganzen Tag stehen zu lassen oder 2 mal zu füttern.

    Der eine findet es praktisch (und für den Hund kann es von Vorteil sein) das mit im Schlafzimmer genächtigt wird, für den nächsten ist es praktischer (und vielleicht in dem Falle auch für den Hund) nicht im Schlafzimmer zu schlafen.

    Wichtig ist das euch klar ist was ihr wünscht. Wie ihr es euch vorstellt und ob es dann auch für den Hund das Richtige ist. Das sind Dinge die sollte euch teilweise vorher klar sein (z.B. darf Hundi auf die Couch) oder ihr erarbeitet es mit dem Hund zusammen.

    Hoffe das dies jetzt verständlich rüber kommt.

    Einige Ausschnitte aus den Posts vom Themenstarter:

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    Glücklicherweise stand ich noch nie vor einer ähnlichen Endscheidung, aber ich denk mir manchmal, dass es soviel Elend und Armut auf der Welt gibt, wie können Hundehalter da guten Gewissens "nur" für einen Hund soviel Geld ausgeben. Wisst ihr was ich meine?

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    Ich frage mich vielmehr, ist es moralisch nicht höchst problematisch hier einen Hund für mehrere Tausend Euro zu operieren, wenn vielen Millionen Menschen auf der ganzen Welt selbst die grundlegenste medizinische Versorgung verwehrt bleibt und jeden Tag Kinder an einer einfachen Grippe krepieren.

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    Aber trotz allem frage ich mich trotzdem ganz oft, ob es nicht wirklich etwas dekadent ist einen Hund (bei mir sind es ja sogar zwei) sein Leben lang "durchzufüttern" ohne einen praktischen Nutzwert aus der Hundehaltung zu ziehen.

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    Allerdings bestürzt es mich schon, dass die Überlegungen zur Moralität als Hundehalter damit beendet sind. Moral scheint sich bei den meisten wohl nur auf ihren direkten Lebensbereich zu beziehen und für den ganzen großen Rest kann ich ja eh nichts, sind sowieso andere Schuld etc.


    und zuguter Letzt die Eingangsfrage:

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    darf man mehrere Tausend Euro für eine Hunde-OP ausgeben


    Das große Dilemma an der Gesellschaft (an welcher auch immer) ist das sie alles einem Wert zuordnen muss. Wie weit ist das andere Lebewesen in der Entwicklung, wieviel Wert hat es also.

    Das zieht sich durch viele Jahrhunderte und hat so manchen Menschen viel Kummer bereitet.

    Den Schwarzen weil sie es nicht Wert waren Mensch genannt zu werden und als Sklaven missbraucht wurden, den Indianern weil sie es nicht Wert waren Mensch genannt zu werden und bis zum heutigen Tage verfolgt zu werden, den anderen Naturvölkern weil man sie nicht als so wertvoll ansieht wie den Kommerz, den man mit ihrem Lebensraum ankurbeln kann. Da gibt es massig Beispiele.

    Es wundert mich natürlich nicht das der Mensch, der vor seiner eigenen Art noch nicht mal Respekt hat, vor Tieren erst recht keinen halt macht.

    Aber es wundert micht dann doch immer wieder, das so einige, obwohl, wie oben ja aus den Zitaten zu lesen ist, gerade die Menschen die sich als so moralisch denkend präsentieren wollen (das zeigt gerade die Ausgangsfrage, denn wer bitte schön soll denn entscheiden ob man "darf" oder nicht und das ist damit auch das brisante Wort in dieser Diskussion) an eines gar nicht denken:

    Die Hunde verstehen kein Wort. Sie wissen über Wertigkeit nicht das geringste. Sie nehmen es so wie es kommt. Aber hinter jedem Hund steht nun mal auch ein Mensch.

    Und diese werden hier angegriffen: ihnen wird vorgeworfen (siehe Zitat 4) das sie moralisch nicht weiter als bis zu ihrer Hundehaltung denken. Das sie sich für nichts anderes interessieren. Mit welchem Recht? Haben diese Menschen auch keinen Wert weil sie ein "wertloses Objekt" hoch schätzen. Weil sie es lieben?

    Ist es nicht mehr möglich sich in andere Menschen hinein zu versetzen? Es ist doch wurscht ob sich hier jemand das 10 Halsband kauft. Aber ich freue mich wenn er es stolz erzählt und er sich freut. Darf er dies nicht weil es sich um einen Gegenstand handelt dem er seinen Hund gekauft hat? Es gibt mir doch nicht das Recht andere Menschen anzuprangern das sie es machen.

    Und HH einfach mal zu unterstellen das sie mit einer teuren OP für ihr vierbeinigen Begleiter dann völlig unmoralisch seien (siehe Zitate oben) zeigt mir nur das sich Personen, welche sich so äußern, keinerlei Respekt für ihre Mitmenschen haben. Da ist für mich das denken "die armen Menschen in Drittländern" eher unmoralisch weil ich diese Äußerung nicht als ehrlich ansehe.

    Erst wenn die Menschen mit Wertungen für Lebewesen im Allgemeinen aufhört, ist eine Chance da das es allen etwas besser geht auf dieser Welt. Solange sie alles Gegeneinander wertet (und jeder wird da logerischweise seine eigene Sichtweise einfliesen lassen) wird das nichts mehr.

    Ersteinmal: gratuliere das ihr euch so früh Gedanken dazu macht und euch durch das Gassieführen heran tastet.

    Meine Empfehlungen sind: "Das andere Ende der Leine" und "Liebst du mich auch". Beide Bücher von Patricia B. MacConnell. Das erste Buch behandelt, wie der Titel schon sagt, den Blick auf den Menschen. Warum einiges ist wie es ist und wo die Hauptmissverständnisse herkommen und das zweite Buch hauptsächlich die Gefühlswelt bei Hund und Mensch.

    Zur Zeit die für mich wichtigsten Bücher. Denn erst wenn einem der Hund nicht mehr ein Buch mit sieben Siegeln ist, fällt es leichter ihn zu verstehen.

    Dann finde ich das Buch "Das Alpha-Syndrom" von Anders Hallgren sehr wichtig. Denn wenn dem HH eines oft genug um die Ohren gehauen wird, ist es die Dominanztheorie. Und dem wird auf den Grund gegangen.

    Erziehungsbücher empfehle ich gar nicht. Jeder Hund, jeder Mensch, jede Situation ist verschieden. Außerdem ist es ein gewaltiger Unterschied etwas zu lesen (also Handgriffe) und dies dann umzusetzen.

    Sinnvoller finde ich verschiedene HuSchu oder Vereine zu besuchen und das Arbeiten zu beobachten. Gerade ohne Hund wird einem viel mehr Auffallen, als wenn man dann mit Hund hingeht. Die Konzentration auf das Umfeld ist dann eine andere.

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    so die lösung des problems gefällt mir so nicht aber die analyse stimmte total: mein hund schwimmt gerade in einer grauzone und aus dieser unsicherheit heraus kommt sein gestänker...(was heute ausnahmsweise mal weg war


    das Schwimmen in der Grauzone hat aber nichts mit der Leine zu tun (siehe Post cazcarra).

    Probiere nichts an deinem Hund aus. Weder Leinensignal noch -rucken. Wäre schön wenn du es nächsten Freitag schaffst, dann können wir darüber mal ausführlicher reden.

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    Ich leg dem Hund einen Ball (Fußballgröße?) auf die Wiese, mach den Ball interessant, der Hund schubst ihn im Idealfall an...


    *lol* so könnte man sich z.B. einen "Balljunky" erziehen (wenn er einfach mal so auf einen Ball los darf) :D .

    Also: Bälle gibt es extra dafür. Sinnvoll sind sog. "Ferkelbälle". Ne, die werden nicht aus deren Haut gemacht sondern sind für diese (also Ferkel) erfunden worden, damit (bei artgerechter Haltung) diese Beschäftigt sind.

    Diese Bälle sind sehr stabil. Gehen also bei übermütigem Reinbeißen nicht gleich kaputt.

    Wir haben den Hunden das schubsen über Leckerli beigebracht: Ball hinlegen, knapp unter dem Ball ein Leckerli, Hund wurde anfangs noch festgehalten, Besitzer hinter den Ball und mit einem "Befehl" hat sich Hundi dann Leckerli geholt und dabei dann natürlich aus Versehen den Ball zu dem HH geschubst.

    Parallel dazu wird die Ablage, das Schicken und das abstoppen erlernt.

    Später kommen dann mehrere Bälle ins Spiel und müssen auf Anweisung in bestimmte Richtungen gerollt werden.

    Ich empfehle dies allerdings unter Anleitung zu erlernen, damit der Hund wirklich kontrolliert arbeiten lernt. Nur sollte man da auch darauf achten das der Trainer "durchgeknallte" Hunde nicht "liebt" findet und das noch fördert.

    Ach, und die Ballgröße richtet sich nach dem Hund.

    Videos könnte es unter You Toube geben. Und ansonsten mal go***ln.

    Ich habe mit Barry in unserem Verein an einem Seminar teilgenommen. Für uns beide ist es nichts.

    Jeden Freitag kann ich auf unserem Platz das Training beobachten.

    Wauzelfan hat es gut zusammen gefasst: der HH kontrolliert die Bälle, es wird viel über Distanzkontrolle gearbeitet.

    Also sehe ich diese Art der "Beschäftigung" EINE spielerische Art um über Spaß Distanzkontrolle zu lernen und sich auch von bewegenden Objekten abrufen zu lassen (sollte jedenfalls nach meinem Empfinden in die Arbeit mit einfliessen).

    flying-paws
    also "weglaufende" Bälle wird wahrscheinlich irgend ein "Genie" mal erfinden (vielleicht malt er dann noch ein Schaf drauf :roll: ).
    Aber wenn Hundi dem Ball richtig Schwung gibt kann man daran schön üben den Hund abzustoppen damit er dem Ball nicht folgt (hab ich jedenfalls schon beobachtet).

    Also das Ganze einfach mal ansehen und sehen wie weit es Hundi und HH Spaß macht. Aber darauf achten das der Hund nicht "Ballgeil" gemacht wird.

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    sondern die Überlegung inwieweit Hundehaltung moralisch vertretbar ist.


    Jederzeit vertretbar. Wer hier den "Moralischen" raushängen lässt aber gleichzeitig so

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    Und es kann mir doch keiner hier erzählen, dass es nicht paradox ist, dass neben Millionen hungernden Menschen auf dieser Welt in einigen Ländern Barfportionen für die vierbeinigen Freunde exakt abgemessen werden, man möglichst exquisiete Fleischsorten für Fifi bestellt und bereit ist 50 Euro für 15 Kilo TroFu zu bezahlen - und bitte kommt jetzt nicht wieder mit dem "Todschlagargument" dass man seinen Hund ja wohl nicht mit billigem Discounterfutter ernähren soll, dass ist nicht die Frage, denn es gibt nicht nur schwarz und weiß!


    argumentiert tritt das Moralische Denken mit Füssen.

    Klar sind wir hier in einem Hundeforum, aber jetzt so zu tun als wenn Hundehalter damit gleichzeitig nicht "moralisch" denken find ich schon ziemlich, mh, anmassend.

    Natürlich sind die meisten Zustände Menschwerk. Aber in anderen Bereichen wird es jedem überlassen wie er sein Geld ausgiebt (und damit die Zerstörung u.U. weiterfördert) aber sobald es um Tiere geht kommt man plötzlich damit das es doch "nur" ein Tier ist.

    Gleichzeitig wird hier suggeriert das den HH Alles andere egal ist. Find ich schon ein wenig "frech".

    Sehr schön von geena geschrieben

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    Also kaufe ich nicht Waren, deren Art der Herstellung ich als unmoralisch empfinde. Sei es durch Ausbeutung, Umweltzerstörung, Kinderarbeit viele Unternehmen erwirtschaften ihre Gewinne damit.


    Und damit schliesse ich natürlich Artikel oder Gesundheit für den Hund mit ein. Und aus dem Grunde ist es sehr wohl nachvollziehbar wenn AUCH für den Hund KEIN Müll gekauft wird.

    Edit: was mir gerade noch einfällt > betr. Luxusgüter. Da ist es nicht notwendig zu hinterfragen? Wo kommen sie her, welche Resourcen wurden dafür verwendet (vernichtet?), wie wurden diese hergestellt usw.

    Wer sich für seine Umgebung und Umwelt interessiert und doch mal über den Tellerrand hinausschaut, wird feststellen das sehr viele Dinge, die wir verwenden (ob nun Luxusartikel oder nicht) unsere Welt mit zerstört, andere Menschen ins Elend schubst.

    Und wenn schon von Moral und damit auch von Respekt die Rede ist: wir haben dies auch im großen Maße Tieren gegenüber zu haben. Dies ist natürlich nicht festzumachen an dem Konsum aber wie weit Tiere als Mitlebewesen geachtet und geschätzt werden.

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    Glücklicherweise stand ich noch nie vor einer ähnlichen Endscheidung, aber ich denk mir manchmal, dass es soviel Elend und Armut auf der Welt gibt, wie können Hundehalter da guten Gewissens "nur" für einen Hund soviel Geld ausgeben


    das Komische ist doch das diese Frage sich nur stellt wenn es um Ausgaben für Tiere geht.

    Keinen stört es aber wenn die reichen Herrschaften sich goldene Wasserhähne anschaffen, das 10te Auto (natürlich Luxus), wenigstens 2 riesen Villen hat, von den Häusern in fremden Ländern mal ganz zu schweigen.

    Das wird als "Normal" und gerecht(?) angesehen. Nur sobald es um Tiere geht wird plötzlich die "Moral" ausgebuddelt. Obwohl, wie hier ja schon so einige geschrieben haben, der Mensch an einem großen Teil des Elendes mit Schuld ist.

    Vielleicht kannst du ja Treffen organisieren. Also kleine. Reicht ja Anfangs alle 2 Wochen um sich kennen zu lernen und vielleicht wird es dann auch öfter.

    Wie alt ist Hundi jetzt (oder hab ich das überlesen?). So ab ca. 8 Monate kann es vorüber gehend schon mal zu solchen "Schüben" kommen.

    Mein Bearded hatte von jetzt auf nachher Angst vor Menschen; hatte sich nach einem Monat gegeben. Da war er glaube ich gerade 9 Monate alt geworden.

    Habe nun schon öfter gehört (von deren Besitzern) das die weißen Schweizer Schäferhunde wohl sehr Sensibel sind. Auch wenn ich mir da erst vor kurzen einen Rüffel geholt habe, kann man diesen Unsicherheit nur entgegen treten, indem man dem Hund mehr Sicherheit bietet.

    Indem man z.B. darauf achtet das Hundi nicht die Möglichkeit hat nach vorn zu gehen. Gemeinsame Suchspiele unterwegs z.B. kann Selbstsicherheit fördern. Lässt man in diese Spiele dann Kontrolle einfliessen, kann Hundi in schwierigen Situationen auf dich zurück greifen und sich zurück nehmen.

    Das wäre jedenfalls meine Sicht aus so weiter Ferne :D .

    Kommt eben drauf an wie es aufgebaut wird.

    Kenne es ja nur bei uns auf den Platz: Hund lernt einerseits natürlich den Ball zu "schubsen" aber andererseits natürlich auch abgestoppt oder in bestimmte Richtungen geschickt zu werden. Also alles kontrolliert. Auch aus der Bewegung heraus.

    Anfangs wird mit Pylonen gearbeitet (das Schicken), später sind die Bälle das Ziel.

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    Meint ihr das könnte klappen?


    Ich meine ja aber siehe meinen ersten Satz.