Beiträge von Terry

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    klar weiß der Hund, das er das gemacht hat- sonst hätte er ja morgen auch "sitz" vergessen.
    Er kann nur nicht so weit denken, dass er sich überlegt: "Wenn ich jetzt xy kaputtmachen, dann bekomme ich nachher Ärger". diese Erkenntnis kommt erst später- zu spät.


    Meine Meinung:

    Das Kommando "Sitz" ist eine Konditionierung. Kommt in der Verhaltenswelt des Hundes so nicht vor (kein Hund gibt einem anderen dafür das Kommando). Damit verknüpft der Hund etwas (Leckerli, Spieli, freundlichen HH). Den Sinn des Sitzes und damit den Grund für das verlangte Sitz versteht er nicht. Darum "vergisst" er es auch bei einem großen Entwicklungssprung, da für ihn überhaupt keine Bedeutung (nicht das Kommando vergisst er, aber die Unwichtigkeit bekommt eine größere Bedeutung).

    Genauso geht es den Hunden die Ärger bekommen haben. Sie verknüpfen nur das der HH Ärger macht. Und verhalten sich dementsprechend. Der Auslöser für das beschwichtigende Verhalten ist also nicht die "Tat" an und für sich, sondern nur das Auftauchen des HH.

    Für Hunde ist es ersteinmal normal alles anzuknabbern, rumzuschleppen, zu verbuddeln. Das gehört zur ihrem natürlichen Verhalten (der eine mehr, der andere weniger und Ausnahmen bestätigen die Regel). Der Gedanken "das darf ich nicht, das gehört mir nicht" oder ähnliches geht ihnen sicherlich nicht durch den Kopf. Und vor allen Dingen können sie sich nicht die "Zunkunft" vorstellen.

    Also: "ich möchte jetzt gern diese Schuhe zerkauen. Wenn ich dieses aber mache bekomme ich später Ärger. Wenn ich es also lasse kann ich dem entgehen".

    Sie haben gelernt das gewisse Anzeichen (Unordnung z.B.) zu Ärger führt und zeigen dann sofort Beschwichtigungszeichen. Solange sie allerdings das Bedürfnis (das Gefühl) haben, eine Handlung auszuführen, werden sie es auch immer wiederholen.

    Mir fällt noch etwas ein: jeder hatte bestimmt schon mal das Gefühl, wenn er etwas erledigen sollte , dies auch vor hatte aber dann doch vergessen hat. Das Gefühl in dem Moment wenn es einem einfällt bzw. wenn man vom Auftraggeber den Anpfiff bekommt. Nun sind unsere Gedankenmuster dahingehend, das wir darauf achten das es nicht wiederholt wird (aus welchen Gründen auch immer).

    Ich bin der Meinung diese Gedankenmuster können Hunde nicht ausführen. Ihnen wird nicht einfallen "ach ich durfte das ja gar nicht" aber der Klick, dieses Gefühl, kommt bei Auftauchen des HH.

    Und dann kommt es sicherlich darauf an welche Erfahrung sie gemacht haben, wie es "Konditioniert" wurde. Haben sie heftig Ärger bekommen wird beschwichtigt (auch das der HH nur mehr als sauer ist reicht bei vielen Hunden aus). Ist es nicht groß kommentiert worden wird der Hund das nächste Mal auch nicht großartig bis gar nicht reagieren (da die Konditionierung nicht schwach bzw. nicht vorhanden.

    Dein Problem ist: du behandelst sie aus Menschensicht. Erst einmal ja ganz logisch. Nur sieht ein Hund ja die Dinge ganz anders als wir.

    Hundi hat sich ganz normal verhalten als sie das Fleisch gefressen hat. Denn sie konnte und kann bis jetzt nicht verstehen um was es geht. Sie weiß nicht das dein Anliegen ist das herumliegendes Essen dir und nicht ihr gehört. Das hat sie nie gelernt.

    Sie hat gelernt das Frauchen keinen Führungsanspruch geltend machen kann aber dafür unberechenbar ist. Das sie jetzt erst einmal Angst hat ist klar.

    Deswegen ist aber noch nicht alles verloren. Dabei müsste dir aber vor Ort geholfen werden. Die Natur des Hundes verstehen zu lernen und wie kann man Respekt aufbauen und dadurch die Führung erlangen.

    Habe jetzt nicht nachgeschaut in welchem Bundesland du wohnst. Evtl. kann dir da jemand Tips geben, wer auf diesem Gebiet gut berät.

    Wenn du Lust hast kannst du auch ein weniger auf meiner Website stöbern. Vielleicht wird dir dann deutlicher was ich meine.

    Zitat

    also a) ist dit noch immer mein Hund und b) habe auch ich im Ernstfall mit den Konsequenzen zu leben

    das sie lernt zu dosieren - hmmm, klingt plausibel


    zu a) dann zäumst du das Pferd aber gerade von hinten auf. Wenn du es nicht willst, die Konsequenz "beanspruchst", dann darf die ander Person mit dem Hund nicht mehr spielen. Ganz einfach.

    Ashkii und Barry sind auch meine Hunde. Sobald ich sie aber in eine Betreuung abgebe kann ich nur warnen und mitteilen was ich nicht möchte. Wenn der Betreuer sich daran hält umso besser, wenn nicht, muss ich entscheiden ob ich den Hund da noch einmal hingebe.

    Solange aber eine andere Person sich um meinen Hund kümmert muss ich immer damit rechnen das er es auf seine Weise macht. Darum gibt es auch nur Wenige, denen ich meine Hunde anvertraue. Bei einer Person sogar mit dem Wissen, das ich danach erst einmal Mehrarbeit habe, da dort andere Regeln herrschen.

    Letztendlich muss ich nur wissen was ich will und dann diskutiere ich in solchen Fällen nicht, ich entscheide.

    Also ich schliesse mich der Meinung "nicht schlagen und treten" an.

    Nicht weil mir der arme Hund leid tut der gerade mich oder meinen Hund fressen will.

    Sondern weil ich einen Hund mit Beschädigungs- bzw. Tötungsabsicht so nicht beikomme. Das Risiko den Hund noch mehr zu reizen ist einfach zu groß. Helfen würde in dem Falle nur ein gezielter Schlag mit einem Gegenstand wie einer Eisenstange (und wer schleppt sowas schon rum).

    Das Tritte helfen zeigt eher das der Hund zwar gerne möchte aber noch soviel Respekt hat das er sich darauf hin verzieht.

    Ashkii wurde von einem Kangal angegriffen. Gedöns von meiner und anderer Seite und der Wurf einer Plastikflasche brachte ihn dann wieder auf Abstand.

    Bei wirklicher Lebensgefahr würde ich versuchen den anderen Hund von oben zu greifen, in der Hoffnung das er ein Halsband umhat und dieses zudrehen. Das sind aber alles Vorstellungen meiner Seits. Denn solch einen Fall hatte ich in 38 Jahren noch nicht, obwohl viel Kontakt mit Hunden und dabei oft nicht wirklich Netten.

    blackbetty bringt es für mich auf den Punkt: es ist Situationsabhängig und wie man letztendlich dann handelt spielt dann keine Rolle solange es klappt.

    Nur empfehlen ich es nicht (Treten und Schlagen).

    Ich sehe hier kein Problem. Ein Hund wird nicht "bissig" oder eine permanent "knabberer" wenn er auf der Hand rumknatschen darf. Hier ist das einzig Wichtige das er sich sofort stoppen lässt. Einem Hund der noch keine Grenzen kennt würde ich dies untersagen.

    Das hat auch mit ihrer "Kindheit" nichts zu tun. Und an das "Dominant" glaube ich auch nicht. Denn sie hatte schon 2 Vorbesitzer und wer weiß was in Futterrichtung da angestellt wurde (bzw. kommt es auch oft darauf wie die "Welpenstube" aussah).

    Wichtig ist nur was du für dich nicht möchtest und das der Hund das akzeptiert. Und das scheint er ja zu machen.

    Also soll doch der Nachbar mit ihm Spielen wie er will. Mit evtl. Konsequenzen muss er dann halt leben (die Reißzähne sind oft so scharf das sie auch bei einfachem Spielen verletzen können).

    Ich wüsste jetzt auch nicht warum der Hund es mit dem Säugling versuchen sollte. Bringt ihm Respekt bei (alles meins, Tabuzonen). Und vielleicht ist da ja eh schon der Fall.

    Ashkii soll z.B. auch nicht anspringen. Bei mir darf er es nicht. Bei Fremden hat er gelernt vorbei zu gehen und wer der Meinung ist er müsste ihn dazu animieren muss auch mit den Folgen klar kommen (dreckige Kleidung z.B.). Warum soll ich mir mein Leben schwer machen und andere Menschen erziehen.

    Ein Knabbern kann auch ein Beweis der Zuneigung sein. Der Welpe lernt ja die "Beißhemmung", nicht das er nicht knabbern darf. Er lernt also dosiert seine Zähne einzusetzen.

    Ashkii durfte es Anfangs als Welpe. Da er aber im Laufe der Zeit es nicht auf die Reihe bekam und immer recht grob war, wurde es von mir in dem Falle untersagt, wobei er da eh keinen Wert darauf legt (Hände knabbern u.ä.).

    Na ja, "abgewöhnen" und "rauskriegen" hat immer einen faden Beigeschmack.

    Es ist Hundetypisch, bei so einigen Hunden leider in übersteigerter Form.

    LaLounas Angehenssweise sehe ich im Moment als ein Mittel. Der Hund kann durch das Verhalten des Gegenüber lernen, das sein übermässiges Ablecken dazu führt das man keine Lust mehr auf Schmusen hat.

    Würde also einfach so aussehen das bei jeder Attacke ein sofortiger Abbruch kommt und man den Hund einfach stehen lässt oder weg schickt.

    Und auch vom Besuch darf er (der Hund) sich sofort "verabschieden" sobald er damit anfängt. Notfalls wird er per Körpersprache auf Abstand gebracht und hat diesen auch einzuhalten.

    Und wem es gefällt: da kann der Hund sich dann austoben.

    Wobei das abschlabern im vorbeigehen für mich schon wieder Respektlosigkeit ist.

    2005 war ich mit Barry in der Rambogruppe von Baumann (im Rahmen eines Seminares) und habe anschliessend die Raufergruppe beobachtet.

    Ich war begeistert, damals. Das erste mal konnte ich Barry bei seinen Interaktionen mit anderen Hunden beobachten ohne unter Druck zu stehen, da Thomas jederzeit kompetent eingegriffen hat (wirkliche Raufereien wurden nicht zugelassen). Die Hunde durften sich bis zu einem gewissen Punkt "unterhalten", dann wurde von Seiten Thomas eingegriffen (ohne Hilfsmittel). Hier konnte ich das erste Mal erkennen das Barrys Pöbeleien aus Unsicherheit entstanden und das er nicht beschädigen will.

    Die komplette Stunde, ob Rambo- oder Raufergruppe, war nie mit Aufregung behaftet sondern ich empfand sie als überraschend entspannend.

    Nach dem Umzug Nähe Berlins hat sich in der Richtung (Raufergruppe) einiges geändert. Habe diese Gruppe auch am neuen Standort beobachtet und kann es heute nicht mehr empfehlen (Näheres nur über PN oder Mail).[/quote]