Beiträge von Terry

    wow, jetzt hab ich aber zu tun :D .

    Ich fange mal mit Martinas Post an, da ich nur Teile verwende und nicht immer den Namen in die Zitate schreiben möchte:

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    Du hast geschrieben, dass Du den Napf runterstellst, den Hund aber nicht ran läßt. Das kannst Du "Respekt" nennen, oder eben "Premack" - der Lernprozess, der dahinterliegt ist der gleiche.
    Das Verhalten, dass Du bestärkst, könnte man vielleicht "Frauchen respektieren" nennen, oder "sitzen" oder "liegen" oder "warten". Auf jeden Fall ist es ein Verhalten, was wir haben möchten, und das durch das anschließende Fressen dürfen bestärkt wird.


    Was der Hund macht in dem Moment macht ist mir wurscht. Er darf mich nicht bedrängen. Er lernt dadurch innerlich "runterzufahren" und seinen "ich will unbedingt das Futter" damit zu kontrollieren. Wenn ich Ashkii mal aussen vor lasse (dazu an anderer Stelle mehr) reicht es meist wenn ich dies ein- bis zweimal mache. Hat aber mit dem Futter nichts direkt zu tun. Sondern ich zeige Hund nur das ich ihn einschränken kann.

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    Ich muß gestehen, dass ich mit solchen Begründungen ein Problem habe und zwar, weil Hunde Oportunisten sind, und tun, was sich lohnt. Natürlich kann es sich lohnen "respektvoll" zu sein. Aber kann man so Verhalten erklären, besonders welches, was den Hunden in der jeweiligen Situation wiederstreben würde: z.B. Abruf von Wild?
    Das muß aus Hundesicht ja komplet wiedersinnig sein, warum sollte er das machen?
    Was genau ist "Respekt" und wie wird es erreicht?


    Hunde untereinander regeln alles über Respekt. Würden die Mitglieder den Rudelführer nicht respektieren, würde es oft zu Auseinandersetzungen kommen. Das Respektieren hat seinen Sinn: denn der führende Hund hat eine große Verantwortung. Er ist für die Sicherheit und die "Ordnung" zuständig. Kein Rudel kann in Harmonie leben wenn diese Ordnung gestört ist (Einfache Version, das ganze ist natürlich wesentlich umfangreicher). Die Motivation ist also die Integration in die Mensch-/Hundegemeinschaft, in der der Mensch die Pflicht übernimmt für die Sicherheit und das Wohlbefinden (wozu auch Futter dient) zu sorgen. Das ist für Hunde normal. Das kennen sie durch ihre Natur.

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    Ist "REspekt" u.a. zum Beispiel, dass der Hund sich hinsetzt und sich die Leine anklipsen läßt, anstatt wild durch die GEgend zu toben? Falls ja, sioeso sagt man dass dann nicht einfach: ich möchte, dass der Hund in Situation XY sich setzt. Punkt.


    Kommandos und Respekt haben nichts miteinander zu tun. Durch ein Kommando durchsetzen erlangt man nicht Respekt. Meine Hunde müssen dies also nicht machen. Sie hampeln nicht rum, aber sie bewegen sich dabei und ich lasse sie kommen damit sie angeleint werden können, denn ich gehe nicht zum Hund.

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    Hunde lernen genau wie alle anderen Tiere den Lerngesetzen folgend Verhalten zu wiederholen, dessen Kosequenz für sie lohnend erscheint und Verhalten zu meiden, dass ihnen vermeidenswert erscheint.
    Jedes Verhalten hat eine Motivation (entweder die Kosequenz zu erhalten oder zu vermeiden).
    Welches ist die Motivation Deines Hundes?


    siehe oben. Ich nutze ein dem Hund angeborenes Verhalten. Ich gehe nur in wenigen Dingen nach dem Lerngesetz (bewusst, unbewusst vielleicht öfter). Meine hier das konditionieren von Kommandos.

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    Beim Premacken geht es (mir zumindest, vielleicht sehen andere das ja anders) darum, dass wenn ich merke, Hund ist JETZT gerade von Ablenkung XY fasziniert, ich die Gelegenheit beim schopfe packe und ein Verhalten, dass noch etwas Politur gebrauchen kann und was man in der Situation gut abfragen kann, abfrage, um die Ablenkung als BEstärker zu verwenden.


    tja, und das wäre eben das ich nicht möchte das Ashkii jemanden anspringt oder Wild verfolgt. Ich glaube der Unterschied bei uns liegt darin das ich nicht konditioniere (Sitz und Co.). Dies also nicht mein Ziel ist.

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    Wenn Barry ein Wasserfanatischer Hund wäre, der schon beim Geruch von "Teich" ausflippt, sosehr, dass er jeglichen Respekt vergißt (und ich kenne solche Hunde...), und Du an dem Teich jedes einzelne Mal vorbei müßtest um mit Barry Gassi zu gehen - hättest Du dann nicht vielleicht gerne eine Möglichkeit diesen Scheißteich, diese Riesenablenkung für Deine Zwecke (die Erinnerung für Barry etwas respektvoller zu sein) zu nutzen?


    Nein. Denn Barry ist so ein verrückter Hund gewesen. Sobald er Wasser auch nur gewittert hat war er weg. Da durfte ich hinter ihm herdackeln und er war nicht mehr ansprechbar. Das war zu einem Zeitpunkt an dem ich mit Kommandos gearbeitet habe. Später, als ich in den Respektbereich wieder hineingegangen bin (Barry war der erste Hund mit dem ich die "neumodsche" Erziehung praktiziert habe, also Konditionierung von Kommandos) ist dies nicht mehr vorgekommen. Er hat respektvoll auf mich gewartet und dann durfte er oder auch nicht.

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    Der Hund springt ja nicht an, weil er anspringen, will, sondern weil er angemessen (aus Hundesicht) den Menschen begrüßen will, und dazu muß (aus Hundesicht) Hundenase an Menschenmund schnuppern.


    dies ist eine Möglichkeit ;) . Nicht immer bedeutet Anspringen begrüssen. Das muss am Hund genau beobachtet werden. Denn dies wird auch gern von Hunden praktiziert, welche entweder nie Respekt gelernt haben bzw. dies als Bewegungseinschränkung nutzen. Aus Hundesicht: kein erwachsener Hund lässt sich von fremden Hunden einfach mal so ins Gesicht springen bzw. stürmisch begrüssen. Ersteinmal ist der ältere Hund dran den jüngeren oder fremden Hund zu begutachten (beziehe mich nur auf Begrüßung). Einfaches drauflos stürmen und ins Gesicht springen ist einfach unhöflich und darum gibt es auch zu oft Probleme in der Beziehung.
    Ashkii ist ein respektloses Wesen. Er respektierte von Anfang an niemanden. Er kam, sah und siegte. Mit Anspringen und Bewegungseinschränkung. Hunde mit einem sicheren Verhalten haben ihm sofort deutlich gesagt was sie davon halten. Und damit war das Anspringen dann erledigt. Er hat sich ihnen gegenüber dann sehr schnell respektvoll verhalten. Dieses Verhalten hat er auch mir gegenüber gelernt. Genau wie die Hunde auch dulde ich es nicht. Den kleinen, angeborenen Teil, der es ihn nicht schaffen lässt seine Pfoten auf der Erde zu lassen, übersehe ich einfach. Da kann ich ersehen das dies mit respektlosem Verhalten nichts zu tun hat.

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    Das Verhalten ist also nicht "Anspringen" sondern "Begrüßen". Das kann ich ja erlauben, aber eben auf die Art und Weise, die auch den begrüßten Menschen angenehmer ist (Hund streicheln, während der sitzt).


    da Ashkii aber JEDEN Menschen "begrüssen" möchte, hätte ich ganz schön zu tun bzw. einen dauersitzenden Hund :D . Hier ist es zwar nicht mehr ganz so wild, aber in Berlin?

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    Durch das Premacken versuchen wir Sitzen, Liegen, Bleiben, Warten, Fuß gehen, Zurückkommen, an lockerer Leine gehen etc. vielfältig mit dem zu bestärken, was die Umwelt für den Hund als Bestärker bereit hält.


    Und hier gehe ich das erste mal mit dir konform. In der konditionierten Erziehung (Sitz usw.) sicherlich eine gar nicht schlechte Möglichkeit. Nur brauche ich dies nicht für den Alltag. Damit muss ich mich mal näher beschäftigen. Wer weiß wann ich das für einen Kunden mal nutzen kann.

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    Warum also das Essen "für Lau" in den Napf tun?


    Weil ich bei Übernahme eines Hundes mich Verpflichte genau dies zu tun. Ich bin als führender Part für sein Wohlbefinden zuständig. Wobei ich gegen den Verstärker Futter bei manchen Konstellationen (Hund/Mensch) kein Problem habe. Aber bei mir ist der Punkt des Lobens (Verbal, Futter oder Spiele) oft ganz woanders.

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    Denn es wird in diversen Büchern empfohlen, den Hund erst mal tagelang auf den Clicker zu konditionieren.


    Bin ja ein fauler Mensch und habe dies nicht so konditioniert. Habe den Clicker einfach genutzt, so wie du beschreibst: für das Verhalten was ich wünschte. Und bin da jetzt auch wieder weg von.

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    Hund immer wieder Pommes von der Straße gesammelt hat (da war wohl ein Mäkkes in der nähe...). Als Alternativ-Verhalten wurde Umorientierung auf Frauchen mit gelegentlichen Pommes essen dürfen bestärkt (erst mal natürlich an der Leine um Selbstbedienung verhindern zu können) - Jetzt fängt der Hund an, Pommestüten Anzuzeigen, indem er auf die Tüte guckt, Frauchen anguckt, die Tüte an guckt, Frauchen anguckt... ohne Leine!


    Und damit habe ich ein Problem. Ich möchte von meinem Hund nicht in der Form genötigt(?), gefragt(?) werden. Ashkii spukt auf Anweisung aus oder bringt es mir. Nur wenn es um etwas nicht Fressbares geht bekommt er es manchmal wieder. Wenn es um Fressen geht nicht. Er bringt es trotzdem. Lohnen tut es sich für ihn mit Sicherheit nicht. Barry hab ich es in allen anderen Formen versucht "beizubringen". Kein Erfolg. Bin schon froh wenn er es wieder ausspuckt. Allerdings nimmt er selten etwas auf. Bei ihm fehlt die "gerade Linie" bzw. fordert er mich in dem Moment gern heraus :hust: .

    Nun zu Bollerkopp:

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    1. wird diese Respekt-Geschichte bei vielen Hunden nicht funktionieren, weil Hunde nicht so einfach sind, wie es dargestellt wird.
    Ich finde auch das Wort "Respekt" zwischen Mensch-Hund-Gefüge äußerst unglücklich gewählt. Das passt einfach nicht.
    Mein Hund ist ja wie gesagt, ein leidenschaftlicher Fresser. Und er vergisst buchstäblich die Welt um sich herum, wenn er was "Leckeres" draußen findet. Terry, Du würdest ihn dann in dem Moment als respektlos mir gegenüber empfinden.
    Mein Hund gehört aber zu der Sorte, der sich während er das gefundene frisst tot prügeln lassen würde.
    Das ist dem einfach wichtiger. Der lässt sich durch nix beeindrucken, was das Thema angeht. Da komm ich mit 3 Mal Bewegungseinschränkung nicht weiter, zumal ihm Bewegung auch nicht wichtig ist. Dem ist das Latte, ob da 3 Stunden Leine dran ist oder nicht.


    Kann ich im Moment nur so stehen lassen. Denn das könnte ich nur beurteilen wenn ich es vor Ort sehe. Der Ansatz ist ja nicht unbedingt beim Fressen, sondern evtl. ganz woanders. Wie ich oben ja schon geschrieben habe gehört Respekt zu einem Hundeleben. Ist nicht aus meinem Mist gewachsen. Das zeigen dir Hunde untereinander (also Hunde die ich im Laufe der Jahre so beobachten konnte) und auch Erfahrungsberichte welche mehrere Hunde halten und dies auch beobachten konnten. Natürlichd darf man die Indivitualität nicht außer acht lassen und bei 10 beobachteten Gruppen kann man evtl. 3 Varianten sehen. Aber bis jetzt kann ich mich nur darauf stützen.
    Ashkii ist ja eine Fressmaschine. Aber sooo ein Verhalten hat er noch nicht an den Tag gelegt. Vielleicht auch einfach deswegen weil ich vom ersten Tag an Respekt eingefordert habe? Das Hunde Fressbarem, welches sie finden, kaum entsagen können ist ihre Natur. Alles was sie finden gehört ihnen. Das ist ersteinmal kein Teil des Respektes. Aber mich dann evtl. komplett ignorieren? Da sage ich: aber holla, respektloser geht es nicht. Aber, ist nur meine Meinung.

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    2. Ein Mensch bildet mit dem Hund kein Rudel. Rudel bilden sich nur innerartlich. Und natürlich folgt der Hund dem Mensch, er wurde auf diesen geprägt und ist automatisch abhängig. Wir regeln alles, daher ist es zu einfach zu sagen, ich schränke halt ein und schon hab ich den gut erzogenen Hund.


    Darum hatte ich gaaanz oben ja auch in die Klammer Gemeinschaft gesetzt. Menschen und Hunde bilden eine Gemeinschaft. Automatisch abhängig? Nein. Lass mal deinen Hund machen wie er will. Der kümmert sich schon. Von meiner ehem. polnischen Kollegin weiß ich das in ihrem Heimatdorf die Türen sich morgens öffnen, die Hunde werden rausgelassen und abends kommen sie wieder nach hause. Die amüsieren sich allein. Und nein, sie bräuchten wenn sie nicht wollten auch nicht nach hause gehen. Futter finden sie genug. Ein bequemes Plätzchen sicherlich auch. Was sie nachhause zieht ist das Gefühl der Sicherheit in ihrer Gemeinschaft Mensch/Hund. Das ist das einzige was sie zieht. Das ist auch das was den Hund an den Menschen bindet.
    Das wir alles regeln ist ein Muss. Das würden Hunde (auf ihre Weise, darum gibt es ja soviel Probleme) auch allein machen. Sie leben aber in einer Menschwelt also geht es nicht anders.

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    3. Ich persönlich mag lieber dem Hund vermitteln welches Verhalten ich wünsche und nicht umgekehrt erstmal vermitteln was ich NICHT möchte.
    Ich schränke meinen Hund den ganzen Tag ein und daher finde ich es fairer, dem Hund zu zeigen was ich möchte.
    Er weiß ja erstmal nicht, dass Hasen jagen, Menschen anspringen, Dinge draußen fressen etc. nicht vom Menschen gewünscht ist.

    Für einen leicht zu beeindruckenden Hund wird das sicher mal in einigen Bereichen klappen, wenn ich mir "Respekt" verschaffe.
    Aber ich hab ein lebendiges Wesen mit Hirn und Emotionen hier liegen und kein Stofftier.


    Aus dem Grunde nutze ich die Natur des Hundes. Kein Hund sagt dem anderen Hund was er tun soll (Sitz, hierbleiben usw.) und lobt ihn dann auch noch. Er verbiet wenn er etwas nicht möchte. Punkt. Nicht mehr und nicht weniger. Aber unter Hunden gibt es natürlich nicht soviel Punkte die berücksichtigt werden müssen.
    Bis jetzt waren die Hunde, denen ich einfach mitgeteilt habe was ich nicht möchte, schnell bereit dies zu unterlassen ohne das sie das Gefühl zeigten das ihnen was fehlt. Es war eine klare Ansage. Danach konnten sie sich richten und ihr Leben einfach geniessen ohne irgend etwas zusätzlich machen zu müssen (Sitz und Co.).
    Und glaub mir: Ashkii und mein Barry sind nicht leicht zu beeindrucken wenn sie sich etwas in den Kopf gesetzt haben. Barry ist jetzt 10, der sucht sich jetzt den leichteren Weg und denkt sich ab und an: lass die mal machen. Ich komme gemütlicher durchs Leben wenn ich einfach mal so tue als wenn ich alles glaube. Aber er hat so seine Momente da kommt sein alter Elan wieder zu tage. Und da würde ohne den Respekt den er vor mir hat nichts mehr gehen. Noch nicht mal Gewalt. Dann würde er dicht machen.

    Und nun naijra:

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    Es kommt immer drauf an, was man will. Kann man ein Verhalten zuverlässig deckeln, ohne nennenswerte Frustration zu erzeugen, ist das in meinen Augen ok. Ich habe auch so Dinge, die ich einfach nicht haben will und das klappt (noch besser aber klappt es, wenn ich erwünschtes Verhalten auch verstärke). Bei andern Dingen haben der Hund und ich weniger Stress und mehr Befriedigung, wenn das Verhalten unter Signalkontrolle kommt und gezielt genutzt werden kann. Ich würde auch nicht den Hund mit einer echten Hasenhetze belohnen. Ich wähle Belohnungen, die ich vertreten kann, bzw. modifiziere die vom Hund angestrebte Belohnung zu einer Ersatzhandlung.


    Zu einem einfachen deckeln darf es meiner Meinung nach aber nicht kommen. Denn da lernt meiner Meinung nach der Hund nichts. Mit ist es wichtig das der Hund sich mit dem "Verbotenen" trotzdem weiter auseinander setzt.
    Beispiel Kaninchen: davon hatten wir in Berlin (die werden da jetzt auch immer noch sein) eine Menge. Man stolperte von Kaninchen zu Kaninchen. Barry und Ashkii haben einfach gelernt das sie bei mir zu bleiben haben (was für alles galt was sich vorwärtsbewegte). Es war nicht erlaubt hinterher zu laufen. Sie dürfen schauen. Sie sollen sie aktiv wahrnehmen. Aber sie sollen bei mir bleiben. Anfangs online, später offline. Deswegen ist das Verlangen hinterher zu rennen nicht weg. Sie haben einfach gelernt damit umzugehen. Bei Vögeln das gleiche. Ashkii darf schauen, darf sie beobachten, hat aber nicht hinterher zu rennen. Er geht jetzt gelassen damit um. Er läuft an den Vögeln vorbei bzw. schaut zu mir. Wenn ich nicht reagiere geht er gelassen weiter. Klar könnte ich ihn rufen oder sitzen lassen. Nur warum? Er spricht mit mir "Fraule, schickes Vögelchen, dürfte ich nicht vielleicht doch? Nö, na gut, dann eben nicht". Ich möchte einem Hund nicht immer sagen müssen was er zu tun hat. Er kann sich, bis auf wenige Ausnahmen (wie Hetzen, Anspringen usw.), mit seiner Umwelt beschäftigen. Da gibt es eine Menge zu entdecken.

    Jedenfalls hab ich nun wieder etwas worin ich mich ein wenig hineindenken kann. Mal sehen ob ich etwas finde mit dem ich das bewusst "ausprobieren" kann ohne da es eine Konsequenz für den Alltag hat. Denn wer weiß ob ich es richtig interpretiere und umsetze ;) . Will ja meine Hund nicht ärgern.

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    Ohne zu wissen, wie das heißt, was ich tue, habe ich das bei der Tibi-Hündin meiner Mutter angewendet. Die Hündin ist ein begeisterter Jäger (Häschen, Vögel, Eichhörnchen). Da wir morgens von 4:30 Uhr - 6:00 Uhr Radfahren und dementsprechen viele Kaninchen runhoppeln, habe ich ihr beigebracht, dass sie, wenn sie auf Kommando zu mir kommt und "fragt", losrennen darf und Häschen jagen darf. Mein Rüde wartet sowieso auf Erlaubnis, bei ihm gleiches Prinzip.

    Seitdem ist die Hündin super abrufbar und komischerweise auch bei rumliegenden fressbaren Müll draußen so drauf, dass sie zu mir kommt und sich dafür loben lässt, dass sie es liegen lässt.

    Mit dem Ball oder Futter bräuchte man ihr beim Jagen garnicht kommen . . .


    Bedeutet dies aber nicht das ich diese "Belohnung" immer mal wieder bieten muss, damit das Ergebnis bleibt? Will heißen ich muss dem Hund das Hetzen erlauben? Holt sie sich die Erlaubnis aus Prinzip oder hetzt sie sofort wenn du sie nicht abrufen würdest (damit sie erst kommt und dann losläuft nach Erlaubnis)?
    Wie wird das gehändelt in den Fällen, in denen Jäger jeden hetzenden Hund erschießen? Ist das nicht ein Risiko? Wie wird das gehändelt wenn ein Hund jedesmal auf die Belohnung besteht? Erhält der Hund je die Chance zu lernen das er erst gar nicht hetzen soll?
    Oje, je mehr ich mich damit beschäftige umso mehr Fragen hab ich :D


    Ich versuche mir bei diesen Dingen immer den Alltag mit meinen Hunden vorzustellen.

    Ich versuche es mal anhand von Ashkii so zu erklären wie ich es verstehe:
    Erste Runde, mir kommt eine Person entgegen. Ashkii soll lernen diesen nicht anzuspringen (bei ihm ist dies tatsächlich eine Sucht). Würde ich dies nun als Bestätigung nutzen wollen (in der Hoffnung der Passant spielt da mit) würde ich also warten bis Ashkii mir etwas Anbietet (ein Sitz z.B.) und dann dürfte er, als Belohnung, diesen Passanten begrüssen und anspringen. Gut, irgendwann wird sich Ashkii dann also von allein Hinsetzten wenn er einen Menschen sichtet. Wie wird das dann gehändelt wenn man sehr viele Menschen trifft (denn Hund wird ja schließlich auch auf Belohnung warten, denn nur aus dem Grunde macht er ja etwas, nicht weil ich es möchte)? Oder ich mache es eben mit Keksen, dann bekäme er den Keks wenn er ordentlich an dem Passanten vorbeigeht. Wobei sein ganzes Denken nur auf den Keks gerichtet ist. Ich bin da nebensächlich, bin ja nur der Keksgeber. Und das dann ausgedehnt auf die Runde mit Vögel jagen, zu anderen Hunden hinspringen, öfters Passanten begegnen, alles Fressen was man findet (oder darin wälzen). Das wäre dann meine Gassierunde mit 100% mir überlegen was und wie ich ihn "belohne" damit er etwas nicht tut, ne eigentlich das er es letztendlich doch tun darf aber vorher etwas anderes machen darf? Ach ja, und einen zweiten Hund habe ich auch noch der gern mal was aufnimmt (wenn ich es ihm in der Form erlauben würde, als Umweltbelohnung), andere Hunde gern Maß nimmt usw.?
    Du siehst wie kompliziert das für mich ist. Da gehe ich lieber den geraden Weg (der natürlich auch mit Arbeit verbunden ist), sage den Hunden was ich nicht wünsche und kann mit ihnen laufen ohne ihnen für jede Handlung die ich nicht wünsche, irgendwas bieten zu müssen.
    Oder ich verstehe das alles falsch und müsste mir das mal einen Tag in der Praxis anschauen.

    Mein Bearded Jimmy hatte das auch früher. War ein Welpentrauma, welches er nie mehr verloren hat.

    Ich habe ihn einfach in Ruhe gelassen. Er durfte sich verkriechen wohin er wollte (hat sich entweder unterm Bett oder in einen Schrank verkrochen und da hat er dann seine Panik bekämpft bis es vorbei war). Ich bilde mir sogar ein das es von mal zu mal nicht mehr so intensiv war. Die Panik hat er jedoch nicht verloren.

    Ashkii hat zur Zeit Angst wenn es knallt. Panik ist es noch(?) keine. Er flüchtet sich dann zu mir und klebt an mir bzw. an Barry wenn ich nicht greifbar. Mal sehen wie sich das noch entwickelt.

    mh, mir ist die Premack-Methode zu kompliziert.

    Ich vergleiche das gerade mit: wenn ich von Berlin nach Hamburg möchte kann ich über Hannover, Bremen und dann nach Hamburg fahren (Premack) oder ich kann von Berlin gerade nach Hamburg fahren (Respekt).

    Meine Beispiele:


    Und was lernt er da? Welcher Sinn steht dahinter. Oder verpeile ich gerade etwas :D .

    Ich frage mich: ist es Sinnvoll einem Hund den Umweltreiz, den ich ja nicht möchte (also das der Hund diesem folgt), noch schmackhafter zu machen (Nutzung im Sportbereich bzw. in dem Bereichen die nicht im Alltag zu finden sind aussen vor gelassen) anstatt dem Hund den einfachen Weg nahe zu bringen, nämlich der Mensch möchte das Verhalten einfach nicht?
    Oder ist das eher etwas für HH welche diese Thematik Spaß bereitet und nicht für den doch recht einfach gestrickten HH (wie mich) der einfach nur einen Hund möchte der nicht hinter z.B. Vögel herjagt, andere Menschen nicht anspringt (außer sie fordern extrag dazu auf) zu anderen Hunden nicht hinlaufen sollen?

    Hier meine Erklärung wie ich es umsetze:

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    mich würde interessieren, wie man dieses situationsbedingte "nein" mit einem absoluten "nein" in einklang bringt:
    z.b. wenn mein hund grundsätzlich an meinen händen knabbern darf, außer ich will gerade nicht bzw. wenn er generell keine bücher aus dem regal ziehen und zerfetzen darf, auch wenn ich nicht da bin.
    wie kann er das unterscheiden??


    Das Ganze basiert ja auf der Kommunikation mit dem Hund. Hat nichts mit Konditionierung (wie es bei "Nein" z.B. der Fall ist) zu tun. Ich "spreche" mit dem Hund. Er wird also veranlasst in sein Handeln mich einzubeziehen und der Hauptbestandteil ist Respekt.

    Einen erwachsenen, zerstörerischen eigenen Hund hatte ich noch nicht. Die Hunde die bei ihren Besitzern alles zerkauen wenn nicht aufgeräumt wird, rühren bei mir nichts an, egal was herum liegt. Verboten habe ich es ihnen nicht, also extra beigebracht. Im Umgang mit ihnen steht aber der Respekt im Vordergrund und das allein scheint sie davon abzuhalten. Wird dieser Leidenschaft (das zerkauen von allen möglichen Dingen) von einem Hund nur nachgekommen wenn die HH nicht zuhause sind, war es, sobald sie bei mir war, völlig egal ob ich nun anwesend war oder nicht. Da wurde aus Prinzip nichts kaputt gemacht (auch kein Essen vom Tisch geholt).

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    auch ein vorwärtsstürmender zähnefletschender hund einfach angst haben kann, also innerlich "rückwärtsgerichtet" ist, aber die flucht nach vorne gewählt hat.


    und damit hast du einen "vorwärtsdenkenden" Hund. Ist er innerlich "rückwärtsgerichtet" geht er auch rückwärts (außer du meinst einen Hund der den größten Teil zurückgeht wenn er Angst hat und nur nach Vorne geht wenn er sich nicht mehr zu helfen weiß; dann ist das ein "rückwärtsdenkender Hund" - nach meiner Interpretation) . Die Motivation des Hundes gibt die Vorgehensweise vor. Einen vor Angst vorwärtsdenkenden Hund muss man sicherlich anders händeln als einen Hund der eine andere Motivation hat. Letztendlich soll dem vorwärtsdenkenden Hund "erklärt" werden das es ihm Gut geht wenn er sich zurück nimmt und einem rückwärtsdenkenden Hund wenn er etwas mehr Selbstsicherheit bekommt, also mehr vorwärts denkt.

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    EDIT: das ganze geplänkel um vorwärts oder rückwärts find ich nicht so wichtig, eher die grün gelb rot-methode!


    na ja, das einfach mal aussen vor zu lassen macht nicht wirklich Sinn. Es gehört dazu um Hund verstehen zu lernen. Denn nur die "Ampel-Methode" (welches in meinen Augen keine Methode ist) sich rauszupicken kann falsch interpretiert (und umgesetzt) werden wenn der komplette Zusammenhang ausser acht gelassen wird.

    bibidogs
    Wieder nur Vermutung aber

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    Das ich nur für dieses Problem eine Lösung suche, ist richtig, denn ansonsten habe ich mit Bibo keine Probleme. Läßt sich wohl schlecht erklären. Das Paket paßt, nur ein Puzzleteil eben nicht.


    das du kein Problem an anderer Stelle siehst ist ja möglich, aber evtl. Bibo?

    Ist schwer aus der Ferne und nur aufgrund von Beschreibungen. Vielleicht ist es wirklich nur der eine Punkt der das Problem ist, vielleicht sieht Bibo ein Problem wo du keines siehst und vielleicht ist auch alles ganz anders :D

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    Wenn dem so wäre, dann hätte ich echt viel falsch gemacht und das gebe mir doch zu denken.
    Obwohl andererseits dann wohl auch alle "jagenden" Hunde keinen Gehorsam hätten, oder?? Denn sie haben ja "nur" die Baustelle jagen.
    Oder sehe ich das falsch??
    Kann man die Probleme vergleichen? Eingefahrene Verhaltensweisen, die schwer kontrollierbar sind??


    Und hier wäre ich wieder beim "Gesamtpaket" Hund. Wenn ich nur über den reinen Gehorsam eines Hundes arbeite, bekomme ich irgendwann ein Problem. Denn der Hund ist keine Maschine, dem man etwas einprogrammiert und dann spukt er auf "Befehl" alles aus bzw. macht es einfach (da sind wir uns sicherlich alle einig).

    Du konzentrierst dich nur darauf "der Hund darf das nicht". Und suchst jetzt nur für diese eine Handlung eine Lösung. Ich glaube aber das der Ansatz woanders ist. Einerseits zu erlesen: er Vertraut dir nicht mehr das du es für ihn regelst und somit hat sich das über die Zeit als Verhalten gefestigt andererseits offen da dies vor Ort im gesamten Umgang beobachtet werden müsste. Aus dem Grunde kann ich dir keinen Tipp geben, da dies nur auf "Handgriffe" hinausläuft die man "blind" gibt. Und das hilft nicht wirklich. Außer du probierst alles durch und vielleicht klappt dann ja eines (wobei du nach meinen Geschmack schon soviel probiert hast was dem Hund dadurch auch nicht Sicherheit gibt bzw. ihr deutlich zeigt das jetzt Schluß ist).

    Gehorsam ist für mich zweitranging. An erster Stelle steht bei mir Respekt und das dadurch beginnende Vertrauen. Dazu parallel dann ein Teil des Grundgehorsam (ein sicheres Sitz oder Platz) und schon ist so gut wie jede Situation zu meistern (Hund UND Mensch gemeinsam).

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    Meine Güte, ein Hund stirbt auch nicht dran, selbst wenn man ihn mal zwei Wochen lang vollkommen ignoriert. Auch seine Seele nimmt davon keinen nachhaltigen Schaden.


    Träum weiter.

    Solange Ignorieren als Strafe benutzt und verwendet wird kann ein Hund die menschlichen Wünsche nicht verstehen.

    Ein Hund ignoriert/beachtet den anderen nicht weil er strafen will. Hunde sind da deutlich in ihren Ansagen. Und sie ignorieren gewiss kein "schlechtes" Verhalten. Da gibt es kurze und knappe Ansagen. Der führende Part kann es sich einfach erlauben zu übersehen was ihn nicht interessiert. Er kann es sich leisten Inkonsequent zu sein (Konsequent in allen Lebenslagen sind eher diejenigen die keine Plan haben und nicht flexibel in ihren Entscheidungen sind). Ein souveräner Hund geht nicht auf alles ein, erklärt nicht pausenlos was er möchte und wuselt sicherlich nicht um seinen "Anhang" herum. Hat er nicht nötig. So ist Hund. Einfach und unkompliziert.

    Warum ist der Mensch so kompliziert? Macht sich ständig den Kopf wie er die führende Position erreichen kann. Ist immer bemüht seinem Hund alles Recht zu machen. Kommt ohne Hilfsmittel nicht aus. Klar ist es am schwierigsten wenn sich nicht gewünschte Verhaltensweisen ersteinmal gefestigt haben. Aber hier schliesse ich mich an einige Posts an: der Hund kann am wenigsten dafür. Er nimmt was er bekommt und ihm geboten wird.

    Für mich ist das Hauptproblem das Hunde nur im Konditionierungsbereich gesehen werden. Solange die Kommunikation mit dem Hund nicht stattfindet werden viele Probleme heraufbeschwört.

    Und dein letztes Post Staffy :gut: