Hallo!
Ich habe mich schon durch einige Threads durchgelesen, würde aber gerne zusätzliche Meinungen zu dem Verhalten meiner Hündin hören.
Die Fakten:
ich weiß nichts über ihre Vergangenheit, das ist auch das größte Problem. Bis jetzt (3 Monate bei mir) hat sich noch kein ganzes Bild ergeben. Ich bekomme von ihr quasi immer nur ein Puzzlestück hingeworfen und muss sehen wo ich es einsetzen kann.
Wichtig ist für dich nur das Heute. Zwar kann die Vergangenheit in manchen Dingen schon recht praktisch sein, aber ohne geht es auch recht gut, da du dich ohne "Vorurteile" auf deinen Hund einlassen musst.
Was ich nicht verstehe ist ihr Verhalten, das sich immer wieder ändert.
Das wird noch die nächsten Monate/Jahre der Fall sein. Hunde die man von klein auf hat ändern sich auch ständig (Alter, Umwelt). Erst recht Hunde die man Erwachsen aufnimmt. Auch hier die Herausforderung dies zu erkennen und miteinander einen Weg zu finden (meine Hunde überraschen mich immer noch).
Bis jetzt habe ich nur "Jedermanns-Wunschhund" kennengelernt. Die Hunde aus meinem Bekannten- und Verwandtenkreis sind alle ballverrückt, "einfach" und vor allem einfach zu durchschauen.
Ich habe oft den Eindruck, dass sie nicht sozialisiert ist:
Bei einigen Hunden (Welpen, großen Rüden, schüchternen Hündinnen) zieht sie den Schwanz ein und versteckt sich hinter mir. Wenn der andere Hund zu aufdringlich wird, quietscht und schreit sie. Helle Hunde mag sie gar nicht. Ältere Hunde sind ein zweischneidiges Schwert. Den einen findet sie toll, den anderen knurrt sie an. Auf einen größeren, dominanten und ihr weitaus überlegenen Rüden (das muss für sie erkennbar gewesen sein) ist sie zugelaufen (für mich hat es ausgesehen als würde sie sich freuen und ihn begrüßen wollen) und hat ihn fast "attackiert" (also kein Beißen, aber doch deutlich aggressiv)
Woran erkennst du das der Rüde überlegen, dominant ist? Wie hat er auf ihr Gehabe reagiert?
Bis jetzt hat sie nur mit einer (größeren) Hündin gespielt. Sonst ist sie sehr verhalten.
Bei unserem Familienhund (alt) verhält sie sich manchmal komisch. Er ist der Chef, weist sie auch zurecht. Wenn er das tut, dreht sie ihren Kopf zur Seite und steht wie erstarrt da mit aufrechter Rute. Schaut, finde ich, provokant aus.
Woran machst du fest das er der Chef ist? Eher scheint sie ja zu sagen: "mach du ruhig den Macker, stört mich nicht" Manchmal geht sie hinter ihm her, teilweise versucht sie aufzureiten. Gelingt ihr aber nicht- Familienhund weist sie zurecht. Solange sie sich ohne großartiges Gehabe einig werden ist das ok. Aber mit "das ist der Chef" wäre ich vorsichtig. Oft haben Hunde so ihre eigenen Vorstellungen.
Sie "freut" sich eigentlich wenn sie andere Hunde sieht. Läuft hin, schnüffelt, zieht den Schwanz ein und läuft zu mir zurück. Das finde ich alles sehr seltsam- kein erkennbares Muster.
Ich sehe da schon ein Muster: hinlaufen und prüfen und dann entscheiden. Meist zu dir zurück aber, wenn ich das richtig verstanden habe, auch mal motzen (wie bei dem Rüden) wenn sie meint es wäre notwendig.
Was ich noch bedenklich finde, ist, dass sie mich manchmal verteigen will, jedenfalls Ansätze davon zeigt. Wenn jemand zu mir kommt oder sich über mich beugt, geht sie dazwischen. Ich unterbinde das, indem ich sie auf ihren Platz schicke.
Eifersucht ist überhaupt ein großes Thema. Ich darf weder Katze, Familienhund noch anderen Hund angreifen. Bei fremden Hunden zwickt sie mich manchmal (leicht), beim Familienhund reitet sie bei mir auf (jetzt nicht mehr so oft) und bei der Katze winselt sie.
Spielen ist auch problematisch. Wenn ich den Ball in der Hand habe, springt sie hoch und beißt mir in die Hand oder in den Arm. Dabei habe ich oft den Eindruck, dass sie eigentlich in den Ball beißen will, ihn aber nicht gut sieht oder erkennt (?) Wenn ich ihn zu lange in der Hand habe und ihn nicht werfe oder damit herumlaufe, zwickt sie mich ins Bein. Bringen tut sie ihn immer super, außer wenn wir schon länger spielen. Dann bringt sie ihn nicht mehr, sondern legt sich hin und fängt an den Ball zu zerstören.
Sie scheint insgesamt eine Aufgabe übernommen zu haben die sie überfordert: sie muss dich "überwachen". Sie zeigt auf Hundeart wo es lang geht, sie korrigiert dich, sie blockt dich (das permanente vor dir laufen). Übernehme du es per Körpersignal. Blocke sie ab, dränge sie nach hinten und erwarte auch das sie dann hinter dir bleibt. Auch an der Tür mit dem Körper blocken. Sie muss warten bis du es ihr erlaubst das sie vorgeht oder muss hinter dir herdackeln. Will sie einen Ball erzwingen (durch zwicken oder bellen) wird das Spiel abgebrochen. Wer sich nicht benimmt hat Pech gehabt.
Ein weiteres Problem ist, dass sie sich immer sehr freut, wenn ich nach Hause komme. Dann springt sie mich an. Ich hab alles schon ausprobiert. Ignorieren, sitzen lassen mit Belohnung, beruhigen,...nichts hat bis jetzt geholfen.
Dadurch das sie sich für alles verantwortlich fühlt ist sie wahrscheinlich froh das du auch ohne sie gut klar gekommen bist und nun endlich wieder gesund da bist
. Die meisten Hunde freuen sich einfach nur so, aber bei ihrer Unsicherheit wäre das auch eine Möglichkeit. Erst wenn sie merkt das du die Führung übernommen hast kann sie dann etwas gelassener mit allem umgehen.
Was sagt ihr zu ihr? Was will sie mir mit ihrem Verhalten sagen? Warum reagiert sie so unterschiedlich und immer anders auf Hunde, denen wir beim Spazieren gehen begegnen?
Danke fürs Durchlesen!
liebe Grüße!