Beiträge von Cattledogfan

    Meiner völlig unwissenschaftlichen Meinung und Erfahrung nach ist Stress in Maßen weder für Mensch - man denke an Sportler vor, während und nach Wettkämpfen o. ä. - noch Tier was Schlimmes, und wenn ein Hund nicht in einem für ihn unpassenden Umfeld lebt, findet er normalerweise von alleine Möglichkeiten, ihn abzubauen.

    Wenn ein hibbeliger "gestresster" Hund als problematisch empfunden wird, ist das meiner Erfahrung nach oft darauf zurückzuführen, dass die räumliche und zeitliche Möglichkeit fehlt, dass das Tier ganz für sich alleine entweder zur Ruhe kommen oder seinen Adrenalinspiegel in Bewegung umsetzen und dann ruhen kann.

    Hier gab es doch erst vor kurzem einen Beitrag, wo der "gestresste" Hund mit Spiel und Spaß im Garten "entspannen" sollte.

    Einen Tag im Büro empfinde ich jetzt nicht als großartig belastend.

    Ich empfinde das gesamte Szenario auch als traurig für die Hunde, die sich buchstäblich jeden Pups verkneifen müssen, damit es nicht noch mehr Ärger gibt.

    Und so feine Antennen, wie diese Tiere für menschliche Stimmung haben, bekommen sie eventuellen Stress von Frauchen natürlich mit.

    Ich schreibe, wie gesagt, als von einem Nachbarschaftsstreit Betroffene, selbst wenn es nicht um Hunde ging. Ich habe gerne an meinem vorigen Wohnort im warmen Südwesten der Republik gewohnt und wäre wahrscheinlich nicht so schnell in norddeutsches Pisswetter auf den Riesenhof zu meinem jetzigen Mann gezogen, aber ich war die angespannte Stimmung, die sich über Jahre unmerklich aufgebaut hatte, nach mehreren Güteversuchen irgendwann so leid, dass ich mir dachte, mir bleibt nur die Flucht.

    Ich hoffe auch, dass der Neuzugang mit dem Erwachsenwerden die beiden älteren Rüden nicht drangsaliert, denn Drahthaar kenne ich persönlich nicht unbedingt als art- und geschlechtsgenossenkompatibel.

    Wenn die Nachbarn schon zwei Hunde als Zumutung empfinden, wird sich das beim 3. sicherlich nicht bessern.

    Ob man das nun vorher ankündigt oder nicht, dürfte völlig egal sein, vor allem, da man mit 3 Hunden dieses Kalibers beim Hinaus- und Hineingehen alles blockiert und andere warten müssen, wenn man selber nicht mehr in die eigene Wohnung umkehren möchte oder kann.

    Und mit 3 Hunden hat man immer eine Hand zu wenig, vor allem bei einem quirligen Welpen und bald Junghund, wenn man sie eng führen muss.

    Ich hatte das auch so im Kopf, dass RafiLe1985 vor der Welpenanschaffung erst umziehen wollte in ein (Reihen?)Haus mit Garten.

    Ich habe selber fast 30 Jahre lang in Mehrparteienhäusern zur Miete gewohnt - RafiLe1985 kann als Eigentümerin immerhin nicht gekündigt werden - und als absolute Nichtraucherin z. B. rauchende Nachbarn am offenen Fenster oder auf dem Balkon als Zumutung empfunden, wenn der Rauch in meine Wohnung zog. Oder schwerhörige ältere Herrschaften, die bei offenem Fenster den Fernseher laufen haben. Oder ... oder ...

    Meistens ließen sich solche Interessenskonflikte durch Reden klären, um Kompromisse zu finden, aber wenn die Ausgangslage schon so verfahren ist, sehe ich eigentlich nur Umziehen als Lösung.

    Dabei ist ja noch nicht mal die Dynamik unter den Hunden berücksichtigt, denn die neue Konstellation wird sicherlich auch für Unruhe unter den Tieren sorgen.

    Nachdem es selbst in der Humanmedizin nur für bestimmte Tumorarten Früherkennungsuntersuchungen und keinesfalls eine generalisierte "Krebsvorsorge" gibt, würde ich mich auf die Aussage von Tierärzten verlassen, was man ohne großartige Belastung für den Hund für die in seiner Verwandtschaft aufgetretenen Krebsfälle mitmachen könnte, z. B. Werte im Blutbild, die ein Anhaltspunkt für Auffälligkeiten sein könnten.

    Oder wenn ohnehin eine bildgebende Untersuchung, evtl. sogar in Narkose, ansteht, was man noch mit schallen oder röntgen könnte.

    Und den Hund gründlich abzutasten und so evtl. selber Auffälligkeiten an den Lymphknoten festzustellen, fände ich auch nicht verkehrt.

    Die Frage wäre für mich, welchen Erkenntnismehrwert man aus solchen "prophylaktischen" Untersuchungen ziehen kann, vor allem, da viele Tumorerkrankungen relativ unspezifische Symptome verursachen.

    Und selbst auf Plattformen wie "Kleinanzeigen" werden Informationen bereitgestellt.

    Anzeigen sind aber naturgemäß im Telegrammstil gehalten, sprich, man muss Kürzel wie z. B. DCM überhaupt erst mal kennen.

    MoniHa hat m. E. gut auf den Punkt gebracht, wo es in der Verbandszucht hakt.

    Nichtsdestotrotz sollte man irgendwo anfangen mit dem Informieren, daher wären für mich VDH und/oder angeschlossene Rasseverbände sozusagen die Haustür, die ich als Hundeneuling erst mal aufstoßen würde.

    Für Unerfahrene sollte der VDH dennoch die erste Anlaufstelle sein, denn wenn man mit etwas gesundem Menschenverstand gesegnet ist, kommt man über den Dachverband auf die Mitgliedsvereine für die jeweilige Rasse (die meisten haben ja mehrere) und über die auf Züchterpräsenzen im Internet.

    Und wenn man sich dann die Mühe macht und sich einliest, findet man durchaus interessante Infos, weil nicht jeder Züchter "Mäuse" und "Süße" als Zuchttiere hält, sondern teilweise kritisch den Mainstream seiner Rassezucht hinterfragt wie z. B. die Farbreinzucht oder überbordende Fellbomben.

    Will sagen: Wer gewillt ist, sich zu informieren, auch über die Sinnhaftigkeit von Dissidenz für bestimmte Rassen - ich sage nur: Spitz! -, für den ist der VDH ein guter Einstieg.

    Ich würde an der Stelle Deines Mannes versuchen, dem Hund mit freundlichem Desinteresse zu begegnen, ihn also freundlich ansprechen, so nach dem Motto, hallo Hund, ich bin's, schön, dass Du hier wohnst - aber ich tu's auch. Und ich tu Dir nichts.

    Körperlichen Kontakt würde ich nach Möglichkeit erst mal ganz unterlassen, also weder locken noch anleinen noch füttern, nichts. Ich würde auch ankündigen, was ich mache, also z. B.: Hund, ich muss jetzt hier durch, wenn Du Angst hast, geh halt weg - Ich hab' Dir ja schon gesagt: Ich tu Dir nichts ...

    Nach dem, was hier geschrieben wurde, sind die Ausgangsvoraussetzungen doch gar nicht mal so schlecht: Der Hund schließt sich Frauchen an, geht gerne raus und ist kein kompletter Schisser, der sich fast nur verkriecht.

    Keine Ahnung, wie Euer Zeitbudget aussieht, aber ich würde auch mindestens einmal am Tag und möglichst zu einem festen Zeitpunkt einen Spaziergang zu Dritt einplanen, bei dem Dein Mann immer häufiger die Leine übernimmt.

    Habt Ihr einen Garten? Evtl. wird das Verhältnis zwischen Mann & Hund auch lockerer, wenn beide draußen sind, wo der Hund mehr Platz zum Ausweichen hat. Evtl. reagiert er draußen auch auf Spielaufforderungen, die aber immer so angepasst sein müssen, dass das Tier dadurch nicht erschreckt.

    Es wird sich zeigen ob er damit klar kommt oder nicht . Ich freue mich aber für ihn wenn es klappt


    Wir haben den Fuß im Tierheim drin und halten weiter Ausschau

    Was für eine tolle Einstellung!!

    Denn es gibt immer irgendwo ein besseres Zuhause für einen Hund, den man selber gerne hätte.

    Wie oft liest man hier Gemaule, wenn jemand einen Hund, sei es aus dem Tierschutz oder vom Züchter, nicht bekommt, so nach dem Motto, die wollen ja gar keine Hunde vermitteln (bzw. die Züchter haben überzogene Ansprüche).

    Gesteht man aber denjenigen, die Hunde vermitteln oder verkaufen, zu, dass sie versuchen, das bestmögliche Zuhause für die Tiere zu finden und dafür ihre eigenen Kriterien ansetzen, wird man meiner Erfahrung nach mit demselben Respekt behandelt, wie man ihn - in Deinem Fall - dem Tierheim zugesteht.

    Du wirst sehen, der passende Hund findet sich früher oder später, das ist zumindest mir immer so gegangen.

    Bis dahin viel Freude beim Kennenlernen unterschiedlicher Hundecharaktere :drooling_face: