ich finde das gerade unheimlich spannend, da ich bisher immer dachte, dass wir mit unserer Familienhündin (Border Collie) früher eine große Ausnahme hatten. Scheinbar ist dieses Verhalten aber nicht so selten.
Sie hat es regelmäßig bei Besuch und ab und an auch bei uns gemacht, dass sie erst kam, den Kopf aufs Sofa oder das Bein legte und sich streicheln ließ und dann leise anfing zu knurren. Das Knurren wurde immer deutlicher, wenn man einfach weiter gestreichelt hat (wenn man es nicht sofort registrierte) und wenn man einfach aufhörte, ging sie sofort und eher beschwichtigend (geduckte Körperhaltung, kleine hektische Schritte, Züngeln, angelegte Ohren) von der Person weg um sich weiter entfernt einen Platz zu suchen.
Wenn sie es bei uns gemacht hat und wir sie mit einem lauten "Hau ab" weggeschickt haben, dann hat sie ein lautes Bellen hören lassen und hat sich sehr schnell irgendwo verkrochen. Ich habe im Nachhinein den Eindruck, dass dieses Wegschicken das Verhalten eher verstärkt hat.
Meine Erklärung war immer, dass ihr die Nähe und das Streicheln irgendwann unangenehm wird, sie aber aber nicht weiß, wie sie sich sicher und cool aus der Situation befreien soll, denn die Hand des Menschen verweilte ja auf ihrem Kopf. AUch trat das Knurren ausschließlich auf, wenn sie am Kopf gestreichelt wurde, nie beim Bauchkraulen oder entspannten Pfotenmassieren. Ich hatte also auch eher die grobe, dass es ein innerer Zwiespalt ist und nicht eine dominanzbasierte Aggression, allerdings habe ich nie ganz verstanden, warum sie zu unserem Besuch hingegangen ist - doch eine Form der Einschränkung der fremden Person durch Kopfauflegen? - ihre Körperhaltung sprach dagegen!?
Wir haben Senta wenn Besuch da war immer gut im Auge behalten und ganz besonders, wenn sie sich vom Besuch streichlen ließ. Ich habe schnell gelernt zu sehen, wenn sie sich verspannt, die Augen nach rechts und links blicken und habe den Besuch dann lediglich unspektakulär darum gebeten aufzuhören, woraufhin Senta sofort verschwand.