Beiträge von Cherubina

    Wenn ich die vielen Geschichten hier lese muss ich sagen, dass ich mich wohl wirklich glücklich schätzen kann bisher ohne Verletzungen davon gekommen zu sein.
    Der einzige Biss, bei dem es geblutet hat kam von unserer 4-5 Monate alten Border Collie Hündin. Ich war damals 12 und wir haben in der Wohnung gespielt als ein Hundespielzeug unter die Couch gekullert ist. Senta versuchte dranzukommen und um es für sie zu holen, habe ich sie ganz unbedarft am Hinterteil herausgezogen. Sie drehte sich um und tackerte mit ihrem Milchzahn meine Oberlippe. Es folgte eine Schrecksekunde, aufgeregtes Beschwichtigen durch den Hund und alles war wieder gut.

    Ansonsten gab es trotz Tiermedizinstudium mit Praktika in Kleintierkliniken, jobben beim Hundefriseur, Arbeit mit Tierschutzhunden und mittlerweile 3 Jahren in der Kleinierpraxis nie mehr als ein paar Katzenkratzer oder mal einen Zahnabdruck.

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    Diese nächtliche Panik tritt jede Nacht mindestens einmal auf und lässt sich durch keinen Auslöser erklären. Wir haben mehrmals ihren Schlafplatz verändert und umgestellt,

    Als ich das gelesen habe, dachte ich eigentlich, dass ihr auch verschiedene Schlafräume ausprobiert habt, denn das wäre für mich der allererste Gedanke gewesen. Mein Hund hat zum Beispiel sehr sensibel reagiert und teilweise richtig Angst gezeigt, wenn jemand im Stockwerk über uns gelaufen ist. Auch die geschlossenen Rollläden könnten ein Grund sein, das Quietsch vom Bett, wenn du dich drehst, deine veränderte Atmung beim Einschlafen oder Lichteinfall durch vorbeifahrende Autos. Es gibt so viele Möglichkeiten...
    Wo hält sie sich denn tagsüber zumeist auf und fühlt sich wohl? Dort würde ich ihren Schlafplatz einrichten und ein kleines Licht anlassen. Wenn sie anfangs nich damit zurecht kommt nicht mit ins Schlafzimmer zu dürfen würde ich mein Lager daneben aufschlagen und einige Nächte bei ihr schlafen.
    Um zu kontrollieren, ob die Angst sich dann weniger stark zeigt, könntest du eine Kamera aufstellen, bei dem ganzen Geld, das ihr bisher ausgegeben habt wäre da eine Neuanschaffung durchaus denkbar ;)

    Dass manche Hunde lange brauchen um stubenrein zu werden stimmt schon, aber mit 6 1/2 Monaten ist so ein kleiner Hund wirklich kein Baby mehr. Ob es nun Aufmerksamkeits-Heischendes-Verhalten sein kann oder nicht, kann ich aus der Ferne nicht beurteilen - wie gesagt soll es ein Denkanstoß sein. "Mit Absicht", wie du es schreibst impliziert für mich einen bösen Willen, das habe ich nicht unterstellen wollen. So etwas ist einfach unabsichtlich aufkonditioniertes Verhalten. Ob es nun einfach Stress ist oder doch etwas anderes, das Pinkeln zu ignorieren bringt ja keinen Nachteil.

    Wie der Tag tatsächlich strukturiert ist und was der Hund täglich mitmacht hat die TS ja noch gar nicht geschildert, wohl aber, dass ihr von Anfang an bewusst war wie wichtig Ruhephasen für einen jungen Hund sind.

    Ich bin sehr gespannt zu hören, wie sich der Tagesablauf tatsächlich darstellt. Vielleicht ist ja wirklich ein komplettes Runterfahren die Lösung...

    Von mir nur ein kleiner Denkanstoß zur Pinkelei:
    Du schreibst, dass sie selten pinkelt, wenn ihr nicht da seid, dafür aber oft direkt neben euch aufs Sofa. Pinkeln kann von Hunden gezielt als sogenanntes "Aufmerksamkeits-Heischendes-Verhalten" getan werden. Sie will Aufmerksamkeit - bekommt diese nicht, weil ihr vielleicht gerade fernseht - sie pinkelt aufs Sofa - ihr seid wieder ganz bei ihr! Funktioniert wunderbar, wird also wiederholt.
    Dabei ist es erstmal unherheblich, ob ihr schimpft, sie vom Sofa hebt oder ihr seufzend über den Kopf streicht, ihr wendet euch ihr zu.

    Der Gedanke, dass bei ihr so eine Kette entstanden ist, liegt nicht ganz fern, zumal ihr auch draußen das Pinkeln mit sehr viel Aufmerksamkeit belohnt!

    Der einzige Ausweg ist, dass man das Verhalten überhaupt nicht mehr beachtet, aber vorsicht, solche Hunde probieren dann sehr schnell andere Verhaltensweisen um euch aus der Reserve zu locken.

    Für mich gäbe es draußen überhaupt keine Reaktion mehr, wenn sie pinkelt. Pinkeln ist ohnehin selbstbelohnend, immerhin ist die Blase danach leer und entspannt. Drinnen würde ich sie von allen Polstermöbeln fernhalten und alle Teppiche verbannen und dann ihr pinkeln völlig ignorieren. Wischt es weg, wenn sie wieder mit etwas anderem beschäftigt ist.


    Zusätzlich kann ich mich nur den Tipps meiner Vorschreiber anschließen...

    Zum Thema Krankenhaus habe ich auch einen lustigen Satz:
    Mit einem sehr aufgeregt besorgten Unterton
    "Was sitzen sie denn hier rum? Sie dürfen nicht sitzen, sie müssen liegen - legen sie sich sofort dahin!"

    Und das nach langem Warten, einer ausführlicher Eingangsuntersuchung, langen Warten, einem anschließenden Röntgen zur Sicherheit, langem Warten, einer Schwester, die die Bilder in den Raum brachte, Warten, einem Assistenzarzt, der die Bilder ansah und schweigend wieder ging, Warten und schließlich einem Oberarzt, der einen Blick auf die Bilder warf.

    Ich hatte nach einem Sturz vom Pferd heftige Rückenschmerzen - auch noch ne Woche später :ops: Ich hatte mir den ersten Lendenwirbel angebrochen, der ist jetzt kürzer als alle anderen... Ich durfte nach dieser bemerkenswerten Äußerung 6 Wochen lang gar nicht mehr sitzen, nur stehen und liegen :muede:

    Kito freut sich nen Wolf und lässt mich nicht aus den Augen bis ich mit ihm zur Tür raus bin.

    Smilla machte es von ihrer aktuellen Laune abhängig. Ist sie zufrieden und war gerade draußen, dann bleibt sie auf der Couch liegen und kommt nicht mal, wenn ich sie freundlich einlade mitzukommen, war es langweilig steht sie direkt parat.

    Smillas Verhalten ist mir (nach anfänglicher Irritation meinerseits) lieber!


    Was wirklich dahintersteckt können wir ja alles nur spekulieren, die TS eingeschlossen, da wir die genauen Befunde und Therapien nicht kennen und den Hund nicht erleben.
    Zum iatrogenen Morbus Addison: Zum einen bekam der Hund das Cortison ja erst nachdem bereits eine deutliche Symptomatik vorhanden war. In den meisten Fällen kann man einen Hund mit Cortison und Infusion ganz schnell aus einer Addisonkrise herausholen, darum meine Frage, ob er das in der Klinik bekam. Dem Hund hätte es dann eben sehr schnell deutlich besser gehen müssen - was offensichtlich nicht der Fall war. Demnach spricht nicht mehr allzuviel für einen primären oder sekundären Morbus Addison.
    Dass durch eine kurzfristige und kontrollierte Gabe von Cortison während des Klinikaufenthalts einen iatrogener Morbus Addison ausgelöst wurde, halte ich für unwahrscheinlich.

    Aber Glauben ist nicht Wissen und so würde ich den Gedanken bei einem erneuten Kliniksbesuch auf jeden Fall ansprechen.

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    Hinrennen und Hund am Halsband schnappen. Da muss man schnell sein.
    Dann den Rückruf üben bis er klappt.
    Wenn der Hund beim Rückruf kommt dann erfolgt immer Belohnung, keine Bestrafung durch Anleinen.

    Wenn man den Rückruf richtig aufbaut kommt man nur selten in die Situation dass der Hund nicht kommt.

    Grüße Bernd


    Hier läuft es sehr ähnlich, mit dem Unterschied, dass ich nicht versuche den Hund zu greifen, sondern im Sprint oder Stechschritt auf sie zulaufe und sie ordentlich anraunze. Smilla lässt sich dadurch leicht beeindrucken und meidet verständlicherweise. Ich lade sie daraufhin aber sofort wieder freundlich zu mir ein. Ein Leckerli gibt es dann allerdings natürlich nicht mehr.
    Bei Kito brauche ich es nicht, aber Smilla vergaß ab und zu mal ihre gute Erziehung, wenn sie an Mauselöchern unterwegs war. Weggehen beeindruckt sie überhaupt nicht! Ich bin mit dieser Variante sher gut gefahren und habe nun einen Hunde der nahezu immer gut abzurufen ist so dann auch das Privileg hat ihren "Arbeitsradius" voll auszunutzen. ;)

    Aber jeder Hund ist anders und auch bei Smilla habe ich mich zu Anfang minutenlang völlig außerhalb ihrer Sichtweite hinter Hecken versteckt oder habe sie ruhig von Mauselöchern abgesammelt - ohne Erfolg.
    Wichtig finde ich bei allen Methoden aber, dass man eben nicht erst 5 Mal ruft und dann handelt. Wenn man sicher sein kann, dass der Hund den Ruf gehört hat, dann weicht man den Rückruf durch jede nicht befolgte Wiederholung auf. Und wenn der Hund sich nachträglich doch noch entscheidet zu kommen, dann gibt es dafür natürlich keine Strafe, aber eben auch nicht die erhoffte Belohnung.

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    Hat er vielleicht Morbus Addison?

    War auch ein Gedanke von mir. Morbus Addison wird gerne mal übersehen, weil es oft zu veränderten Organwerten führt, die einen auf eine falsche Fährte locken.
    Wenn er aber unter den vielen verabreichten Medikamenten auch eine Zeit lang ein Cortison bekommen hat (erstmal egal welches) und er daraufhin nicht deutlich besser war, dann glaub ich nicht wirklich dran. Aber vielleicht kannst du danach nochmal ganz gezielt fragen.


    Einen Hund, der wochenlang kaum etwas frisst, der ständig ausläuft, dem so schlecht ist und bei dem es keine Aussicht auf Besserung gibt- den würde ich erlösen!