Beiträge von Cherubina

    Ich war heute mit drei Hunden unterwegs. Pudelchen Bonny an der Leine, Smilla und Kito frei. Im Feld kam uns eine Frau mit ebenfalls freilaufendem Hund (ca. 30 kg) entgegen. Dieser Hund verfiel schon in 100 Meter Entfernung in einen Schleichgang und fixierte meine Hunde. Allerdings lief er dabei ein gutes Stück vor der Frau.

    Ich rief Kito und Smilla neben mich und nahm die Leine von Bonny kurz. Als wir näher kamen und die Frau keine Anstalten machte ihren Hund ranzurufen, habe ich Kito freigegeben, der so immer ganz gut als "neutrale Vorhut" funktioniert. Smilla ist mit ihren 6,5 kg Kampfgewicht leider oft sehr zickig mit fremden Hunden und neigt zur Hysterie.

    Als wir dann in Sprechweite waren, hatten sich Kito und der andere Hund (eine Hündin) schon erreicht und der fremde Hund umschlich Kito recht steif, aber ruhig.
    Ich blieb mit den zwei Kleinen stehen und sagte:
    "Die hier (mit Blick auf Smilla) kann ziemlich zickig sein. Meinen Sie, das geht gut?"

    Die Frau zuckte nur mit den Schultern und antwortete ziemlich flapsig:
    "Pff, das weiß ich doch nicht!"

    Inzwischen war sie schon auf meiner Höhe, die beiden Großen standen vor mir auf dem Weg und Smilla fing neben mir schon an zu brummen. Auf ein Rufen der Frau reagierte ihr Hund nicht die Bohne.

    Mag ja sein, dass es für ihren Hund kein Problem ist, wenn meine einen Zickenkrieg anfangen würde, aber ehrlich gesagt möchte ich nicht unbedingt probieren, ob Smilla die Antwort verträgt - nicht bei 25 kg Gewichtsunterschied.


    Nur fürs Protokoll: Auf meine Bitte hin hat sie ihre Hündin am Geschirr genommen und sie an uns vorbeigeführt. Alles gut also, aber ihre Antwort fand ich schon bemerkenswert.

    Sie entspannt sich beim Streicheln ja auch gleich , setzt sich hin und dreht sich vom Menschen weg. Soweit ist ja alles im grünen Bereich. Das machen gut sozialisierte Hunde, sie drehen sich vom Menschen weg, damit sie nicht missvreständlich gelesen werden können.

    Smilla - ihres Zeichens super sozialisiert und sehr sicher mit Menschen aller Art - lässt sich von Fremden, die das zulassen streicheln, indem sie ihre Vorderfüße auf deren Knie stellt, den Hals lang macht und sie mit halb geschlossenen Augen anschaut.
    Auch bei ihr ist das mMn erlerntes Verhalten. Sie ist klein und die Menschen streicheln einfach ausdauernder und netter, wenn sie ihnen etwas engegenkommt :smile:

    Kito hingegen, der mit Menschen extrem unsicher ist, geht bei Personen, die er kennt unter der streichelnden Hand entlang, bis der Streichler am hinteren Rücken angekommen ist - da scheint es, seinem Gesichtsausdruck nach zu urteilen, am besten zu sein.

    Ich würde an deiner Stelle immer mal wieder im Streicheln innehalten und beobachten was sie macht. Geht sie schnell weg, so würde ich davon ausgehen, dass für sie nicht das Positive beim Streicheln überwiegt. Bleibt sie entspannt liegen, schaut dich an oder stupst sie dich gar mit Pfote oder Schnauze, dann mach weiter - sie scheint es so zu mögen.

    Für Kito sind in letzter Zeit noch ein paar Namen dazugekommen. Im Auto stimmt er einen ganz speziellen Gesang an, wenn wir fast am Ziel sind.
    Darum:

    Heulboje
    Jammerlappen
    Quietschkommode
    Karl-Gustav
    (wer die Sendung "Hallo Spencer" noch kennt, weiß was ich meine für alle anderen: http://www.hallo-spencer.de/home/bewohner/bewohner.php?wer=11 )

    Na, ist ja schon, dass du mich und meine Lebenserfahrung soooo gut kennst, @AnnaAimee

    Naja, du brauchst ja meine unsinnigen Stammtischparolen nicht zu lesen. Ich finde es jedenfalls immer wieder putzig warum man immer angegangen wird, wenn man eben keinen Hund aus dem Auslandstierschutz haben will...

    Ich wollte auch nie einen und nun habe ich mit Smilla wahrscheinlich genau den Hund, den du gerne hättest: 3 Jahre alt, gesund, sportlich, agil, begeistert bei Agility und Rettungshundearbeit, 6,5 kg schwer, halblanges Fell, ruhig Zuhause, entspannt in nahezu allen Situationen, überall geliebt... aber eben aus Spanien.

    Ich will dich nicht bekehren und meine Smilla bekommst du sowieso nicht :-) - ich finde wie Einstein bei einem erwachsenen Hund besonders wichtig, dass man Zeit hat den Hund kennenzulernen und die hatte ich mit Smilla bevor ich sie übernommen habe.
    Wenn man Kontakt über eine Kleinanzeige zu einer Privatperson aufnimmt, dann besucht man den Hund erstmal und macht sich einen Eindruck. Auch bei einem "Rückläufer" vom Züchter kann man Pech haben, auch da würde ich mich nicht auf die Aussagen des Züchers verlassen, sondern Zeit einplanen.

    Ich bin mir sicher du findest den passenden Hund für dich auch unter den in Deutschland geborenen Hunden.

    Bei uns im Verein ist eine Beauceron Hündin, die den Slalom auch einfach nebenbei gelernt hat. Sie ist den schon nahezu perfekt und ohne Hilfen gelaufen, als sie noch deutlich unter einem Jahr war. Wir waren alle ziemlich kritisch und haben der Halterin gesagt, dass wir es nicht für gut halten, mit einem so großen und so jungen Hund schon intensiv den Slalom zu üben - so sah es nämlich für uns aus.

    Sie schwört, sie sei nur im Spiel hinter der älteren Hündin hergelaufen und durch den Slalom. Einmal hat sie es ihr wohl auch mal gezeigt und dann ist sie ihn völlig ohne Hilfe gelaufen. Da sie sehr auf die Gesundheit und das Wohl ihrer Hunde bedacht ist, glaube ich ihr das auch.

    Auch haben wir im Verein 3 Hunde, die den Slalom nur mit der Leckerli-Durchführ-Methode gerlent haben. Einer davon läuft den Slalom so schnell und zuverlässig wie man es sich nur wünschen kann, 2 laufen ihn zuverlässig, da wird nur noch etwas am Einfädeln und arbeiten auf Distanz gefeilt.
    Smilla hat zwar ganz zu Anfang mit Gasse geübt, allerdings nicht konsequent bis zum Schluss. Ich muss noch ziemlich dicht dabei bleiben, aber Fehler machen wir kaum und sie macht ihn recht flott und mit Spaß (wir üben auch nur maximal 2 Mal die Woche).

    ^^

    Ich hätte mir vermutlich das Schauspiel bis zum Schluss angehört und wenn ich mit Hund den See verlassen hätte, wäre ich hingegangen und hätte zu den beiden gesagt:
    "Und jetzt packen wir unsere Sachen und gehen und weil sie die ganze Zeit so brav waren und immer gut aufgepasst haben, bekommen sie auch ein Leckerli!" Das hätte ich ihr dann in den Schoß geworfen und wäre grinsend meiner Wege gegangen.


    Nun verhält er sich seit einiger Zeit extrem frustrierend; er jault und fiepst wie unter Schmerzen wenn wir draußen Gassi gehen, zieht nach vorn, flüchtet und will sich verstecken sucht ständig Blickkontakt zu mir und setzt sich mir in den Weg.
    Sobald man aber wieder Zuhause ist spielt er, ist froh und wedelt mit der Rute.

    Ich versucher gerade mir vorzustellen, wie das von dir beschriebene Verhalten aussieht.
    Er "jault und fiepst" durchgehend? Wenn er etwas bestimmtes sieht?
    Er "zieht nach vorne" - an der Leine? Wie verhält er sich ohne Leine?
    Er "flüchtet und will sich verstecken". Wo will er sich verstecken? Läuft er in Hecken oder Gräben? Das passt dann aber nicht zu:
    Er sucht ständig Blickkontakt und setzt sich in den Weg...

    Ist er kastriert?
    Gibt es draußen Momente mit dir, in denen er "normal" ist? Laufen deine Lebensgefährtin und deine Eltern die gleichen Wege wie du? Wie ist es, wenn ihr zusammen draußen seid? Macht es dann einen Unterschied wer die Leine in der Hand hat?