Das ist schon eine interessante Fragestellung: welches Beziehungs- und insbesondere Frauenbild liegt einer Trash-Show zugrunde? Im Konzept von Bauer sucht Frau kreuzen sich ja klischeehaft zwei Beziehungsansätze: eine Partnerin für eine Wirtschaftsgemeinschaft zu suchen, die ihre Arbeitskraft einbringt, und das heute dominierende romantische Beziehungsmodell. Das Ergebnis ist ein sehr merkwürdiger male gaze, mit misogynem Unterton wie oft in diesen Formaten: Schaun mer mal, ob das Weiberl die von außen gesetzten männlichen Ansprüche erfüllt und als Arbeitskraft taugt/als Betthaserl taugt/mit der Schwiegermama klarkommt. Kurz: Funktioniert die Frau, wie sie soll? Als komisches Element kann man zwischendurch die Stadtfrau vorführen, die sich, huhu, den Fingernagel im Schweinestall abbricht und im Matsch landet. Habe zugegebenermaßen lange keinen Kontakt mehr zu dem Format gehabt, aber das klingt schon so, als sei das klischeebeladene Grundkonzept trotz sicher auch hier mittlerweile einziehenden Diversityansätzen unverändert. Gibt’s eigentlich diese Alliterationen noch noch, der pfundige Pferdewirt und der schmunzelnde Schweinebauer und so?