Ich denke, es liegt sehr viel daran, was man für einen Hund hat, ob man viele oder wenige blöde Begegnungen hat. Habe ich einen gechillten Hund, dem es nicht macht, wenn ein Fremdhund ankommt, dann ist das für mich in dem Moment keine blöde Begegnung. Habe ich aber einen Hund, der keine anderen Hunde mag und der gleiche unangeleinte Fremdhund kommt an, ist es in dem Moment eine blöde Begegnung. Und ja, da schreit man auch schon mal, blockt oder tritt, wenn der Hund noch näher kommt, einfach um eine Beisserei zu verhindern.
Ich bin letztes Jahr umgezogen. Von einer Gegend, wo ich vielleicht 3 - 4 Hundebegegnungen im Monat hatte zu einem Gebiet, wo ich plötzlich bei schönem Wetter auch je nach Strecke auf 20 - 30 Hundebegegnungen auf einem Spaziergang habe. Und die sind nicht alle schön. Und natürlich bleiben die negativen ehr im Gedächtnis haften, als die positiven (die glücklicherweise überwiegen).
Mila mag keine Fremdhunde, die einfach auf sie zu kommen. Ich habe sie mittlerweile so weit, dass sie vom Leinenpöbler, der bei jeder Begegnung austickte zu einem Hund, der an lockerer Leine fremde Hunde passiert bekommen. Selbst wenn der andere Hund pöbelt, reagiert sie da solange ein Abstand von ca 2 Metern gewahrt ist gar nicht mehr drauf. Da muss ich keinen Bogen mehr machen, sie nicht mehr absitzen lassen usw. Wenn allerdings ein Fremdhund einfach zu uns hingelaufen kommt dann findet sie das ausgesprochen unhöflich und doof. Wenn mir freilaufende Hunde entgegenkommen, dann nehme ich Mila immer sehr offensichtlich in das Fuss, auf die abgewandte Seite am Wegrand (es ist also sehr offensichtlich, dass ich keinen Hundekontakt möchte) und bitte die anderen Hundehalter höflich ihren Hund zu sich zu nehmen. Bei den meisten klappt das. Aber man hat auch immer wieder Halter, denen das am A*** vorbei geht und die ihren Hund noch nicht mal versuchen zu sich zu rufen. Dann bleibt mir nur, wenn der Hund zu uns kommt, direkt ganz massiv verbal und körperlich zu blocken. Blocke ich körperlich, werde ich dann gerne auch noch beschimpft, als aggressiv. Die Leute schnallen gar nicht, dass ich damit eine Beisserei verhindert habe, denn ihr Hund tut doch nichts.
Wenn ein Halter wenigstens noch versucht seinen Hund zurück zu rufen (was nicht bei vielen klappt), dann kann ich damit leben. Jedem kann auch mal der Hund abhauen. Ärgerlich, doof für Mila in dem Moment, aber kann passieren. Sofern der Halter sich dann trotzdem bemüht seinen Hund einzufangen. Aber ich habe auch Begegnungen, da wird noch nicht mal auf meine höfliche Bitte (immer verbunden mit der Erklärung, dass meine keine fremden Hunde mag) in irgendeiner Art und Weise reagiert.
Z.b. begegne ich seit ein paar Wochen immer im Naturschutzgebiet mit Leinenpflicht einem Mann mit freilaufendem Hund, der seinen Hund grundsätzlich nicht ran ruft, auch wenn man ihn bittet. Der hatte regelrecht Spaß daran, wenn ich ihn erfolglos darum gebeten habe und lachte mich dann noch an. Nach 3 Begegnungen in einer Woche, wo körperliches blocken reichte (der Hund kommt natürlich jedes mal zu Mila und fixiert auch dabei) kam es dann einmal so weit, dass der Hund so nah kam (und nein, er wollte nicht spielen), dass ich ihn mit dem Fuss berührt habe. Es war kein richtiger Tritt, ehr ein wegschieben. Der Halter ist ausgerastet, wie ich mich wagen könnte seinen Hund zu treten. Ich bin gar nicht auf sein Geschrei eingegangen und habe nur geantwortet, er soll mal überlegen, wie nah mir sein Hund gekommen ist, wenn ich ihn mit dem Fuss berühren kann. Seitdem schafft er es plötzlich seinen Hund bei Begegnungen anzuleinen.
Und um auf die Eingangsfragestellung zurück zu kommen. Die meisten unschönen Hundebegegnungen, die ich habe sind eigentlich nicht auf ungezogene Hunde zurück zu führen, sondern auf Halter, die meinen, dass ihnen die Welt gehört und die sich eingeschränkt fühlen, wenn sich ihr Hund nicht frei entfalten darf. Liegt als weniger an der Mensch-Hundebeziehung sondern an der grundsätzlichen Lebenseinstellung der Halter.