Beiträge von Camillo09

    Damit kann man jetzt schon mehr anfangen. ;)

    Zum einen: lass den Hund erst mal ankommen. Er hat noch kein Vertrauen zu dir, er kann noch gar nicht wissen, dass du alles für ihn regelst und auf ihn aufpasst. Das musst du ihm erst noch zeigen. Du musst den Hund kennenlernen, er dich usw.

    Wenn er an der Leine schlechte Erfahrungen gemacht hat, dann kann es natürlich sein, dass er unsicher ist/Angst hat. Eine Möglichkeit wäre das hier: https://www.dogforum.de/zeigen-und-benennen-t128830.html

    Bei unserem war der Weg "einfach nur", sehr viele Hundekontakte, alle gut sozialisiert, gemeinsame Spaziergänge, sodass er lernt, ihm passiert nichts und alles ist gut. Zu fremden Hunden darf er i.d.R.nicht hin. Jetzt macht er es nur noch in "seinem" Territorium, also in ein paar hundert Meter um das Haus herum, aber da ist der Grund eben ein anderer, also müssen wir da auch anders arbeiten. Da arbeiten wir auch nach Zeigen und Benennen.

    Leider fehlen noch ein paar wichtige Informationen.

    Wie alt ist der Hund? Seit wann tritt das Verhalten auf?

    Macht er es nur an der Leine? Oder auch im Freilauf? Woran erkennst du die Freude (Schwanzwedeln muss keine Freude sein)?

    Ich brauche mit Camillo ehrlich gesagt nicht kommen, wenn es regnet. Der steigt dann wahrscheinlich nicht mal aus dem Auto aus :verzweifelt: oder rennt höchstens unter den nächsten Busch.

    Bei uns wird das dann heute leider nichts, nächste Woche wieder.

    Es gibt sicherlich Rassen, die dafür geeigneter sind als andere. Klar sieht man sehr häufig BCs, die sind im Moment halt sehr in Mode. Ansonsten würde ich sagen, dass der Rest v.a. andere Hütehunde sind, egal ob nun Schäferhunde (egal ob nun belg. oder auch holl.), Aussies, Shelties, Collies, Kelpies... Es gibt natürlich auch immer mal wieder andere Rassen dazwischen, aber mein Eindruck ist es, dass die Gruppe der Hütehunde überwiegt, auch wenn man den BC weglässt. Unsere Obe-Trainerin hat selbst einen Aussi und einen Spitz und sie sagt ganz klar, dass der Aussi wesentlich einfacher auszubilden war, weil er viel mehr mitgebracht hat. Man hat es doch deutlich leichter, wenn man einen Hund hat, der ordentlich will-to-please, Arbeitswillen und Kooperationsbereitschaft mitbringt. Das findet man halt bei Hütehunden viel eher als bei Windhunden oder vielen Jagdhundrassen.

    Was ich mich allerdings frage, ist, warum man so wenige Retriever sieht. Die bringen die Voraussetzungen ja auch mit, zumindest bin ich immer davon ausgegangen, und in Mode sind sie ja ähnlich wie BCs und Aussies.

    Es gibt bei uns auch in der Gruppe jemanden mit einem Beagle, die Rasse finde ich im Obedience doch sehr interessant, aber es funktioniert auch.

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    wie kann ich ihm denn gib5 beibringen?

    das fänd ich voll süß wenn meiner das auch noch könnte =)

    Ich habe das quasi aus dem Pfote geben aufgebaut. Leckerlie in die Hand und Click + Belohnung, wenn er mit der Pfote dran geht. Try and Error, es kommt ja kein Kommado "Pfote", also weiterprobieren. Anschließend habe ich die Hand nach und nach höher genommen und irgendwann das Leckerlie weggelassen, sowie die Handfläche gezeigt. Danach die andere Seite (ging sehr schnell, da er ja im Grunde schon wusste, was er machen soll) und letztlich auch auf "gib mir 10" ausgeweitet, also beide Pfoten gleichzeitig.

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    Camillo
    Hast du es mal mit einem kompetenten Trainer probiert. Wenn man selber trainert ohne Unterstützung können sich - teilweise kleine - Fehler einschleichen. Wenn du z.B. schreibst, dass du ihn an der Schlepp wegziehst und sich nie was geändert hat, dann ist doch da schon der erste Fehler. Durch wegziehen lernt ein Hund gar nix. Oftmals wirken 1-3 Stunden bei einem guten Trainer Wunder und Dein Hund kann Vollrüde bleiben.

    Ich gehe schon davon aus, dass wir einen kompetenten Trainer haben und der sagt eben auch, wir sollen den Chip mal probieren, weil der Hund im Moment dadurch sehr gestresst ist und Training deshalb sehr schwer, weil man kaum ran kommt. Das ist auch das Problem beim Aufmerksamkeitstraining.
    Ich habe ihn natürlich nicht nur weitergezogen, wie ich schon geschrieben habe, mit Nein (was normal sehr gut funktioniert, sogar wenn er Futter vor seine Nase geworfen bekommt), weiter... Aber was soll ich machen, wenn alles nichts bringt. Kommando durchsetzen und ihn eben weiterziehen.

    Das einzige, was mir noch einfallen würde, wäre ein heftiger konditioniertes Abbruchkommando, aber für mich macht das bei einem ganz natürlichen Verhalten auch nicht so richtig Sinn. Dann bestrafe ich den Hund auch für sein Vollrüdentum. Ist es dann nicht doch besser, ihm die Intensität der Reize zu nehmen, sodass man wieder mit ihm arbeiten kann?

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    Camillo09 ich schließe mich Fantasmitas Meinung an, auf keinen Fall würde ich da chippen. Pack ne Schleppleine dran und trainiere zu allererst die Aufmerksamkeit und Konzentration und/oder steck das Geld lieber in eine Trainingsstunde mit einem Hundetrainer. :smile:

    Danke für eure Meinungen.

    Ganz ehrlich, ich weiß eben nicht mehr, wie ich das noch trainieren soll. An der Konsequenz fehlt es eigentlich nicht. Ich muss gegen einen natürlichen Trieb trainieren und wie das funktionieren soll, keine Ahnung. An der Schlepp kann ich ihn weiterzerren, aber was bringt es mir? Er durfte noch nie lecken, ich zerre ihn weiter, verbiete es ihm, seit wir ihn haben, aber er lernt nicht dazu, dass er das nicht darf. Nein, Weiter etc, was sonst super funktioniert, auch bei Wild, interessiert ihn nicht. Verstecken, Wegrennen... er bekommt es nicht mal mit oder aber es interessiert ihn nicht. Wenn ihr noch Tipps habt, gerne per PN her damit.
    Er ist ja schon wesentlich selbstbewusster geworden und selbst als er noch sehr unsicher war, ist er nie nach vorne gegen andere Hunde. Er ist immer nur weggerannt und wollte unsichtbar werden. Warum soll er plötzlich dann aggressiv reagieren, wenn er wieder unsicherer wird?

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    2. Wir fahren jeden Tag Rad mit ihnen, getrennt natürlich!! (Was ganz schön doooooof ist!)

    Das wird denen zu viel zu wenig sein. Das ist ja reine körperliche Anstrengung, da bauen sie Kondition auf und brauchen immer mehr. Nur körperliche Anstrengung lastet die wenigsten Hund wirklich aus. Die meisten brauchen auch Kopfarbeit.

    Mein Hund hat nicht wirklich viel Jagdtrieb, aber den konnte ich jetzt gut mit Nasenarbeit in den Griff kriegen. Der darf jeden Tag ca. 30 min Leckerlie suchen oder ZOS, verteilt auf 2 Spaziergänge (morgens und abends), nach den 15 min ist er kaputt, weil das richtig anstregend ist. Sowohl körperlich als auch im Kopf. Der rennt schnüffeld über die Wiese und muss inzwischen eine ordentliche Fläche absuchen, bis er es findet. Anfangs haben wir es noch einfacher gemacht (niedriges Gras), wo er auch mit Sicht arbeiten konnte, inzwischen sucht er im hohen Gras ausschließlich mit der Nase. Jetzt braucht er keinen Kaninchenfährten mehr nachzulaufen, er hat quasi seinen "Jagderfolg". Aber mit mir zusammen und legal.
    Vielleicht hilft es auch dir, die Probleme zumindest zu verkleinern.

    Bei mir gibt es dazu noch Clickern und Hundesport (Longieren, Obedience), wo er auch seinen Kopf benutzen muss und die Zusammenarbeit gefördert wird.