Ich hol das Thema auch mal wieder hoch, Lumi wird jetzt bald 5 Jahre alt und ist seit bald 4 Jahren bei uns... Die Zeit fliegt...
Und noch vergeht einfach kein Monat, indem sie nicht wieder Fortschritte macht. Es ist faszinierend, diese Hund zuzuschauen, wie er lernt, sich dem Familienleben anzupassen...
Kleinigkeiten, die Hunden (v.a typischen Familienhunden), die unter Menschen aufwachsen (seit Generationen), ganz selbstverständlich sind (mir als Mensch auch), die aber für einen Hund, der über Generationen zwar nahe der Menschen, aber nicht mit ihnen gelebt hat, vollkommen fremd erscheinen (trifft bestimmt auch auf alle Hunde zu, die vom Typ noch sehr Urhundig sind und trotzdem vom Züchter kommen)
Ich finde schon, man merkt sehr, dass Hunde, v.a. vom Züchter, von Beginn an lernen, "Mensch" zu lernen... Keiner unsere bisherigen Hunde hatte ein Problem mit "Übergriffigkeit"... Die konnten von Anfang an einschätzen, dass das Verhalten, dass der Mensch gerade zeigt, sehr menschlich ist. Dinge wie ihn auf den Kopf küssen z.b. oder auch mal etwas zu euphorisch durchwuscheln. Meine Tochter z.b ist jmd, die Hunden unglaublich gerne eine Ganzkörperumarmung schenkt... Und natürlich ist mir klar, dass das Züge der Menschen sind, die eigentlich kein Hund toll findet... Aber alle unsere bisherigen Hunde haben diese menschlichen Liebesbeweise geduldet... Manche stoisch, manche fiddelig, andere haben diese Art der Zuneigung sogar gern (gehabt)...
Worauf ich hinaus möchte ist, dass man Lumi direkt dabei zusehen konnte, wie sie über die Jahre gelernt hat, unsere Sprache, unsere Verhaltensweisen, einzuordnen, zu verstehen.
Wo sie anfangs noch vollkommen eingefroren ist, sieht man ihr inzwischen direkt im Blick an wie sie denkt "hey, das ist ein Menschenkind, sie freut sich wenn sie mich umarmen darf, also ist das ok für mich" oder "ein Küsschen auf die Nase ist Herrchens Art, mir seine Zuneigung zu zeigen, das ist inzwischen ok für mich"
Lumi hat mir einen vollkommen neuen Einblick gewährt, wie weit wir eigentlich bei Hunden gehen (dürfen)... Sowohl, weil sie ihre Grenzen hat(te), aber auch, weil sie ihre Grenzen z.T. auch frei gegeben hat.
Mir selbst fiel es tatsächlich am schwersten zu lernen (nach 14 Jahren mit einem Italienschen Windspiel), dass es eben nicht normal ist, dass ein Hund am liebsten in einen reinschlürfen würde... Dass man einem Hund auch Zuneigung zeigen kann, ohne ihn dafür anzufassen. Dass Blicke dafür reichen. Dass eine enge Bindung nicht gleichzeitig auch enger Körperkontakt bedeutet. Vertrauen kann auch über eine gewisse Distanz entstehen...
Ja, dafür habe ich lange gebraucht. Ich denke ich bin da auch manchmal zu emotional als Mensch. Ich habe sogar Tränen vergossen, weil ich es so sehr vermisst habe, dass ein Hund eng an mir liegt, weil ich diese Art der hündischen Zuneigung so sehr vermisst habe...
Erzählt doch mal, ist das bei euch ähnlich? Oder ist Lumi einfach tatsächlich nur ein Individuum, unabhängig ihres Hundetyps?