Beiträge von Fusselnase

    Die Hunde, die wir von Welpe an hatten, die haben nicht mal geknurrt, wenn jemand sich kuschelnd in ihr Körbchen gelegt hat. Auch wenn sie sicher auch nicht immer Bock drauf hatten.


    Das würden meine auch niemals tun/hätten sie niemals getan. Dafür lege ich meine Hand ins Feuer.
    Man kann es schwer glaubhaft machen, schließlich kennst du und andere, die das so empfinden (eine diffuse Angst vor dem unbekannten Hund - so kommt es bei mir an) meine Hunde nicht.
    Ich kann nur sagen, dass ich kaum etwas Lieberes kenne als meine Hunde. Gerade Berta, Alma und Resa - was waren die gutmütig! Eine Tierärztin hat Resa einmal versehentlich so weh getan, dass sie geschrieen hat wie am Spieß, die Arme. Keine Sekunde lang hatte ich Angst, dass sie beißt, obwohl sie allen Grund dazu gehabt hätte.
    Ich könnte noch zig andere Beispiele anführen.
    Also, wenn es ein Wort gibt, das meine Hunde beschreibt, dann ist es: Lieb.
    Schau dir mal mein Avatar an - so wie Alma da schaut, so war sie. Naja, vielleicht sehe nur ich es, weil ich sie kannte.

    Deshalb stehe ich auch so vehement für diese Hunde ein - das mache ich ja nicht, weil... ja, warum sollte ich das tun, wenn nicht aus Überzeugung?
    Und natürlich kann ich das nicht bei einem mir unbekannten Hund. Ich habe selbst bei jeden neuen Hund erneut Muffensausen, bevor ich ihn kenne - und jedes Mal führen sie das ad absurdum.
    Man muss auch ein bisschen Vorschusslorbeeren vergeben, und das scheint einigen Menschen schwerzufallen.
    Wie oft habe ich schon Gespräche geführt und musste mir (hier stark verkürzt) anhören: "Ach, was haben Sie nette Hunde! Wie, die sind aus dem Tierheim? Nein, also das würde ich ja nicht machen, da weiß man ja nicht, was man kriegt..."

    Das ist wie alles was ich schreibe übrigens kein Statement gegen Zuchtunde, sondern nur für Tierschutzhunde.


    Aber dass Hunde Menschen beißen - kenn ich nur von TS-Hunden. Oder Hunden, die schlechte Erfahrungen gemacht haben. Aber "Otto-Normal-Hund", der nur etwas verzogen wird. Hab ich noch nie erlebt, dass so ein Hund Menschen beißt.


    Das verstehe ich nicht - Tierheimhunde sind doch Hunde wie alle anderen auch. Und auch sie waren mal Welpen. Jeder Hund kann zum Tierschutzhund werden, auch der eigene.

    Gibt es ggf. Gründe, kein Hundebett im Schlafzimmer anzubieten?

    Ja, das steht dann unter Umständen sinnlos herum, weil der Hund im Bett schläft. :D
    Nein, es spricht natürlich nichts dagegen.

    In Leipzig kenne ich jemanden aus Tierschutzkreisen, ich schreib dir das mal per pn.

    Ansonsten sehe ich es zwar ein bisschen anders als die meisten hier, was das vorherige Kennenlernen angeht, aber wenn du dich damit wohler fühlst, dann mach das so. Du findest bestimmt einen Hund, der zu euch passt!

    Doch, ich kenne auch Leute, die einen TS-Hund haben und unglücklich sind.

    Natürlich gibt es die. Ich kenne solche Fälle auch, weil ich in den letzten 10 Jahren eine Menge Vermittlungen miterlebt habe.
    Da muss man sich aber fragen, woran das liegt - falsche Beratung, falsche Erwartungen, falsche Selbsteinschätzung, Pech, schlechter Verein etc.

    Und einige von diesen Gründen kann man im Vorfeld zumindest minimieren.
    (Kann man Gründe minimieren? Egal, ihr wisst sicher, was ich meine)

    Julia sagte, sie kennt persönlich niemanden, was einfach nur heißt, dass die Fälle nicht so häufig sein können, wie es hier oft mitschwingt.
    Und das sehe ich auch so.

    Mein Freund arbeitet zwar Vollzeit, allerdings im Zwei-Schicht-System, sodass ein zukünftiger Hund auch später, wenn ich Vollzeit zu Bürozeiten arbeiten und den Hund nicht zur Arbeit mitnehmen könnte, jede zweite Woche max. 4 Stunden alleine sein müsste.


    So ist das bei uns auch. Das funktioniert gut! Wir haben noch den Vorteil, dass ich die Hunde mit zur Arbeit nehmen kann, wenn wir beide Nachmittagsdienst haben.
    Das ist wirklich sehr praktisch, aber auch ein Grund dafür, dass ich nur zwei Hunde habe und nicht drei.


    Eine andere Freundin hat einem jungen Hund ausm TS in Italien genommen, der laut Beschreibung "etwas ängstlich" war. Nunja, er ist totaler Angsthund mit Deprivationsschädem vom Feinsten. Alltagstauglichkeit hat sich innerhalb einen Jahres von 0 auf vielleicht 5% gesteigert. Auch übel ...


    Da muss ich mal einhaken. Du hast völlig Recht, man muss zwischen den Zeilen lesen. Wenn ein Hund als "ängstlich" beschrieben wird, sollte man unbedingt nachhaken, wie sich das äußert und sich Situationen beschreiben lassen. Ich würde in diesem Fall vielleicht sogar um ein aussagekräftiges Video bitten.

    Zwei Beispiele: In "meinem" Tierheim in Norditalien saß eine Hündin, die als lieb, aber etwas scheu bezeichnet wurde. Für sie gab es eine nette Anfrage aus Berlin. Mein Kontakt vor Ort hat sich bereit erklärt, mit der Hündin einmal in die Stadt zu fahren, um zu schauen, ob sie sich dort "ins Fell" macht.

    Und bei meiner eigenen Hündin hieß es auch, sie sei ängstlich (oder "schüchtern"). Ich habe sie zwar nur in Pflege genommen und war daher etwas entspannter, aber ich wollte doch wissen, ob sie ein Angsthund ist oder nicht. Ich wohne ja auch in der Stadt und einen Angsthund würde ich nicht nehmen.
    Ich habe der Vermittlerin genau geschildert, was einen Hund hier erwartet. Sie ist, als sie das nächste Mal ins Tierheim gefahren ist, zu Feli in den Zwinger gegangen und hat sie sich daraufhin nochmal genau angeschaut.

    Also, man kann auch nachhaken und sollte das auch tun. Und man kann davon ausgehen, dass die Vereine die Hunde nicht wiederhaben wollen.
    Wenn ein/e Vermittler/in bei Nachfragen aber nur undifferenzierte Auskunft gibt oder gleich abwiegelt und meine Bedenken nicht ernst nimmt, dann würde ich mich lieber woanders nach einem Hund umschauen.

    Mit Resa ging es mir auch so - ich habe sie unglaublich geliebt, aber die gesundheitlichen Baustellen waren schon sehr anstrengend. Aber dafür können sie ja nichts - und irgendjemand muss sich ja drum kümmern.

    Ich hatte mit all meinen Hunden Glueck, und es waren geliebte, tolle Begleithunde.


    Ich habe eine zeitlang mal Strichliste geführt, wie viele Menschen mit Tierschutzhunden sagen, sie hätten Glück gehabt. Es waren so viele, dass ich behaupten kann, dass es nicht nur Glück ist, sondern dass es einfach unheimlich viele nette Hunde gibt.
    Ich hatte sicher auch nicht 6 mal hintereinander einfach nur Glück. ;) Man muss natürlich auswählen oder sich gescheit beraten lassen.
    Allerdings empfinden die Menschen verschiedene Dinge als anstrengend. Ich hätte z. B. einfach keine Lust, einen Hund von klein auf auszubilden. Andere wollen genau das - und daher ist es doch ganz natürlich, dass sie andere Hunde bevorzugen als ich (z. B. einen Welpen vom Züchter). Es ist doch gut, dass es diese Vielfalt gibt!

    Um die Frage nach dem "Warum" zu beantworten: Für mich war von Anfang an klar, dass ich einen Tierheimhund will. Bin als Kind schon ins Tierheim gepilgert und habe mich mit irgendwelchen Tieren angefreundet oder es mir eingebildet.
    Nachdem ich in einem Brandenburger Tierheim abgewiesen wurde, weil ich keinen Garten habe (das war ´ne Sache von 20 Sekunden), bin ich eher zufällig auf einen Tierschutzverein gestoßen, der mir die alte Berta ans Herz legte - eine 10-jährige Setterhündin, die 7 Jahre in einem italienischen Tierheim verbracht hatte.

    Ich war so begeistert, dass ich dabei geblieben bin: Never change a winning team!

    Also nehme ich weiterhin ältere Jagdhunde aus dem Tierheim auf. Sie sind für mich einfach die besten: Menschenbezogen und konfliktscheu, lieb und freundlich, keine Couchpotatoes, aber ruhiger und weit weniger anstrengend als junge (Jagd-)hunde. Sie laufen gern, müssen aber nicht mühsam ausgepowert werden.
    Das ist für mich die perfekte Kombination. Woher die Hunde kommen, ist für mich zweitrangig, allerdings sind sie hier in Deutschland eher rar und auch recht fix vermittelt.

    Und ja, ich fühle mich auch gut dabei, diesen Hunden ein schönes Leben zu ermöglichen. Es gibt nichts Schöneres, als so einen Hund glücklich über Felder und Wiesen flitzen zu sehen, mit breitem Grinsen in den Backen. Oder sie friedlich um weichen Körbchen schnarchen zu hören, mit dem Wissen, dass sie das jahrelang entbehren mussten. Oder wenn so ein Hund Vertrauen fasst und abends auf dem Sofa den Kopf auf den Schoß legt und einschläft.
    Ich finde es nicht schlimm, sich darüber freuen zu können und würde mir wünschen, dass noch mehr Menschen das erleben wollen - und nehme gerne in Kauf, dass der eine oder andere das zum Kotzen findet.

    Auf der anderen Seite würde ich auf dieses Glücksgefühl gerne verzichten (das natürlich auch eine traurige Seite hat), wenn es dafür keine heimatlosen Hunde mehr gäbe. Aber da wohl eher die Hölle zufriert als dass das passiert, brauche ich darüber eigentlich nicht nachzudenken.

    Em Ende sind immer die Auslandshunde schuld - egal worum es bei der Diskussion geht. ;)

    Tamara: Ich sage ja, bei Welpen muss man doppelt und dreifach hinschauen. Und ich würde von einem Verein Abstand nehmen, der hauptsächlich Welpen und Junghunde vermittelt. So einfach ist das.
    Vereine wie die Welpennothilfe vielleicht ausgenommen.

    Es ist doch so, dass man nicht generalisieren kann, dass alle Züchter gut sind, und ebensowenig kann man das vom Auslandstierschutz sagen. So ist das doch in allen Bereichen. Es gibt gute Züchter und es gibt guten Tierschutz. Beides sind seriöse Quellen für Hunde. Kein vernünftiger Mensch mag es, wenn LKW-weise und ohne Sinn und Verstand Hunde "hergekarrt" werden, ebensowenig wie kein vernünftiger Mensch es gut findet, wenn ein Züchter beim Vermehrer Welpen dazukauft und sie der eigenen Hündin unterschiebt.
    Nur um mal zwei Beispiele zu nennen.

    Hier im Forum wird teilweise noch so dermaßen flach argumentiert, dass sich mir die Fußnägel hochrollen.

    Ich bin kein grosser Freund davon, Hunde ohne Sinn und Verstand nach Deutschland zu verfrachten nur um der Rettung Willen.


    Echt nicht? Ich finde das super, am besten gleich LKW-weise. :roll:


    (Ich sage sicherheitshalber dazu, dass das ironisch gemeint war.)

    Vielleicht meinte sie, dass da die Gefahr besteht, dass es kompliziert werden könnte.

    Es ist ja auch nicht die richtige Herangehensweise, ein Rundum-Sorglos-Paket zu wollen, wenn man einen Hund aus dem Tierschutz aufnimmt. Aber ist das überhaupt sinnvoll bei der Hundeanschaffung?
    Mit Hunden vom Züchter läuft doch auch nicht immer alles so, wie man es sich vorgestellt hat, oder?

    Ich habe jedenfalls durch die Bank sehr einfache Tierschutzhunde gehabt. Nur auf Resas gesundheitliche Baustellen hätte ich verzichten können, aber sie sicher auch. Es war jedenfalls gut, dass sie bei uns war und wir uns drum kümmern konnten. Sie war so ein Schatz!