Ich denke, die Entscheidung für einen Tierschutzhund sollte nicht nur davon getragen sein, den passenden Hund zu finden, sondern auch, einem Hund in Not ein Zuhause zu geben.
Wenn man das nicht kann oder will, dann finde ich das auch nicht schlimm. Ich meine, wie viele Menschen haben überhaupt keinen Hund, auch wenn sie einen haben könnten? Denen mache ich auch keinen Vorwurf.
Oder was andere Tiere angeht - es sind so viele Katzen im Tierheim (da haben wir in Deutschland tatsächlich ein Problem), gerade jetzt kommen wieder die ganzen Maikätzchen, weil die Leute einfach zu blöd sind, ihre Freigänger zu kastrieren. Ich könnte natürlich zwei, drei Katzen aufnehmen. Will ich aber nicht, obwohl ich Katzen mag. Muss ich mir deswegen Vorwürfe machen? Ich glaube nicht.
Einen Tierschutzhund aufzunehmen ist eben auch eine Herzensentscheidung. Sagt einem das Herz das nicht, dann sollte man auch keinen aufnehmen. Den Wert eines Menschen mache ich davon bestimmt nicht abhängig.
Das einzige, was mir Verständnisprobleme bereitet ist, wenn jemand aus Tierschutzkreisen einen Zuchthund aufnimmt - aber ich habe inzwischen gelernt, dass ich das gar nicht verstehen muss.
Also: Ich freue mich sehr, wenn jemand einen Tierschutzhund aufnimmt, am allermeisten, wenn ich einen Platz für einen meiner Herzenshunde finde. Natürlich nur, wenn das dann auch eine gute Entscheidung für alle Beteiligten war, also wenn es der richtige Mensch für diesen Hund ist und der richtige Hund für diesen Menschen.
Nicht mehr und nicht weniger!
Ich bin nur immer wieder bestürzt, wie schlecht Tierschutzhunde dargestellt werden, vom Auslandstierschutz mal ganz zu schweigen. In vielen Fällen kommt es mir auch so vor, als würden nur Phrasen wiederholt werden, die seit Jahren im Internet kursieren.