Es werden Probleme auftreten - wir alle wissen, wie schwierig es ist, Hunde zu erziehen auf den rechten Weg zu bringen, Umweltreize zu trainieren usw usw. Ich käme im Leben nicht auf die Idee einen so alten Hund in eine kleine Stadtwohnung aufzunehmen, der sein ganzes Leben nur Wald und Dach kannte ... da wird doch jeder Gassigang zum Horrortrip.
Nein, das stimmt einfach nicht. Das kann ganz wunderbar funktionieren, ich bin selbst jedes Mal wieder erneut fasziniert davon.
Glaub mir, ich erzähle das nicht, weil ich unbedingt einen alten Hund vermittelt sehen möchte, sondern weil ich weiß, dass es sehr gut klappen kann. Ich habe ja ähnliche, wenn auch nicht ganz gleiche Rahmenbedingungen.
Die beiden etwas jüngeren Hunde, die ich bisher hatte (5 bzw. 6 Jahre bei Einzug) hatten mit der Eingewöhnung größere Schwierigkeiten als die alten. Aber auch da ging es gut, sie müssen halt ein paar Sachen kennen- und einschätzen lernen.
Unterschätzt diese Hunde nicht! Gerade diese menschenbezogenen Jagdhunde, die auch Kontakt mit Menschen hatten, finden es in der Regel super, wenn sich endlich mal jemand um ihn kümmert.
Es gibt ein paar heikle Punkte, einige davon kann man vorher in einem gewissen Rahmen kären (Zugänglichkeit/Aufgeschlossenheit oder anders herum: Ängstlichkeit, Reaktion auf Katzen). Andere kann man eigentlich nicht wissen, was ich aber auch ganz gut finde, z. B. wie es sich gesundheitlich bei ihm entwickeln wird.
Das Alleinbleibenkönnen kann man auch nicht vorhersagen, auch nicht, ob er markieren wird und wie lange es dauert, bis er stubenrein wird (mit letzterem hatte ich nie Probleme).
Es ist natürlich möglich, dass er zu ängstlich-unsicher ist, um als Einzelhund in die Stadt vermittelt zu werden.
Was ich auch etwas ungünstig finde, ist, dass ihr im 2. Stock wohnt. Hunde, die viel herumgesessen oder -gelegen haben, haben meist ganz gute Hüften. Aber im Alter kann so ein Hund natürlich schnell abbauen, und dann 4 mal am Tag die Treppen rauf und runter zu laufen kann schon anstrengend werden.
Es wurde ja auch schon angesprochen, dass ihr nicht davon ausgehen könnt, ihn mit zur Arbeit zu nehmen. Kann sein, dass das super klappt, es kann aber auch sein, dass ihm das zu stressig ist. Oder es geht irgendwann nicht mehr, wenn die Sinne nachlassen o.ä.
Ich nehme meine Hunde auch manchmal mit, hätte aber auch eine andere Möglichkeit. Also, wenn das ein "Kann" ist und kein "Muss", dann ist das OK.
Mal sehen, was der Verein sagt. Ansonsten würde ich euch einen 8-10-jährigen Hund empfehlen, vielleicht einen, der lange im Tierheim saß. Na, einen Fusselnase-Hund eben. 