Beiträge von Fusselnase

    Auf FB häufen sich grad mal wieder die Aufrufe "Angsthündin, neuer Besitzer überfordert, wer kann sofort helfen und den Hund abhohlen?"

    Das heißt ja nicht, dass der Verein sich nicht kümmert, solche Aufrufe kommen ja meist von Privatleuten, die helfen wollen.
    FB ist irgendwie auch ein schlechter Indikator für solche Dinge (und leider auch eine Plattform für undurchdachte Hundevermittlungen, das stimmt schon).
    Die Vereine, mit denen ich in der Vergangenheit zusammengearbeitet haben, haben immer eine Lösung gefunden.
    Ich suche übrigens gerade einen Platz für einen Zuchthundrückläufer (Pudel), mit der Züchterin zusammen.

    Das ist übrigens etwas, was mich glücklich machen würde - mehr Austausch und Zusammenarbeit statt Schubladendenken.

    Ich habe auch was draus gelernt, nämlich dass ein Katzentests nicht viel aussagt, zumindest nicht, wenn er positiv verläuft.
    Ich glaube, ihr Verhalten gegenüber Menschen hätte man in den Griff bekommen können, aber wenn ein Hund auf die Katzen des Hauses losgeht, kann man keine Experimente mehr machen. Das war für alle Beteiligten einfach richtig großes Pech.

    Wie geht es eurem Kater eigentlich? Hat er alles gut überstanden?

    Bei uns ist es auch nur spazierengehen. Die Hunde wuseln meist links und rechts im Gebüsch rum und schnuppern hier uns da, und Ylvis Lieblingsbeschäftigung ist es, zum Wasser zu laufen und zu gucken, ob es Enten gibt. Oder die Birnbäume abzulaufen, um nach Fallobst zu suchen.
    Das einzige, was wir üben, ist der Rückruf.
    Die sind aber auch immer beschäftigt und wirken nicht gelangweilt. Es gibt aber bestimmt auch Hunde, die mehr Interaktion mit dem Menschen brauchen.

    Und es gibt Hunde, denen würde ich mehr Interaktion mit ihren Besitzern wünschen, so wie dem 35-Kilo-Labbi, der weitab von seinem Frauchen meine Ylvi total über den Haufen gerannt hat, so dass sie sich einmal überschlagen hat und dann mehrere Minuten lang nicht weiterlaufen wollte :rotekarte: . Aber naja, das ist ein anderes Thema.

    Frag mal deinen Tierarzt, der kennt bestimmt etwas, das in Frage kommen würde. Soweit ich weiß, sind das alles Präparate aus der Humanmedizin.
    Aber ich kann dir mal per pn schreiben, was der Hund meiner Freundin bekommt (bei dem Hund einer anderen Freundin hat´s leider nicht geholfen).
    Gerade wenn Chica nur an Silvester so reagiert, und vor allem so heftig, hätte ich da keine großen Bedenken, wenn es hilft.

    Wenn dein Hund wirklich nur an Silvester solche Angst hat, dann würde ich durchaus über Psychopharmaka nachdenken. Das gibt man über ein paar Tage und schleicht es dann wieder aus.
    Hilft halt nicht bei jedem gleich gut, man muss es ausprobieren.

    Wenn du das nicht willst: Gute Erfolge werden wohl auch mit L-Theanin erzielt. Feli bekommt das auch gerade und ich habe eine Verbesserung festgestellt!
    Ansonsten kannst du deinen Hund schon beachten, du musst ja nicht aufgeregt-hysterisch reagieren. Aber sich freundlich und beruhigend um einen Hund kümmern verstärkt seine Angst ganz sicher nicht.

    Beruhigungsmittel würde ich auf gar keinen Fall geben. Womöglich ist der Hund dann zwar benebelt und bewegungsunfähig, hat aber weiterhin oder sogar noch mehr Angst. Da teile ich deine Bedenken. Das kann für den Hund zu einem Albtraum werden.

    Ich habe die Diskussion nicht verfolgt, will aber nur was Allgemeines loswerden: Einen Tierschutzhund aufzunehmen sollte eine Herzenssache sein.
    Das heißt: Man sollte so einem Hund helfen wollen. Natürlich kann und sollte man versuchen, einen zu den Vorstellungen passenden Hund zu finden, aber je mehr Kriterien ein Hund erfüllen muss, desto heikler wird´s.

    Man muss sich eben überlegen, wie wichtig einem bestimmte Dinge sind.

    Ich habe zwei mittelgroße Hunde (10 und 15 Kilo) und schreibe es mal für beide auf.

    1. Futter
    frisch (ich koche): 30 Euro für Fleisch, 25 Euro für Gemüse etc. plus Zusätze - also schätzungsweise 80 Euro insgesamt.

    2. Tierarzt
    Wir haben für jeden Hund ein Sparkonto und zahlen monatlich pro Hund 25 Euro ein. Das ist aber eigentlich Quatsch, weil wir auch so für alle möglichen Ausgaben was zurücklegen.
    Für die regulären Besuche zahlen wir nicht viel momentan. Aber das ist von Hund zu Hund verschieden, s´Reserl hat mich im ersten Jahr bestimmt 3000 Euro gekostet.
    Also, ohne Sonderkosten (dafür mit Mittelmeertests) bin ich da wohl bei *überschlag* 200 Euro im Jahr? Na, sagen wir mal 300.

    3. Zubehör
    Das ist meine Leidenschaft, allerdings weniger Halsbänder und Leinen (Ylvi hat ein Halsband, Feli 2 und ein Geschirr, das war´s), sondern eher Hundebetten für jedes Zimmer und fürs Auto und fürs Sommerhaus... Dann noch Leuchthalsbänder, Mäntel, Trimmmesser, etc. pp. Schwer zu schätzen. 30 Euro im Monat?

    4. Leckereien/ Belohnungen
    Fr Ylvi brauche ich leider eine Menge Leckerlis. Die sind oft ziemlich teuer, ich greife daher oft auf Trofu zurück. Aber im Monat ist das schwer zu sagen! Vielleicht 10 Euro?
    Knabbereien (getrocknetes Zeug) vielleicht 10-20 Euro.

    5. Spielzeug
    Brauchen sie nicht. Ylvi hat ein paar Stofftiere, aber die gibt´s meist von irgendwo her umsonst. Einmal!! habe ich ihr ein Streifenhörnchen gekauft, und sie hat´s gleich verbummelt. Deshalb kaufe ich sowas nicht mehr.

    6. Sonstiges
    Diesen Monat habe ich zwei Seminare besucht, ein Hunde-Massageseminar und eins zur Geräuschangst. Das mache ich aber selten, es fällt nicht so sehr ins Gewicht.
    Feli bekommt momentan was gegen ihre Ängstlichkeit, macht auch nochmal 10 Euro im Monat.

    Im Urlaub kostet es mit Hunden auch mehr - vielleicht 10 Euro pro Tag.
    Und ich habe ein Auto, das ich ohne Hunde nicht hätte. Das rechne ich mal lieber nicht zu den Kosten (ich fahre damit ja auch zur Arbeit).
    Da sage ich jetzt mal 300 Euro im Jahr.

    Hundesteuer auch 300 Euro.

    Summa summarum sind das 230 Euro für zwei Hunde, falls ich richtig gerechnet habe.
    Da ich mich bei sowas aber meistens nach unten hin verschätze, sage ich jetzt mal: 150 Euro im Monat pro Hund.

    Und dann kommen ggf. noch außerordentliche Tierarztkosten hinzu.

    Genau, so isses. :smile:

    Ich sage ja immer, dass diese Hunde oft sehr einfach sind (und vieles klappt ja auch richtig gut!), aber auch, dass die Anfangszeit schwierig bis katastrophal sein kann. Deshalb sage ich ja auch immer, dass man die ersten zwei Wochen aus dem Protokoll streichen muss.

    Die anderen haben ja schon richtig gut geantwortet (ich bin begeistert, ehrlich) und ich kann eigentlich nichts hinzufügen. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Kleine sich jahrelang permanent gegen irgendwelche aufdringlichen Hunde wehren musste. Sie muss erst lernen, dass ihr ihr überhaupt nichts Böses wollt, und das braucht Zeit.
    Du musst dir immer vor Augen halten, dass alles, was sie bisher kannte, nicht mehr da ist! Das kann einem schon Angst machen.

    Am besten ist es wohl, wenn ihr sie zwar sehr freundlich behandelt (logisch) und auch mal freundlich ansprecht, ihr aber auch nicht zu viel Aufmerksamkeit zukommen lasst. Streicheln ja, aber nur kurz, und dann gleich wieder was anderem zuwenden, wie Krümel schon geschrieben hat. So lernt sie: Hey, die sind nett und wollen ja eigentlich gar nix von mir!

    Ich find`s toll, dass dein Freund so cool ist, unter uns (liest ja hier keiner mit): Das ist bei uns auch so. Ich bin anfangs schnell frustriert und verunsichert und er holt mich immer auf den Boden zurück.
    Fricka hat ihn sogar einmal erwischt beim Schnappen, und er hatte ein kleines Löchlein im Kopf. Er hat sich nur über sich selbst geärgert, weil er sie zu sehr bedrängt hat.
    Oh, ich war so deprimiert! Ich habe mich richtig unwohl gefühlt mit ihr. Als meine Neffen zu Besuch war, habe ich sie sogar lieber ins Schlafzimmer gesperrt, weil ich sie nicht einschätzen konnte.

    Und wenige Wochen später war Fricka so ein lieber, gutmütiger, warmherziger, freundlicher Hund, mein Fels in der Brandung. Das heißt, der war sie schon immer, aber das war durch ihr Sch... leben und den ganzen Stress verlorengegangen.

    Ich glaube, Nanouk ist eine nette Hündin. Aber für deinen Hinterkopf zur Beruhigung:
    - es kann sein, dass es sich von ganz alleine legt, wenn sie sich eingwöhnt hat
    - wenn nicht, gibt es Hundetrainer, mit denen man einiges erreichen kann
    - das Schlimmste, was passieren kann, ist, dass man ein anderes Zuhause für sie finden muss. Ich glaube nicht, dass das eintreten wird, aber mich hat es bei Fricka damals beruhigt.