Und wenn ich mich damit nun voll in die Nesseln setze, aber ich finde diesen Trend, sich im Internet in einen Hund aus dem Ausland zu "verlieben", höchst bedenklich. Hunde werden wie im Supermarkt angeboten, keiner kann mehr sagen, welche Orga überhaupt seriös arbeitet, und der deutsche, tolle Tierschützer ist dann natürlich der Meinung, der Hund würde aus lauter Liebe und Dankbarkeit so funktionieren, wie man es möchte.
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Aber hauptsache, im Internet per Mausklick mal eben gut gewesen. Sorry, ich hab dafür kein Verständnis, und es sind die Hunde, die darunter leiden.
Du hast aber schon gelesen, was hier jeder, wirklich jeder Auslandshundebefürworter dazu geschrieben hat, oder? Und da sind ja auch einige Aktive darunter.
Nämlich dass so eine Vorgehensweise fahrlässig ist! s.u.
Du hast Antworten und Meinungen bekommen-seltenerweise sind sich hier ausnahmslos mal alle einig!
Ja, und das sollte einem schon zu denken geben!
Ich würde auch keinem offen, fröhlichen, aufgeschlossenen Hund (egal ob Tierschutz, Züchter oder Privatabgabe ) in den ersten Wochen so ein Programm zu muten.
Ich auch nicht.
@Aroha : Ich kann mir vorstellen, dass dieser Hund in einer entsprechenden Umgebung, evtl. mit einem souveränen Hund an seiner Seite, sich gut entwickeln kann. Die Frage ist eben auch, ob es wirklich das ist, was ihr wollt.
Ich hatte bisher 6 Auslandshunde, eine davon ängstlich. Alle sind und waren wunderbar und hätten prima in euer Leben gepasst. Aber bei der Ängstlichen bin ich sehr froh, dass sie sich an der vorhandenen Hündin orientieren konnte, ich glaube, das wäre sonst sehr viel schwerer geworden.
So viel unternehmen wie mit den früheren Hunden kann ich mit ihr aber nicht! Sie ist gerne im Wald unterwegs, aber auch immer erleichtert, wieder zuhause zu sein.
Ich habe vor kurzem eine Vorkontrolle für einen ängstlich-scheuen Hund gemacht, bei Leuten, die schon seit 40 Jahren Hunde hatten. Sie waren ähnlich zuversichtlich wie du, aber jetzt, nach 4 Wochen, sagen sie, dass sie vorher überhaupt keine Vorstellung davon hatten, wie so ein ängstlicher Hund tickt (obwohl ich es sehr genau beschrieben hatte, dachte ich). Sie lieben sie trotzdem und sind glücklich. Und sie entwickelt sich auch toll.
Bei Vermittlungsgesprächen besteht immer die Gefahr, dass beide Seiten von verschiedenen Dingen sprechen. Beispiel aus einem anderen Bereich: Bei dem Wort "Jagdtrieb" denkt der eine an einen Hund, der eben mal ein paar Schritte einem Kaninchen hinterherrennt und der andere an ausgekugelte Arme und hochtriebige Hunde, mit denen kein entspannter Spaziergang möglich ist.
Also, lange Rede, kurzer Sinn: Ihr könnt diesen Hund nehmen, solltet aber keine großen Erwartungen haben. Ich hätte bei der Vermittlung größte Bauchschmerzen bzw. mir wäre das zu heikel (und da geht es mir nicht nur um den Hund, sondern auch um die Menschen - sollen ja alle glücklich werden). Ich würde zumindest auf einen Umweg über eine erfahrene Pflegestelle bestehen.
Überlegt euch, wie euer Leben mit Hund aussehen soll und wie es für euch wäre, wenn ihr mit eurem Hund quasi nichts unternehmen könnt.
Und ob ihr nicht vielleicht mit einem anderen Hund, der ebenso süß und hübsch ist und der genauso ein Zuhause braucht, nicht besser bedient wärt.