Habe es auch nur in einem einzigen Artikel gelesen, so ein trauriges Schicksal (und so bitter, wie sie teilweise verurteilt werden). Nur Opfer - bis auf den, der diesen Hund in deren Hände gabhttp://www.neuepresse.de/Hannover/Meine…-seine-Besitzer
Die getötete Mutter (von vier Kindern) hieß Lezime, der von Chico getötete Sohn Liridon. Sie waren als Bürgerkriegsflüchtinge aus dem Kosovo 1992 eingereist.
Der damals noch verheirate Mann hat 2005 die Mutter mit einer Axt schwer verletzt, weil sie die Scheidung wollte. Liridon war kleinwüchsig und hatte Leukämie, ihm musste eine Lunge transplantiert werden .
Das ist das Problem.
Dadurch, dass "Chico" nicht mehr als Hund in den Medien dargestellt wird, sondern ein "Gesicht" bekommen hat, rührt es eben viele Menschen. Das ist nicht einfach "der Hund, der jemanden totgebissen hat". Er hat einen Namen, eine (vermutlich) schlechte Vergangenheit.
Über die Menschen wird nur als "die Halter" oder "die Toten" geredet. Sie haben kein Gesicht. Sie werden dadurch irgendwie abstrakt, als hätte der Hund lediglich ein Sofakissen zerfetzt.
Und die Medien tun da einiges zu, denn - dabei bleibe ich - die Berichterstattung in dem Fall ist unterirdisch.
In den Fällen um 2000 herum wurde alles aufgebauscht mit "den Bestien". Nun hat man begriffen, dass der Hund keine Bestie ist - jedenfalls nicht per se - und man sucht "menschliche" Erklärungen für das Verhalten eines fehlsozialisierten Tieres.
Es würde doch auch niemand auf die Idee kommen, bei einem menschlichen Kleinkind Maßstäbe anzulegen, die man in Wolfsrudeln beobachtet hat?
Es ist ein Hund. Und die Getöten waren Menschen, die ebenfalls eine Geschichte haben. Geliebt und gelebt haben.
Uns "Befürwortern der Euthanasie" wird das Schwarz-weiß-Denken vorgehalten. Was ist mit denen, die nur das "Böse" in den Besitzern des Hundes sehen? Ich glaube einfach nicht, dass sie nur falsch gehandelt haben. Denn sonst wäre es nicht 7 Jahre gut gegangen.
Offensichtlich gibt es aber (oder gab es) Auslöser und die kennt niemand. Daher ist es utopisch zu glauben, dass man diesen Hund je wieder normal behandeln kann.