Mich würde ja interessieren, wie das Halter dieser Rassen sehen.
Sie müssen ja vorher auch wissen, dass der Hund womöglich nur 5 Jahre wird.
Ich kann mir das auch nicht vorstellen.
Da wäre Amber mit ihren 6 Jahren ja schon eine Seniorin.
Als wir unseren ersten Berner gekauft haben, war mir völlig klar, dass ein großer Hund keine 15 Jahre alt wird. Ich hatte mich belesen und mit ca. 8 Jahren "gerechnet". Da ich vorher schon Hamster, Meerschweinchen und Kaninchen hatte, die ich genau so geliebt habe, wusste ich, dass mein Haustier mich nicht ein Leben lang begleiten wird. Wir haben einen guten Züchter ausgewählt, der Altersquotient war damals sehr gut (beide Elterntiere hatten viele Ahnen über 10 Jahren im Stammbaum).
Iwan war mein Seelenhund. Ich habe ihn abgöttisch geliebt in den knapp vier Jahren, die er bei uns sein durfte. Er ist als einziger aus dem Wurf an Krebs verstorben, seine Mutter wurde 11 Jahre, sein Vater 12. Die Geschwister sind nun 8.
Trotzdem haben wir uns bewusst wieder für einen Berner entschieden. Bodo ist nun 4,5 Jahre und ja, ich denke manchmal daran, dass er damit unseren ersten schon "überlebt" hat. Viele Berner von Freunden sind inzwischen 10 Jahre und ich hoffe, dass wir auch dorthin kommen.
Momentan lebt eine Pflegehündin hier - auch ein Berner. Bewusst wollte ich diesmal keinen Welpen sondern einen Hund aus dem Tierschutz.
Für den Menschen ist die kurze Lebensspanne schwer (wobei niemandem ein morgen versprochen ist), für den Hund aber nicht. Der weiß nicht, daß der Nachbarshund länger lebt, und wenn dann wäre es ihm egal.
Und meine Hunde wie die meisten IWs leben ein erfülltes Leben - mit viel rennen und toben und Spaß.
Qualzucht ist für mich, wenn das nicht möglich ist weil der Hund nicht atmen kann oder Dauerschmerzen hat. Das ist bei den IWs nicht der Fall.
Sehe ich ebenso.
Iwan starb an Krebs und bis zu seinem letzten Atemzug war er glücklich und schmerzfrei.
Morgens noch auf dem Feld getobt, abends hatte er einen riesigen Bauch ... Not-OP und dabei festgestellt, dass ein gigantischer Magen-Tumor geplatzt war, der schon überall gestreut hatte. Man hat ihm davon nichts angemerkt und ich musste mir das im OP selbst ansehen, sonst hätte ich es nicht geglaubt. Er war topfit.
Ich tue mich schwer, ob die kurze Lebenserwartung jetzt "objektiv schlimm" ist.
Für mich ist es das, weil ich meinen Hund, mein Familienmitglied so lang wie möglich bei mir haben möchte. Selbst 15 Jahre sind mir zu kurz.
Aber es gibt ja auch Halter von Hamstern, Mäusen und Ratten, wo die Tiere nur 1-3 Jahre alt werden. Und auch noch andere Tiere haben eine kürzere Lebenserwartung als der Hund. Also warum soll es - objektiv betrachtet - schlimm für den Hund sein nur beispielsweise 8 Jahre zu werden? Vorausgesetzt er ist bis dahin einigermaßen gesund und muss sich eben nicht quälen...
Genau das. Meine Haustiere hatten alle den gleichen Stellenwert. Es gibt - für mich - keinen Unterschied, ob ich einen Hamster oder einen Hund gehen lassen muss. Trotzdem habe ich immer Hamster und Meerschweinchen gehalten, obwohl ich um die kurze Lebensdauer wusste.
Aber ebenso wusste ich, dass ich ihnen diese Jahre schön machen kann. Und das tue ich mit unseren Hunden auch.
Vielleicht leben sie keine 10 oder 15 Jahre, aber die Zeit, die sie auf Erden haben, können sie völlig genießen und ich mache alles, dass sie gesund sind (im Rahmen meiner Möglichkeiten) und Freude haben.
Ich höre auch oft die Vorwürfe, dass ich eine "bewusst kranke" Rasse gewählt habe. In meinem Bekanntenkreis aber "lustigerweise" von den Leuten, die ihre Hunde stundenlang sich selbst überlassen und erst zum Tierarzt gehen, wenn der Hund sich kaum mehr rühren kann. Dass diese Tiere dann 15 Jahre werden macht es - für mich wiederum - nicht besser. Unter Umständen sind diese Lebensjahre "schlimmer" als die kurze Zeit meiner Hunde.