Beiträge von Lysaya

    Ich möchte den Nerv-Thread nicht überstrapazieren, aber mich würde doch interessieren, wie so ein Angebot die Versorgung im Notfall unterstützen kann?

    Ich bin nun mal die Erkrankungen / Unfälle der letzten Wochen durchgegangen:

    - Bodo hatte Magen-Darm, augenscheinlich "nur" ein Infekt. Ich bin eigentlich nur aus lauter Paranoia zum Tierarzt, weil er "komisch geguckt hat"... das Blutbild ergab dann eine akute Anämie, Magenblutungen und Leukopenie

    - Bodo hat gehumpelt, ich dachte "vertreten", Röntgen ergab hochgradige Arthrose

    - Lucy hat über drei Wochen während der Läufigkeit geblutet, es hörte einfach nicht auf. Ultraschall ergab massive Zysten an den Eierstöcken

    Das waren alles Notfälle, mit denen ich sofort beim Tierarzt / Tierklinik war. Nichts davon hätte man ohne apparative Diagnostik erkennen können. Ich hätte also 50 Euro bezahlt für "dazu kann ich nichts sagen, fahren Sie in eine Klinik".

    Im besten Fall beruhigt mich der Online-Doc, dass ich bis zum nächsten Morgen warten kann. Wer übernimmt denn die Verantwortung, wenn dieser Arzt irrt? Weil die "Magenverstimmung" leider doch eine Vergiftung ist?

    Irgendwie erschließt sich mir der Sinn absolut nicht. In den meisten Fällen muss man ja trotz Telefonat noch zum Tierarzt - und zahlt dann doppelt?

    Oder hab ich einen Denkfehler?

    Wenn es eine gemeinschaftlich genutzte Fläche ist, dann hat jeder, der dort läuft, fährt oder fliegt die gleiche Daseinsberechtigung.

    Es wird ungehinderter Freilauf für den Hund gefordert, aber genauso hat der Radfahrer ein Recht auf ungehinderte Fahrt auf dem Radweg ( ! )

    Meiner Meinung nach liegt der Fall hier ja z.B. nochmal komplett anders, da der Mann nicht rücksichtslos über eine Hundewiese gebrettert ist und dabei noch halb eine ältere Dame umgenietet hat.

    Der fuhr da, wo er laut StVO fahren muss: auf dem Radweg.

    Auch bei gemeinschaftlich genutzten Wegen (bei uns z.B. Fahrrad/Fußgängerwege) gilt gegenseitige Rücksichtnahme.

    Und die Vergleiche mit Hunden und Kindern finde ich schrecklich daneben.

    Ja, auch ein Kind kann einen Unfall verursachen. Trotzdem ist es etwas anderes - abgesehen davon, dass sicher niemand (mag Ausnahmen geben ...) sein Kind an einer Hauptstraße oder anderen gefährlichen Ecke einfach so "frei" rumrennen lässt und riskiert, dass es angefahren wird - unabhängig davon, dass auch andere gefährdet werden.

    Ehrlich gesagt hat man uns in der allerersten Hundeschule (damals mit unserem Iwan noch) schon eingetrichtert, was passieren kann, wenn ein Hund einfach mal so auf die Fahrbahn rennt und ein Autofahrer das Lenkrad herum reißt.

    Das ist derart hängen geblieben, dass ich niemals in der Nähe von Straßen ableine. Kommt mir jemand entgegen, leine ich auf weite Sicht an - dann, wenn ich weiß, mein Hund ist noch ansprechbar.

    Jetzt kann man mir vorwerfen "Jaja, behaupte mal, Du bist unfehlbar". Nein, selbstverständlich nicht, aber es gibt immer noch die Möglichkeit, seinen Hund und die Umgebung einzuschätzen. Ich gehe davon aus, dass die HH wusste, dass da ein Radweg kreuzt. Sie wird auch gewusst haben, dass der Hund nicht perfekt hört (ist nicht schlimm, er ist ja noch jung und lernt). Aber dann leine ich eben 100m vorher an - oder zu dieser Zeit gar nicht erst ab.

    Schuld will ich der Hundehalterin nicht geben. Also Schuld im juristischen Sinne wird sie haben, denn von Fahrlässigkeit gehe ich hier sehr stark aus.

    Aber Fahrlässigkeit ist eben kein Vorsatz und Schuld im moralischen Sinne würde für mich persönlich Vorsatz erfordern.

    Sie hat ja nun aber nicht absichtlich ihren Hund da in das Rad geschickt.

    Heute Morgen beim Gassi sind wir sieben Radfahrern begegnet. Alle waren beleuchtet, sechs trugen einen Helm. Eine Klingel war auch installiert und sie konnten sich sogar bedanken, als wir an die Seite gegangen sind. Ich erlebe Radfahrer nicht nur als Rowdys.

    Der Radfahrer hier im Thema ist aber nicht über eine ausgewiesene Hundefreilauffläche "gebrettert", sondern befand sich da, wo er fahren muss.

    Da hilft es auch nicht mit "aber manche machen doch auch" zu argumentieren. Der Vorfall hier ist leider eindeutig und einfach nur fahrlässig gewesen.

    Weit vorn hat ja jemand beschrieben, wie sie nun ihren Hund sichert und früher anleint. Es geht also.

    Ansonsten gebe ich Dir Recht. Auf einer Hundewiese muss man mit Hunden rechnen.

    Wobei ich immer noch zu den HH gehöre, die eher anleinen, als zu riskieren, dass meine Tiere andere belästigen - selbst, wenn ich der Meinung bin, die Spaziergänger hätten woanders genug Wege.

    Zitat

    Rein sozialwirtschaftlich betrachtet wäre eine Fahrradhelmpflicht laut Experten nicht sinnvoll. Im Folgenden finden Sie die wichtigsten Argumente gegen eine Helmpflicht beim Fahrrad:

    Die Anzahl der Fahrradfahrer würde sinken

    Verschiedene Studien zeigen auf, dass weniger Menschen nach der Einführung einer Helmpflicht für Fahrradfahrer auf das Rad steigen. Die Zahlen variieren zwischen 10 Prozent und 40 Prozent weniger Radler. Für diese Menschen entfallen die positiven Wirkungen des Radfahrens – etwa die Bewegung. Dadurch stiege das Herzinfarktrisiko in der Gesellschaft wieder.

    Viele Radfahrer lehnen einen Fahrradhelm aus Komfortgründen ab – etwa, weil er die Frisur zerstört. Diese Begründung mag bei einem so ernsten Thema etwas oberflächlich erscheinen. Dennoch muss sie in die Überlegungen, eine Pflicht zum Helm einzuführen, einbezogen werden.

    https://www.bussgeldkatalog.de/helmpflicht-fahrrad/?nC=1

    U.a. deswegen gibt es keine Helmpflicht und ich bin auch nicht sicher, ob ich noch mehr Gesetze will. Ja, es kann schützen (auch bei normalen Stürzen), aber dann darf demnächst niemand mehr ohne Helm raus. Auch Fußgänger können blöd stürzen. Bei solchen Gesetzen geht man ja auch von Wahrscheinlichkeiten aus und zum Glück passiert so was Tragisches ziemlich selten.

    Aber jeder Fall ist natürlich eine Tragödie. Für alle Beteiligten.

    Zitat

    Und ja, nach dem Bericht denke ich darüber nach, weshalb es nicht Pflicht ist, dass die Radfahrer sich immerhin mit einem Helm schützen! Denn es könnte genauso auch meine Liebsten treffen.

    Ich wünsche mir mehr Schutz für die Fahrer, damit sie etwas abgesichert sind. Damit sie Unfälle bestenfalls dank dem Ding überleben.

    Es steht ja jedem frei, einen Helm zu nutzen. Zumindest jetzt kann das jeder noch allein entscheiden. Vielleicht lassen manche sich von ihrer Familie überzeugen. Ist ja nicht so, als wäre das bisher verboten oder gäbe keine Möglichkeit.

    Muss es also wieder ein Gesetz geben?

    Warum das Helmtragen keine Pflicht ist, habe ich vorhin mal gegoogelt: man fürchtet den Rückgang an Radfahrern um bis zu 40%. Dadurch würden wieder mehr Leute Auto fahren und diese Unfälle steigen. Außerdem ginge der gesundheitliche Aspekt (Bewegung, frische Luft) verloren.

    Es gibt immer ein Restrisiko, weil Menschen nicht perfekt sind.

    Wir machen alle Fehler, aber meistens geht es gut.

    Darum ist es ja auch "fahrlässig" und nicht "vorsätzlich".

    Ja, Fehler können passieren, keiner ist perfekt und 100% Sicherheit hat man nie.

    Aber man kann etwas tun, um Fehler zu minimieren.

    Mich wundert jedes Mal, wie leicht man bereit ist, Fehler von HH zu entschuldigen, wenn es gegen "nicht-Hunde-Halter" geht. Guckt man in den Nervthread, findet man dauernd "boah, kann die den Hund nicht eher anleinen???" - wenn es gegen den eigenen (kleinen) Hund geht.

    Niemand sagt, dass die junge Frau vorsätzlich gehandelt hat. Sie hat nur einfach die Situation unterschätzt, ihren Hund nicht im Gehorsam gehabt. Ein Fehler, wie er im ganzen Dogforum zig mal diskutiert wird.

    Dieses Mal war es ein Fehler zu viel.

    Fahrlässig und unnötig einfach.

    Tempolimit... nun ja, ich wäre froh, wenn auf Wanderwegen mehr darauf geachtet werden würde. Denn wenn mache Fahrer meinen selbst auf Wegen durchbrettern zu müssen wo Fahrräder gar verboten sind... Ich finde das nimmt da langsam überhand. Ich verstehe schon, dass die Biker auch ihrem Hobby nachgehen wollen, aber bitte auch nur auf dafür vorgesehenen Wegen und bei Strecken wo eben auch Wanderer unterwegs sind können sie eben auch nicht derart rasen.

    Da braucht es gar kein Tempolimit. Wenn da Fahrräder verboten sind, greift schon längst ein anderes Gesetz: Das Durchfahrtverbot.

    Das durchzusetzen dürfte einfacher sein, als umständlich und kostenintensiv jeden Radfahrer zu "blitzen", der da durch brettert.

    Aber das hat mit diesem tragischen Fall ja nichts zu tun.

    Der Radfahrer durfte da sein. Er musste keinen Helm tragen und er konnte auch nicht davon ausgehen, dass ihm ein Hund so vor das Rad läuft.


    Das Rosilein Was ist daran grenzwärtig, wenn ich dem Mann einen Schutz gewünscht hätte? Ich hätte mir benso gewünscht, dass der Hund nicht über die Strasse gerannt wäre. Was ist daran schlimm?

    Naja, das Eine (Hund anleinen) wäre nicht nur wünschenswert, sondern Pflicht gewesen. Das ist meiner Meinung nach der Unterschied.

    Ich fahre aus Eigenschutz selbst nur mit Helm Fahrrad, aber das ist meine Entscheidung. Der junge Mann hat anders entschieden und es wäre gut gegangen, wäre der Hund ihm nicht vor das Rad gelaufen.

    Die Diskussion, ob Helmpflicht bestehen sollte oder nicht, kann man natürlich führen, aber nicht auf dem Rücken eines tödlich Verunglückten, der - allem Anschein nach - überhaupt keine Schuld an den Vorgängen hatte.