Heute muss man aufpassen, dass einen der Mob nicht lyncht ...
Ich war vor gut 18 Jahren mit meiner dreijährigen Tochter, einer Freundin und deren gleichaltrigem Sohn in einem Café. Wir saßen draußen und plötzlich sind die Kinder durch einen Hecke auf‘s Nachbargrundstück verschwunden. Freundin steht auf, schaut nach, kommt ohne Kinder zurück und meinte, da sei ein privater Garten mit Schaukel, Klettergerüst und Sandkiste.
Ich steh auf und hol meine Tochter zurück. Riesen Gebrüll „will aber spiiieeelääään“. Versucht sich loszumachen und wieder durch die Hecke zu kommen. Ich hab‘s verboten und verlangt, dass sie sich neben mich setzt und still ist. Plötzlich mischen sich andere Gäste ein, ich solle mein Kind gefälligst spielen lassen, ich sei eine Rabenmutter usw. Die haben sich derart in Rage geredet, dass schließlich das Jugendamt gerufen werden sollte, um prüfen zu lassen, ob das Kind überhaupt unter ordentlichen Bedingungen aufwächst oder regelmäßig so schlimm misshandelt wird.
Wir hatten hier so einen "privaten Spielplatz".
Neubausiedlung, die einzige Familie mit fertigem Garten. Klettergerüst, Planschbecken, Sandkiste.
Von morgens 8 Uhr bis abends 20 Uhr hatte ich sämtliche Nachbarskinder hier.
Inklusive Mittagessen, Snacks, Sonnencreme und natürlich ausreichend zuckerfreier Getränke.
Überzeugt, dass meine Kinder Sozialkontakte
brauchen, habe ich das jahrelang mitgemacht.
Das hat sich dann so etabliert, dass die Kinder irgendwann Zettel mitbrachten: "xy reagiert auf Nivea allergisch. Bitte mit Penaten eincremen." oder "xy hat um 15 Uhr einen Termin, bitte aufpassen, dass er pünktlich heim kommt."
Der Hit war dann, als wir zum Geburtstag meiner Eltern waren, kommen wieder und der ganze Garten voller Kinder ![]()
Erstmal gesichtet, wer denn wohin gehört und dann festgestellt: ah, Familie xy.
Kinder eingesammelt und zurück gebracht, informiert, dass keine Aufsicht da war und die KiTA
heute geschlossen hat.
Antwort: "Ja, aber Du hast das Tor ja aufgelassen und wir feiern gerade Geburtstag. Ich kann doch nicht meine und die Besucherkinder alle auf dem neuen Rollrasen toben lassen. Sonst dürfen die ja auch zu Dir."
Völliges Unverständnis, dass ich das nicht wollte, wenn ich nicht da bin und im Endeffekt durften die Jungs gar nicht mehr zum spielen kommen ![]()