Beiträge von Maus1970

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    Ich muss ehrlich sagen, dass ich mich bei Lucky sehr habe verunsichern lassen, was man deutlich merkt. Diesem Hund fehlt es an einer Führungsperson, die weiß, was sie möchte und welchen Weg sie gehen wird. Und ich glaube, hätte ich hin und wieder positiv gestraft, aber eben meine Linie beibehalten, anstatt mich zu zwingen, alles nur positiv zu gestalten, weil man sonst im DF geviertelt wird, wäre einiges evtl. besser gelaufen.
    Andersherum hätte ich natürlich auch diesen aversiven Mist mit der einen Trainerin lassen sollen.
    Ich weiß nicht, bei Logray scheine ich authentischer zu wirken, denn der hört auch in Situationen, die für ihn eine große Ablenkung sind (heute Treffen mit der Wurfschwester und weitere Hunde dabei) schon ziemlich gut auf mich.
    Und gerade bei ihm bin ich beileibe nicht immer nett, sonst würde der Keks mir nämlich öfters im Arm hängen oder uns Stundenlang terrorisieren, das kann der schon gut.

    Also im Prinzip ist irgendwo jeder Weg richtig, solange man sich selber identifizieren kann und man muss sich ja nicht klar entscheiden, ob man nun aversiv oder rein positiv ist - es gibt auch Graustufen und wenn man in der einen Situationen eben eine positive Strafe anwendet, kann man in der anderen Situation ja durchaus den Clicker und nen Entspannungssignal bevorzugen.

    Ich glaube da sprichst du einen ganz wichtigen Punkt an. Ich denke auch, daß es ganz entscheidend ist, daß man selbst weiß was man will und so dem Hund Orientierung und Führung zu geben.
    Das ist mir persönlich an einem Beispiel bei mir selbst ganz deutlich geworden.
    Bei mir ist es so, daß wenn mich mein Hund zum Spielen auffordert ich auch durchaus mal darauf eingehe obwohl ja im allgemeinen gesagt wird man solle das nicht tun sondern als Halter immer selbst das Spiel beginnen und beenden, damit man über die Ressource verfügt.
    Nun habe ich aber festgestellt, daß sowohl bei Till als auch bei meinem ersten Hund Gino einer der allerersten Situationen in der das "Nein" 100% geklappt hat und auch immer klappt die Situation ist wenn mein Hund mich zum Spielen auffordert und ich nicht möchte und deshalb "Nein" sage.
    Ich erkläre mir das damit, daß ich diesen Situationen immer selbst genau weiß was ich will. Ich denke dann gar nicht darüber nach ob ich nun nachgeben sollte oder nicht; sondern der Hund kommt, fordert mich auch und wenn es passt und ich Lust habe sage gehe ich darauf ein und wir haben Spaß zusammen und wenn nicht kommt ein freundliches "Nein" und die Sache war erledigt. Da gibt es für mich nichts zu diskutieren also für meinen Hund auch nicht.
    Und letztendlich entscheide ich ja so auch über die Ressource. Ich entscheide ob ich auf die Spielaufforderung eingehe oder nicht. Ich denke Hund spührt genau, daß ich da klar bin und das wirklich meine autonome Entscheidung ist.

    LG

    Franziska mit Till

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    Ach, Othello hat auch mal einen Futterdummy geklaut... Wir waren im Wald unterwegs, kamen um eine Kurve, da standen zwei Menschen auf dem Weg und schauten schon so zerknirscht, als sie meinen Hund kommen sahen. Ich hab nicht erkennen können, warum sie dort stehen, hab auch keinen anderen Hund gesehen. Othello verschwand zwischen den Bäumen, da hab ich dann den anderen Hund gesehen. Die beiden haben sich beschnüffelt, dann hat Othello den Dummy entdeckt, sich gekrallt und ist damit abgedampft. Da konnte ich auch rufen und er kam nicht. Die Besis hatten den Dummy versteckt und ihr Hund sollte den suchen. Konnte ich ja nicht riechen. Da ist auch nichts passiert, die beiden Hunde haben ein bisschen "Fang mich doch!" gespielt,irgendwann hat Othello mich dann ernst genommen und den Dummy fallen lassen und ich hab mich bei den Leuten entschuldigt. So was passiert. Und wer in einem Auslaufgebiet trainiert, muss damit rechnen, dass einem mal ein fremder Hund ins Training läuft. Find ich jedenfalls.
    Und ich geh auch davon aus, dass der Schäferhund bekannt war, der holt doch ständig Leute mit Hund dazu, um solche Situationen bewusst zu forcieren. Außerdem wird der Rütter schon sehen, wann er eingreifen muss. So viel Kompetenz sollten ihm auch seine größten Kritiker zutrauen ;)

    :D Wenn der andere Hund Till gewesen wäre hätten Othello und er mit sicherheit gaaaaanz viiiiiel Spaß gehabt. :D Fang mich doch mit Dummys, Bällen oder ähnlichem zu spielen gehört nämlich zu Tills absoluten Lieblingsspielen. :D Wenn es dann nach unseren Hunden gehen würden hätten wir uns dann wohl auf eine längere Wartezeit einstellen dürfen. Jagdspiele sind doch einfach Klasse. :smile:

    Ich finde es ehrlich gesagt auch nicht schlimm, wenn wir mal von einem anderen Hund gestört werden. Solange der fremde Hund friedlich ist sehe ich da auch kein Problem drin. Das gehört doch irgendwo dazu man lebt halt nicht auf einer einsamen Insel.
    Mit einem Hund der seine Ressourcen verteidigt ist es dann schon schwieriger einen geeigneten Trainingsort zu finden. Ich habe halt bei der Folge ein wenig den Atem angehalten weil man nicht wußte wie Lio und der Schäferhund reagieren würden.

    LG

    Franziska mit Till

    Das sehe ich ein wenig anders.
    Ich bin auch eine Verfechterin im Umgang mit dem Hund unbedingt auf sein Baugefühl zu hören, versuchen zu erspühren läuft es jetzt im Moment gerade Rund oder nicht.
    Das theoretische Hintergrundwissen sorgt dafür zu verstehen warum nun etwas gerade gut oder schlecht läuft und befähigt mich die richtigen Schlüsse zu ziehen und folgerichtig umzusetzten.
    Deshalb finde ich beides sehr wichtig. Einmal ein Gefühl für seinen Hund und das Wissen darüber wie er lernen, denken und wahrnehmen kann.

    LG

    Franziska mit Till

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    Stimmt schon, das ist sicher von Hund zu Hund verschieden. Bei Belli regel lieber ich, sonst regelt er ;)
    Aber um das Einschätzen zu können, muss ich den Hund ja doch ein bisschen kennen und wissen, wie er höchstwahrscheinlich reagieren wird. Ob man das nach ein paar Mal "Decken-Training" daheim kann?
    Zumal man ja in solchen Situationen immer noch einen Fremdhund dabei hat - und den kann man ja eh nie so gut einschätzen, wie den eigenen Hund...

    Da hast du wohl recht. Ich würde bei Till z.B die Priorität darauf setzen, daß der Fremdhund ruhig bleibt, weil ich von ihm weiß er verteidigt keine Ressourcen und geht, wann immer er die Gelegenheit dazu hat wenn es ärger gibt. Also wohl eher nicht eingreifen, damit Fremdhund nicht in Rage gerät.

    LG

    Franziska mit Till

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    das ist negative Bestrafung ;D

    Nein, nicht im klassischen Sinne. Ich habe ihm nichts entzogen, was er hatte. Das Futter war immer bei mir.

    LG

    Franziska mit Till

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    wie wurde dieses Korrekturwort aufgebaut?


    Beginn des Trainings war so, daß ich ihm mit einer Hand schnell hintereinander Leckerlies gegeben habe. Dann habe ich das Korrekturwort gesagt und die Hand ging zu. Sobald er von meiner Hand abgelasen hatte habe ich verbal gelobt und ihn mit der anderen Hand ein besseres Leckerlie gegeben. So hat er gelernt: Höre ich dieses Wort muß ichaufhören und eine andere Strategie entwickeln. Diese andere Strategie zeige ich ihm dann mittels bekanntem Komandos auf. Den Schwierigkeitsgrat habe ich dann nach und nach erhöht. Immer so wie ich mir sicher war, daß er es leisten kann.


    LG

    Franziska mit Till

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    Mir ist das jetzt beim Dummytraining schon ein paar Mal passiert...teils, weil ich nicht gesehen wurde, teils, weils den anderen HH oft auch einfach wurscvht ist, ob da grad wer trainiert ;) Mich hats ein bisschen gewundert, dass der Rütter das soooo cool hat laufen lassen. Hätte doch heftig nach hinten losgehen können!

    Stimmt schon. Aber vielleicht ist es manchmal auch besser man tut gar nichts und behält die Ruhe wenn man eh nicht die Chance hat wirklich etwas auszuricheten und die beiden Hunde auseinander zu halten, weil man den Fremdhund zu spät gesehen hat und der Halter außer Sicht ist. Vielleicht würde jedes Eingreifen noch mehr "Feuer" in die Situation bringen.

    LG

    Franziska mit Till

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    Wenn ich sehe, da arbeitet ein Hund, dann lass ich meinen da garnicht erst hin.
    Hat den Schäferhund niemand kommen sehen? Da bitte ich doch rechtzeitig den Hund fern zuhalten.
    Dass die meisten Leute das auch nicht sehen, dass es gerade unpassend ist Kontakt aufnehmen zu lassen...

    Na, ja wie oft kommt einem, gerade im Wald, irgendein Hund entgegen ohne das der Halter in Sicht ist?Also ich habe so etwas schon öfters erlebt. Natürlich ist das doof. Aber ich glaube das ist real live.
    Zumal man manche Halter hundert Mal bitten kann den Hund fern zu halten. Selbst wenn die wollten, könnten sie es nicht tun, weil der Hund einfach nicht hört.

    LG

    Franziska mit Till

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    Und WIE zeige ich einem Hund, dass ich ein bestimmtes Verhalten nicht möchte, ohne auf ihn einzuwirken mit etwas Unangenehmen, oder ihm etwas Angenehmes zu entziehen? :???: Die zwei einzigen andern Möglichkeiten wären ja, ihm etwas Angenehmes zu tun (Pos. Bestärkung), oder du beendest etwas Unangenehmes (R-). Hältst du ihm eine Rede?

    Der Hund empfindet unsere Intervention entweder als eher angenehm, oder eher unangenehm. Neutral gibt es nicht, das würde bedeuten, dass es ihm völlig egal ist. Wie mache ich ihm über Korrektur ohne Strafe verständlich, dass er nicht aufs Sofa soll? Blocken, wieder runtersetzen oder -führen fällt ja alles raus, darf ja keine Strafe sein... Nenn mir mal ein konkretes Beispiel, dann können wir gucken, ob es R+, R-, P+ oder P- ist.

    Ich habe übrigens mal versucht, ein Verbot über positive Bestärkung zu etablieren. Mit Korrektur hat das nichts zu tun.

    Durch ein positiv aufgebautes Korrekturwort. Till hat z.B gelernt, daß es für ihn keinen Sinn macht sein Verhalten fortzusetzen und er auf diesem Wege nicht zum Ziel kommt, wenn er sein Korrekturwort hört.
    Beginn des Trainings war so, daß ich ihm mit einer Hand schnell hinter einander Leckerlies gegeben habe. Dann habe ich das Korrekturwort gesagt und die Hand ging zu. Sobald er abgelasen hatte habe ich verbal gelobt und ihn mit der anderen Hand ein besseres Leckerlie gegeben. So hat er gelernt: Höre ich dieses Wort muß ichaufhören und eine andere Strategie entwickeln. Diese andere Strategie zeige ich ihm dann mittels bekanntem Komandos auf. Den Schwierigkeitsgrat habe ich dann nach und nach erhöht. Immer so wie ich mir sicher war, daß er es leisten kann.
    Soll er nicht aufs Sofa brauche ich also nur sein Korrekturwort sagen.
    Sein Korrekturwort verbindet er nicht mit Strafe, weder mit Negativer noch mit Positiver. Ihm ist weder etwas negatives widerfahren noch etwas positives mit Entzogen worden. Das Leckerlie hat er bekommen sobald er vom bisherigen Verhalten abgelassen hat.

    LG

    Franziska mit Till